https://queer.de/?40490
Bandname geändert
Girl Band entschuldigt sich für "misgenderten" Namen
Eine aus vier Männern bestehende irische Band legt nach zehn Jahren ihren Namen ab, weil sich dieser negativ auf Menschen ausgewirkt habe.
- 17. November 2021, 10:47h 2 Min.
Die Dubliner Noise-Rock-Musikgruppe Girl Band hat sich am Dienstag für ihren "misgenderten" Namen entschuldigt und die Umbenennung in Gilla Band bekanntgegeben. Gilla ist ein alter männlicher Vorname aus Irland.
Auf ihrer Instagramseite teilte die Gruppe mit: "Wir werden nicht mehr unter dem Namen Girl Band performen oder Alben herausbringen. Wir entschuldigen uns dafür, einen misgenderten Namen ausgewählt zu haben und entschuldigen uns bei allen, die dadurch verletzt oder beeinflusst worden sind." Am Anfang hätten sich die Bandmitglieder bei dem Namen nicht viel gedacht, ihnen sei es aber später schwerer gefallen, ihn zu rechtfertigen. "Egal, was unsere Absicht war, die Folge unseres Namens war, dass Menschen geschädigt worden sind." Die Band habe damit leider dazu beigetragen, eine "Kultur der Nicht-Inklusivität" in der Musikszene zu fördern. Außerdem bedankte sich die Gruppe bei all jenen, die sie über die Auswirkungen ihres Namens aufgeklärt hätten.
Bereits zuvor hatte die Band mit ihrem Namen gehadert, ihn aber dann verteidigt. 2015 erklärte Bassist Daniel Fox gegenüber "Vice" etwa: "Manche Leute denken wohl, wir verscheißern mit dem Namen Frauen." Nichts liege der Band aber ferner. "Wir wollen keine Frauen und auch sonst niemanden damit beleidigen", so Fox damals.
Die Band, die aus den vier männlichen Mitgliedern Dara Kiely, Alan Duggan, Daniel Fox und Adam Faulkner besteht, ist seit 2011 aktiv und insbesondere in ihrem Heimatland erfolgreich – die beiden Alben "Holding Hands with Jamie" (2015) und "The Talkies" erreichten jeweils Platz elf der irischen Albumcharts.
Auf der Instagramseite von Gilla Band kritisieren viele Fans die Entscheidung als Kniefall vor einer überempfindlichen Gesellschaft. Dabei ist das Ensemble aus der irischen Hauptstadt nicht die erste Musikgruppe, die ihren Namen änderte, weil er ihnen diskriminierend erschien: 2015 benannte sich etwa die kanadische Noise-Rock-Band Viet Cong in Preoccupations um, nachdem der aus weißen Männern bestehenden Gruppe Rassismus und kulturelle Aneignung vorgeworfen worden war. 2020 änderte die kalifornische Rockband Slaves (Sklaven) im Rahmen der Black-Lives-Matter-Bewegung ihren Namen in Rain City Drive. Im selben Jahr benannte sich auch die aus Texas stammende Country-Formation Dixie Chicks in The Chicks um – Grund waren auch hier Anti-Rassismus-Demonstrationen, da Dixie oder Dixieland ein Spitzname für die alten Südstaaten ist, die auf dem Rücken von Sklavinnen und Sklaven aufgebaut worden waren. (dk)
















