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Synode
Evangelische Kirche wählt erneut Schwulen in den EKD-Rat
Der Konvertit Jacob Joussen, der die katholische Kirche wegen deren Homophobie verlassen hatte, ist erneut Mitglied im EKD-Rat. Erstmals wird die evangelische Kirche in Deutschland von zwei Frauen angeführt.

Jacob Joussen bei seiner Bewerbungsrede (Bild: Screenshot / Youtube/EKD)
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11. November 2021, 12:24h - 3 Min.
Der offen schwule Rechtswissenschaftler Jacob Joussen aus Düsseldorf ist am Mittwoch zum zweiten Mal nach 2015 für sechs Jahre in den 15-köpfigen Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland gewählt worden. Der Rat ist das Leitungsgremium der Kirche und soll sie insbesondere in der Öffentlichkeit vertreten, etwa indem die Mitglieder "zu Fragen des religiösen und gesellschaftlichen Lebens Stellung nehmen".
Der 50-jährige Joussen ist Hochschullehrer an der Ruhr-Universität Bochum und seit 2018 Gründungsdirektor des in Deutschland einmaligen "Instituts für Kirchliches Arbeitsrecht". In seiner Bewerbungsrede bei der zum großen Teil virtuellen Synode erwähnte der gebürtige Katholik seine Homosexualität als einen Grund, warum er evangelisch geworden ist: "Einerseits habe ich während meines Theologiestudiums Klarheit über meinen Glauben gefunden. Andererseits konnte ich mich nicht mehr damit abfinden, von meiner Kirche nicht so akzeptiert zu werden, wie ich bin", so Joussen.
Weiter erklärte er: "Ich lebe seit über 20 Jahren mit meinem Mann zusammen. Vor acht Jahren konnten wir, von meiner Kirche gesegnet, die Partnerschaft eingehen, vor drei Jahren, der Ehe für alle sei dank, auch heiraten." Ferner sagte er, im EKD-Rat dazu beitragen zu wollen, Menschen Orientierung zu geben – und zwar, "nicht bei jeder politischen Alltagsfrage, aber dort, wo es zentral im Leben drauf ankommt".
Mit Michael Diener wurde auch zum zweiten Mal ein Mann in den EKD-Rat gewählt, der sich in der Vergangenheit extrem homophob geäußert und sogar mit seinem Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband "Konversionstherapien" unterstützt hatte (queer.de berichtete).
Inzwischen hat der 59-Jährige aber seine Meinung öffentlich geändert. Letztes Jahr erklärte er etwa im Interview mit evangelisch.de, dass er die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare befürworte. So sagte er: "Homosexuelle Menschen haben dasselbe Recht in ihrer Sexualität ernstgenommen, in der Gemeinde wertgeschätzt und geliebt, gesegnet und begleitet zu werden. Ich sage das auch im Blick auf die homosexuellen Menschen in den frommen Bewegungen und Gemeinden, welche immer noch Angst haben, sich zu outen. Das ist schlimm."
Kurschus als Ratsvorsitzende gewählt: "Haben schwere Schuld auf uns geladen"
Historisch für die evangelische Kirche ist, dass mit Annette Kurschus und Bischöfin Kirsten Fehrs erstmals zwei Frauen als Ratsvorsitzende bzw. stellvertretende Ratsvorsitzende die deutschen Protestant*innen anführen. Kurschus ist die Präses der westfälischen Landeskirche, die 2019 das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben abschaffte (queer.de berichtete).
/ EKD"Die Erwartungen an Kirche sind immer noch und immer neu groß. Die Erwartungen sind zu Recht groß, weil wir mit der Botschaft, von der wir leben, die Hoffnung wachhalten", sagte die EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus in ihrer Antrittsrede: https://t.co/F73lSfKnzu #EKDSynode
Evangelische Kirche (@EKD) November 10, 2021
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Laut evangelisch.de erklärte die neue EKD-Ratsvorsitzende, dass die Kirche queere Menschen lange schlecht behandelt habe: "Zweifellos haben auch da wir in der Kirche schwere Schuld auf uns geladen. Das weiß ich aus Gesprächen mit vielen Menschen, die sich da verletzt und nicht gesehen und nicht angesehen gefühlt haben." Hier müsse geprüft werden, wie die Kirche zu ihrer Schuld stehe – unklar sei, ob durch ein Schuldbekenntnis oder eine andere Form.
Kurschus löst den LGBTI-freundlichen Heinrich Bedford-Strohm auf dem Vorsitzendenposten ab, der das Amt seit 2014 inne gehabt hatte (queer.de berichtete). Bedford-Strohm hatte vor anderthalb Jahren die LGBTI-feindlichen Tiraden des inzwischen erstinstanzlich wegen Volksverhetzung verurteilten Bremer Pastors Olaf Latzel als "unerträglich" bezeichnet (queer.de berichtete).














