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Schlagwort "LGBT-Kultur" verboten
Facebook: Werbung darf nicht mehr nach sexueller Orientierung personalisiert werden
Werbetreibende der größten Social-Media-Plattform dürfen ab nächstes Jahr nicht speziell für eine Zielgruppe werben, die sie für homosexuell hält – auch andere persönliche Merkmale sollen als "Targeting" tabu sein.

Der Facebook-Konzern, der sich gerade in Meta umbenannt hat, kündigt Veränderungen an (Bild: www.shopcatalog.com)
- 11. November 2021, 14:32h 2 Min.
Das amerikanische Social-Media-Unternehmen Meta Platforms, das unter anderem Facebook und Instagram betreibt, hat am Dienstag angekündigt, dass es die Möglichkeiten für Werbekund*innen einschränkt, bestimmte Zielgruppen zu erreichen. Detailliertes "Targeting" (Anvisieren) bestimmter Gruppen, die als "sensibel" betrachtet werden, sollen ab dem 19. Januar 2022 nicht mehr möglich sein.
Konkret sollen Schlagworte in "Targetings" verboten werden, die etwa auf die sexuelle Orientierung, den Gesundheitszustand, die Religion, die ethnische Zugehörigkeit oder politische Einstellungen abzielen. So können etwa nicht mehr Begriffe wie "gleichgeschlechtliche Ehe" oder "LGBT-Kultur" als Schlagwörter verwendet wenden. Auch Begriffe wie "Chemotherapie" oder "jüdische Feiertage" sollen künftig nicht mehr erlaubt sein.
"Negative Erfahrungen in unterrepräsentierten Gruppen"
Der Facebook-Konzern begründete seinen Schritt mit den Worten: "Wir haben von Experten Befürchtungen gehört, dass Optionen wie diese auf eine Art verwendet werden könnten, dass sie zu negativen Erfahrungen in unterrepräsentierten Gruppen führen."
Weiter erklärte Meta, es handle sich hierbei um eine "schwierige Entscheidung". Man sei nach wie vor davon überzeugt, dass es Werbetreibenden erlaubt sein soll, personalisierte Anzeigen zu schalten. Dies erlaube es beispielsweise Wohltätigkeitsorganisationen, diejenigen Menschen anzusprechen, die am ehesten ihre Ziele unterstützen. Laut "New York Times" (Bezahlartikel) entfernt Meta zwar "Tausende" an Schlagworten, es blieben aber "Zehntausende" übrig.
Derzeit steht Mark Zuckerbergs Konzern nach den Aussagen von Whistleblowerin Frances Haugen vermehrt in der Kritik. Die ehemalige Facebook-Mitarbeiterin bezeichnete erst vor wenigen Tagen vor dem Europaparlament die Algorithmen ihres Ex-Arbeitgebers als gefährlich für die Demokratie und forderte mehr Regulierung für soziale Medien. Offenbar will Meta mit der angekündigten Änderung seiner Werberichtlinien der Kritik ein wenig Wind aus den Segeln nehmen. (dk)














