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USA
Hat Trump Richard Grenell erneut zum Botschafter ernannt?
Donald Trump sorgt mit einer Mitteilung mal wieder für Verwirrung: Er behauptete, Richard Grenell als "Botschaftsgesandten" an den Balkan geschickt zu haben. Das Weiße Haus dementiert.

Dieses Bild mit Richard Grenell (li.) entstand, als Donald Trump noch im Weißen Haus saß (Bild: richardgrenell / instagram)
- 12. November 2021, 15:13h 2 Min.
Ex-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch verkündet, dass der offen schwule Diplomat Richard Grenell für ihn im Balkan unterwegs sei, um dort Frieden zu schaffen. Hintergrund sei eine "historische" Übereinkunft, die seine Regierung 2020 ausgehandelt hatte. "Heute hat mein Botschaftsgesandter Richard Grenell die Grenze von Kosovo und Serbien besucht, um Aufmerksamkeit auf diese wichtige Übereinkunft zu lenken", so Trump in einer Pressemitteilung.
Die Mitteilung führte zu Kritik, da Trump bekanntlich im November 2020 die Präsidentschaftswahl gegen seinen Kontrahenten Joe Biden verloren hatte und im Januar dieses Jahres aus dem Weißen Haus ausziehen musste – die Niederlage hat Trump allerdings bis heute nicht eingestanden.
Weißes Haus: Trump "nur in seiner sehr regen Fantasie" noch Präsident
Die Biden-Regierung stellte schnell klar, dass die Mitteilung des Ex-Staatschefs Nonsens sei: "Außer in seiner sehr regen Fantasie ist Donald Trump nicht länger Präsident und hat keine 'Botschaftsgesandten', die die Vereinigten Staaten repräsentieren", wird eine namentlich nicht genannte Amtsperson aus dem Weißen Hauses zitiert.
/ PhilipWegmannNEW: Outside of his very active imagination, Donald Trump is no longer President and doesnt have any envoy ambassadors representing the United States," a White House official tells me in response to this: https://t.co/Rz8aBl4p7X
Philip Melanchthon Wegmann (@PhilipWegmann) November 11, 2021
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Manche wiesen darauf hin, dass Trump eine unsaubere Sprache benutzt habe und deshalb die Mitteilung bewusst missverstanden werden konnte. So habe er nicht von "dem Botschaftsgesandten" gesprochen sondern von "meinem Botschaftsgesandten" – und damit nur gesagt, dass er einen persönlichen Gesandten geschickt habe. Auch der in sozialen Medien extrem schnippische Grenell wies darauf hin, dass er als "Privatbürger" auf dem Balkan sei. In einem gegen einen Politikprofessor gerichteten Tweet behauptete er, dass er den Titel "Botschafter" in der Vergangenheit gehabt habe und die Trump-Mitteilung "eindeutig" darauf abziele.

Der Politikwissenschaftler Daniel W. Drezner warf Trump vor, dass er mit diesen Methoden Normen für ehemalige Präsidenten verletze und die US-Außenpolitik untergrabe. "Er tut heuchlerisch das, was seine Regierung anderen immer vorgeworfen hat, als er Präsident war", so Drezner. Andere bezeichneten die Methoden Trumps als "Schatten-Außenpolitik".
/ dandreznerFolks will be upset at this as Trump violating norms, undercutting U.S. foreign policy, and hypocritically doing what his administration castigated others for doing when he was POTUS.
Daniel W. Drezner (@dandrezner) November 11, 2021
I will instead be laughing at envoy ambassador and the permanent beclowning of Ric Grenell. https://t.co/WZlXi6g1V4
Grenell gibt sich stets als hundertprozentiger Anhänger von Trump, unter dem er zwei Jahre lang US-Botschafter in Berlin und drei Monate US-Geheimdienstdirektor war. Er war damit der hochrangigste – und auch praktisch der einzige – offen schwule Vertreter der Trump-Regierung. Außerhalb der Republikanischen Partei genießt Grenell allerdings wegen seiner undiplomatischen Art und seiner blinden Ergebenheit gegenüber dem Ex-Präsidenten wenig Ansehen. (dk)














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