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Rückzug

Jens Spahn verzichtet auf Kandidatur für CDU-Vorsitz

Der offen schwule Bundesgesundheitsminister will sich offenbar nicht erneut um den Chef-Posten seiner Partei bewerben. Die derzeit drei Kandidaten, die wohl Interesse an dem Job haben, gelten nicht als besonders LGBTI-freundlich.


Die CDU wird keinen offen schwulen Parteichef erhalten: Jens Spahn will nicht wie vor drei Jahren kandidieren (Bild: BMG)

Der amtierende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verzichtet auf eine neuerliche Kandidatur für den CDU-Vorsitz. Spahn erklärte seinen Verzicht am Mittwoch in einer Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, wie die Nachrichtenagentur AFP von Teilnehmenden erfuhr. Er wolle sich bis zum Ende seiner Amtszeit als Gesundheitsminister "ganz auf die Bewältigung der Pandemie konzentrieren", wurde Spahn zitiert. Laut dpa habe er betont: Ich bin Team Union." Eine Präferenz für einen der Anwärter auf den Parteivorsitz habe er nicht erkennen lassen.

Bereits vor drei Jahren hatte sich Spahn für den CDU-Vorsitz beworben (queer.de berichtete). Er unterlag damals Annegret Kramp-Karrenbauer. Nach deren Rücktritt unterstützte er die erfolgreiche Kandidatur von Armin Laschet, der sein Amt auf dem Parteitag im kommenden Januar abgeben will.

Am Samstag begann die Bewerbungsfrist für die Kandidatinnen und Kandidaten auf den Vorsitz. Öffentlich erklärte sich bislang noch keiner der Interessenten. Als mögliche Kandidaten gelten Friedrich Merz und Norbert Röttgen aus Nordrhein-Westfalen – seit kurzem wird auch Kanzleramtsminister Helge Braun aus Hessen als Interessent gehandelt.

Wie LGBTI-freundlich sind Röttgen, Merz und Braun?

Röttgen und Merz haben zuletzt auch um queere Stimmen geworben: Röttgen hatte sich bereits im März dafür ausgesprochen, "sexuelle Identität" im Antidiskriminierungsartikel des Grundgesetzes zu verankern (queer.de berichtete). Merz trat vergangenes Wochenende als Gastredner auf der Bundesmitgliederversammlung der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) auf. Dabei erklärte er, Homosexuelle "brauchen und verdienen Anerkennung und Respekt" (queer.de berichtete).

Die beiden Kandidaten aus Nordrhein-Westfalen haben sich in der Vergangenheit allerdings durch Queerfeindlichkeit profiliert. So polterte Röttgen, der seit 1994 im Bundestag sitzt, nach der Jahrtausendwende als rechtspolitischer Sprecher der Unionsfraktion gegen das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare – selbst mit der Stiefkindadoption würden Schwule und Lesben das Kindeswohl gefährden, verlautbarte Röttgen damals (queer.de berichtete).

Als noch radikalerer Gegner von LGBTI-Rechten hatte sich Merz in die Debatte eingebracht. So stilisierte er 2000 die von Rot-Grün geplanten eingetragenen Partnerschaften für gleichgeschlechtliche Paare zu einem Angriff auf die heterosexuelle Familie hoch: "Rot-Grün beabsichtigt mit dieser Neuregelung ganz offensichtlich eine grundlegende Umwälzung gesellschaftlicher Strukturen", warnte er damals.


Merz war im Jahr 2000 ein erbitterter Gegner der Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften

Bis vor kurzem baute Merz auf Homo-Hass: Erst im vergangenen September stellte er in einem Interview einen Zusammenhang zwischen Homosexualität und sexuellem Missbrauch von Kindern her. Darauf angesprochen, ob ein Schwuler Kanzler werden kann, sagte er gegenüber "Bild Live": "Die Frage der sexuellen Orientierung geht die Öffentlichkeit nichts an. Solange sich das im Rahmen der Gesetze bewegt und solange es nicht Kinder betrifft – an der Stelle ist für mich allerdings eine absolute Grenze erreicht -, ist das kein Thema für die öffentliche Diskussion" (queer.de berichtete).

Helge Braun hat sich bislang aus der Debatte um LGBTI-Rechte weitgehend herausgehalten. Er stimmte aber 2017 bei der Abstimmung um die Ehe für alle mit Nein. Auch Röttgen votierte damals für die Beibehaltung des Ehe-Verbots für Schwule und Lesben. Merz war zu diesem Zeitpunkt nicht im Bundestag. (AFP/cw)



#1 KastanienmannAnonym
  • 10.11.2021, 20:59h
  • Schade! Wäre zu schön gewesen, wenn die CDU nicht zur die erste Frau als Kanzlerin, sondern auch den ersten offen Schwulen als Kanzler zu Tage gefördert hätte.
    Bevor hier gleich das Gemurre losgeht: ja, weder die eine hat auf Feminismus, noch der andere auf LGBTQ-Rechte großen Wert gelegt. Könnte besser sein.
    Dennoch hilft es, u.a. bei den alten reaktionären Böcken Ressentiments abzubauen. Sie müssen einfach damit klar kommen und die neue Realität akzeptieren. Und das ist auch ein gewisser Fortschritt.
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#2 mind_the_gapEhemaliges Profil
  • 10.11.2021, 21:35h
  • Auch Spahn ist nicht "besonders LGBTI-freundlich". Er ist einfach nur zufällig homosexuell.
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#3 Lucas3898Anonym
#4 KastanienmannAnonym
  • 10.11.2021, 22:29h
  • Antwort auf #3 von Lucas3898
  • Das habe auch ich mitbekommen, dass er, oder vielmehr der ausgediente Friedrich es wohl dieses Mal nicht wird.
    Aber Deutschland ist ein eher konservativ wählendes Land. Früher oder später kommt die nächste CDU-Kanzlerin oder -Kanzler.
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#5 MoKiAnonym
  • 11.11.2021, 02:40h
  • Spahn hätte in der Zeit der Corona-Pandemie zeigen müssen, dass er "Krise kann", um eine Chance zu haben. Tatsächlich hat er den Job ziemlich vergeigt.
    Immerhin war er noch klug genug, das auch zu wissen und auf eine Kandidatur zu verzichten.
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#6 Glück gehabtAnonym
  • 11.11.2021, 14:58h
  • Da haben wir ja noch mal Glück gehabt. Deutschland braucht wirklich keinen strammen Erzkatholen in solch einer Führungsposition, der höchstrichterliche Entscheidungen zur Sterbehilfe missachtet, weil sein eingebildeter Freund im "Himmel" ihm das anders einflüstert.
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#7 jairoAnonym
  • 11.11.2021, 18:06h
  • Ich stimme Ihnen vollkommen zu. Haette J. Spahn die Corona Pandemie besser gemanaged, waeren viele Tueren fuer ihn und die CDU offen gewesen.
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#8 Ehrliche HautAnonym
  • 12.11.2021, 12:50h
  • Alles was jemand in der CDU vergeigt, schadet der CDU und alles was der CDU schadet hat zumindest immer den Vorteil dass es der CDU schadet.
    Denn diese Partei braucht niemand!
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#9 OutAndProud