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Fußball-WM 2022
Hitzlsperger über Katar: "Meine Hoffnung auf Verbesserung hält sich in Grenzen"
Auch der offen schwule VfB-Vorstandschef hat sich in die Debatte um die WM in Katar eingeschaltet – und fordert mehr Ehrlichkeit ein.

Thomas Hitzlsperger outete sich nach seinem Karriereende als schwul und arbeitet heute als Fußballfunktionär
- 15. November 2021, 10:24h 2 Min.
Thomas Hitzlsperger bezweifelt, dass sich angesichts der Fußball-Weltmeisterschaft im extrem homosexuellenfeindlichen Ausrichterland Katar kommenden Herbst etwas an der Menschenrechtssituation im Land ändern wird. Er vermute, dass die FIFA bei der Vergabe an das Land "die alte diplomatische Idee von Wandel durch Annäherung" bemüht habe, sagte der Ex-Nationalspieler im Sportmagazin "Kicker". "Meine Hoffnung auf Verbesserung hält sich in Grenzen."
Es werde der FIFA zwar nicht schwerfallen, vier Wochen lang Bilder zu zeigen, die den Eindruck von Fortschritt vermittelten. Grundsätzlich etwas ändern werde sich aber nicht. Der 39-Jährige verwies auf den gleichfalls homosexuellenfeindlichen Ausrichter der Weltmeisterschaft 2018: "Russland ist nach der letzten WM auch nicht demokratischer und liberaler geworden", so Hitzlsperger.
"Die arabische Welt ist ein wichtiger Markt mit potenten Sponsoren"
Ferner erklärte der scheidende Vorstandschef des Bundesligisten VfB Stuttgart, ihm wäre Ehrlichkeit lieber, "wenn man knallhart sagt: Die arabische Welt ist ein wichtiger Markt mit potenten Sponsoren, sie haben eine Top-Bewerbung abgegeben, also spielen wir da."
In Katar steht auf Homosexualität eine siebenjährige Gefängnisstrafe, sogar die Verhängung der Todesstrafe ist möglich. Auch andere Menschenrechtsverletzungen – etwa gegen Frauen oder Gastarbeiter – sind dort an der Tagesordnung.
Hitzlsperger hält es für ein positives Signal, dass Katar angeblich Regenbogenfahnen in Stadien dulden will: "Das ist auf alle Fälle begrüßenswert, weil derartige Symbole immer wieder Diskussionen auslösen. Wenn schon die WM in Katar stattfindet, dann muss sich die FIFA diesen Diskussionen eben stellen. Und genauso der Staat Katar."
Zuletzt hatte ein Antrag für die Hauptversammlung des FC Bayern München am 25. November für Aufsehen gesorgt, die Sponsorenwerbung für die staatliche Fluggesellschaft Qatar Airways beim Rekordmeister zu beenden. Der Antragsteller begründete dies unter anderem mit mit der Homosexuellenfeindlichkeit des Emirats (queer.de berichtete). Ehrenpräsident Uli Hoeneß betonte jedoch wiederholt, dass die Zusammenarbeit das Licht der Öffentlichkeit auf das vorderasiatische Land lenke und die Menschenrechtssituation damit verbessere. (dk)















Das war die Losung der Politik zur DDR. Sie ging einher mit Zugeständnissen der DDR. Die Losung wird aber nicht mit einem Pseudo-Zugeständnis erfüllt, wenn mal in einem abgeschirmten Raum, eben einer anderen Welt sozusagen, die Regenbogenflaggen gezeigt werden dürfen. Und es ist widerlich, wenn Katar, wie Russland konnte, diesen Raum mit Hilfe der Weltgemeinschaft für Werbezwecke nutzt, währenddessen es weiter übelste Menschenrechtsverbrechen begeht. Deshalb ist dagegen heftigst zu protestieren und der WM fernzubleiben, will Mensch sich nicht an den Verbrechen so mitschuldig machen.