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Budapest

Preise für LGBTI-Aktivist*­innen – Ungarns Regierung schäumt

Die MTV Europe Music Awards in Budapest setzten ein Zeichen gegen Queerfeindlichkeit. Mit dem "Generation Change Award" wurde u.a. die ungarische Pride-Organisatorin Viktoria Radvanyi ausgezeichnet.


Viktoria Radvanyi vom Budapest Pride mit dem "Generation Change Award" (Bild: Screenshot MTV)
  • 15. November 2021, 03:48h 4 2 Min.

Zum Missfallen der ungarischen Regierung ist bei den diesjährigen MTV Europe Music Awards (EMA) ein Zeichen gegen LGBTI-Feindlichkeit gesetzt worden. Bei der Gala in Ungarns Hauptstadt Budapest ging der "Generation Change" benannte Preis am späten Sonntagabend u.a. an die ungarische Aktivistin Viktoria Radvanyi, die seit langem an der Organisation des Budapest Pride beteiligt ist.

/ mtvema

"Alle Menschen werden gleich geboren. Punkt", sagte Radvanyi bei der Preisverleihung. Sie dankte ihrer Lebenspartnerin sowie ihren Mitstreiter*innen vom CSD-Verein.

In Kooperation mit AllOut wurden vier weitere queere Aktivist*innen mit dem "Generation Change Award" ausgezeichnet: Amir Ashour von Irans erster LGBTI-Organisation IraQueer, Matthew Blaise vom Oasis Project in Nigeria sowie die beiden trans Aktivistinnen Sage Dolan-Sandrino aus New York und Erika Hilton aus Sao Paulo.

Minister spricht von "Provokation gegen die Regierung"

Die rechtsnationale Regierung Ungarns von Ministerpräsident Viktor Orban betreibt eine offen gegen LGBTI gerichtete Politik. In diesem Jahr setzte sie ein Gesetz durch, das Minderjährigen verbietet, sich über sexuelle und geschlechtliche Minderheiten zu informieren (queer.de berichtete). Die EU hat deswegen ein weiteres Vertragsverletzungsverfahren gegen das Land eingeleitet (queer.de berichtete).

Im Vorfeld der EMA-Gala war bereits bekanntgeworden, dass die LGBTI-Bewegung mit einem Preis gewürdigt werden sollte (queer.de berichtete). Dazu hatte Orbans Kanzleramtsminister Gergely Gulyas gesagt, dass dieses Event zu einer "Provokation gegen die Regierung" benutzt werden würde.

Lil Nas X gewinnt Preis für bestes Video

Im Vorjahr hatte es die Verleihung der MTV Europe Music Awards wegen der Corona-Pandemie in einem reinen Online-Format gegeben. Diesmal fand das Event in einer voll besetzten Sportarena statt.

Zu den großen Gewinner*innen unter den Musiker*innen gehörte Ed Sheeran, der als bester Künstler und für den besten Song ("Bad Habits") ausgezeichnet wurde. Die koreanische Band BTS konnte sogar vier Preise abräumen. Der Preis für das beste Video ging an "Montero (Call Me By Your Name)" von Lil Nas X.

/ mtvema
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Weitere Preisträger*innen waren u.a. Saweetie, Nicki Minaj, Maluma, Yungblud, Måneskin und David Guetta. Viele Künstler*innen äußerten bei dem Event ihre Unterstützung für die LGBTI-Community. Als erster trans Star auf einer EMA-Gala trat Kim Petras auf. (cw/dpa)


-w-

#1 KaiJAnonym
  • 15.11.2021, 12:53h
  • Auf, dass die Regierung Orban so richtig zum Schäumen und Verzweifeln gebracht wird!
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#2 Julian SAnonym
  • 15.11.2021, 17:58h
  • Wenn man "schäumt", weil ein Musiksender Auszeichnungen vergibt, ist das ein sehr schlechtes Zeichen für den Zustand der Demokratie und des Rechtsstaats. Denn dann muss man eben auch andere Meinungen akzeptieren.
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#3 LGBH0TTNZ
  • 15.11.2021, 19:54hSchwerte
  • Traurig, dass zivile Organisationen Zeichen setzen müssen, während Europas Regierungen vor Orban buckeln.
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