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Kommentare zu:
Girl Band entschuldigt sich für "misgenderten" Namen


#19 KaiJAnonym
  • 20.11.2021, 14:52h
  • Dieter Hallerforden soll sich wieder zu gendergerechter Sprache im Podcast "Die Wochentester" geäussert haben. Darauf weist t-online hin und zitiert ihn u.a. damit, dass Gendern "eine Vergeudung sprachlicher Resourcen" sei. Wie falsch er doch wieder liegt, da sie doch gerade die Nutzung dieser ist.
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#18 KaiJAnonym
#17 RuntAnonym
  • 19.11.2021, 01:16h
  • Antwort auf #5 von Ith_
  • "Andererseits ist eine Gruppe Cis-Männer gegenüber weiblichen Musiker*innen aber nunmal durchaus privilegiert, und da hat es schon etwas von Aneignung,"

    Na ja, aber ungefragt in bestimmten Bereichen Privilegien zu haben, bedeutet doch nicht, dass man diese auch in Anspruch nimmt und es bedeutet auch nicht, dass man sich nicht mit anderen, die in bestimmten Bereichen unterpriviligiert sind, identifizieren könnte. (Denn jeder Mensch hat Aspekte, in denen er* oder sie* priviligiert und unterpriviligiert ist. )

    Eine Gruppe von weiblichen Musiker*innen kann sich doch ohne Probleme einen männlichen Namen geben. Warum sollte das umgekehrt nicht möglich bzw. anstößig sein oder ein Privileg darstellen?

    So ganz erschließt sich mir die Problematik bislang noch nicht, gerade nicht in einem queer-schwulen Kontext.

    Die Möglichkeit, sich als schwuler Mann einen weiblichen "nome de guerre" zu geben, gehört bis heute zu den Symbolen schwuler Selbstermächtigung, von Musikern wie "Queen" bis hin zu den vielen Drag Queens etc.

    Ich verstehe, dass schwule Transmänner, aber auch viele schwule Cis-Männer mit dieser schwulen Tradition nicht viel anfangen können, aber sie ist da.

    Man müsste hier etwas mehr über den Kontext der Band wissen. Was für einen Sinn hatte der weibliche Name bei dieser Band aus Cis-Männern?
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#16 Markus2Anonym
#15 gastAnonym
  • 18.11.2021, 16:31h
  • Antwort auf #13 von la_passante
  • Aber Hallo, mein Lieber, natürlich kenne ich Twisted (Fucking) Sister noch, war ja mal eine Zeitlang eine meiner Lieblingsbands obwohl olle Dee Snyder seinerzeit laut in einem Interview gezetert hatte, sein Sohn dürfe alles außer schwul werden, und dieser Herr Snyder machte dann auch die beste Figur bei der Anhörung gegen den PMRC ........
    Da wir gerade dabei sind: ich vergaß: Pretty Maids aus Dänemark zu erwähnen .... Iron Maiden ..... Lizzie Borden ...... alles Herren- Bands mit "Gegengegendertem Namen ....
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#14 Martina_Berlin
#13 la_passanteAnonym
#12 Ith_Anonym
  • 17.11.2021, 19:42h
  • Antwort auf #6 von Gnurfel42
  • Und um das nochmal klarzustellen, weil ich schon auch sehr gegen Kackscheiße bin:

    "Das ist somit nichts weiter als ein cisnormatives und sexistisches Pseudoargument! Und dass die Bandmitglieder selbst zufällig cis sind, ändert nichts daran, dass das Argument cisnormative Kackscheiße ist."

    Doch, natürlich ändert das ganz genau ALLES.
    TERF-Logik ist, trans mit cis gleichzusetzen, wie du es hier tust. Cis-Männer dafür zu kritisieren, dass und wenn sie rücksichtslos mit ihren Privilegien umspringen, ist schlicht und ergreifend Feminismus.
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#11 Ith_Anonym
  • 17.11.2021, 19:39h
  • Antwort auf #7 von TuckDavis
  • Also mein Eindruck ist, dass ich irgendwie weder in Interviews von Musikproduzierenden, noch auf DJ-Ranglisten etc. pp. auch nur annähernd eine Quote von 50% Menschen sehen würde, die keine Cis-Männer sind, mich im Gegenteil freuen darf, wenn es mehr als 1 / 10 sind. Im Hinterkopf sind mir von "alternativen" Musikfestivals Diskussionen darum, wie dort versucht wurde, gezielt dafür zu sorgen, dass zumindest überhaupt irgendwelche Bands dabei sind, die nicht cis-männlich dominiert sind (und oft fehlt da sogar die Front-Frau fürs "Auge"), und als wie schwer, problematisch bis unmöglich sich das erweist.
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#10 Ith_Anonym
  • 17.11.2021, 19:29h
  • Antwort auf #6 von Gnurfel42
  • "Legst du dich mit ihnen auch noch an, oder gibst du zu, dass du gerade verkackt hast?"

    Ach, weißt du, ich kenne einfach den Unterschied zwischen cis-Männern und Leuten, die NICHT die Privilegien von cis-Männern genießen, und stell' mich nicht absichtlich dämlich, um vollkommen absurde Übertragungen zu konstruieren.

    Aber ich leg mich halt auch lieber mit Leuten an, die gesellschaftlich über mir stehen, statt nach unten zu treten. Kommt mir einfach weniger ungerecht vor.
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#9 saxominoAnonym
#8 Gnurfel42Anonym
  • 17.11.2021, 18:28h
  • Erstmal dürfen sie ihre Band nennen, wie sie wollen, solange es nicht offensichtliche Volksverhetzung ist. Wenn sie für sich selbst entschieden haben, dass sie nun »Gilla Band« heißen, ist das völlig OK. Das will ich ihnen nicht absprechen.

    ABER: Den offiziellen Grund der Namensänderung halte ich jedoch für eine gefährliche Logik. Der Name ist nicht »misgendernd«, denn beim Misgendering geht es um konkrete Personen und Gruppen. Dies war aber ein Name, den sie SICH SELBST gegeben haben. Das Misgendering kann hier also nicht greifen.

    Wenn wir diese Unlogik weiterdächten, müssten wir auch Männer, die bewusst einen sterotypen »Frauennamen« für sich wählen, anmaulen, sowie Frauen, die bewusst einen stereotypen »Männernamen«, weil sie sich angeblich etwas »aneignen«. Es kann viele Gründe dafür geben, es kann, muss aber nicht eine trans oder inter Identität sein. Es kann auch banal darum gehen, um mit Gendernormen zu spielen. Konsequenterweiese müsste man auch alle Dragqueens und -kings anbrüllen, denn die betreiben schließlich »Aneignung« hoch zehn. Und viele Nichtbinäre hätten dann die goldene Arschkarte gezogen, die ecken garantiert irgendwo an. Das alles ist nicht befreiend, sondern einengend. Das kann nicht der Sinn (gender)queerer Politik sein.

    Diese Leute sind logisch nicht konsequent. Sie MÜSSTEN eigentlich auch Dragqueens und -kings anbrüllen, um logisch konsistent zu bleiben. Tun sie aber nicht. Denn wenn sie es täten, würden sie sich als reaktionär demaskieren. Am Ende führt diese Unlogik zur Cisnormativität, und keiner gewinnt irgendwas.

    Ich kritisiere ausdrücklich nicht die Band selbst für ihre Entscheidung der Namensänderung, sondern eher die Leute, die sie dazu drängten, den Namen zu ändern. Ich kann nicht nachvollziehen, wie der Name »Girl Band« so schlimm sein soll. Wäre die Band auch kritisiert worden, wenn die Bandmitglieder Frauen wären? Oder nichtbinär? Wahrscheinlich nicht. Die Aufregung über den Namen »Girl Band« stufe ich daher als sexistisch und cisnormativ ein.
    Wohl gemerkt, ich kritisiere, die Aufregung darüber. Die Band selbst trifft meiner Meinung nach keine Schuld. Sie haben einfach nur reagiert.

    Die anderen im Artikel genannten Bandumbenennungen will ich explizit NICHT bewerten, weil es bei denen nicht um Gender ging. Man kann diese Umbenennungen nicht wirklich vergleichen, da ganz verschiedene Bereiche betroffen waren. Da der Kontext bei diesem Umbenennungen ein anderer ist, kann man daher auch nicht die gleiche Argumentation auf sie anwenden. Der Artikel macht hier also einen Kategorienfehler, indem er all diese Umbenennungen unzulässig in einen Topf als gleichwertig wirft. Der Name »Girl Band« ist überhaupt nicht zu vergleichen mit z.B. »Slaves«.
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#7 TuckDavisProfil
  • 17.11.2021, 18:10hBad Kreuznach
  • Antwort auf #5 von Ith_
  • Ich habe sicher keine tiefe Einsicht in die Musikbranche, aber aus meiner subjektiven Wahrnehmung heraus ist es eine der wenigen Branchen in denen Cismänner in den unteren Rängen (sprich: Akteur*innen) nicht privilegiert sind.

    Früher musste man* singen können um Erfolgreich zu sein, später musste man* gut aussehen und singen können. Heute verheizt die Branche komplett diskriminierungsfrei alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist und nach Geld aussieht.

    Wie gesagt, nur mein Eindruck ;-)
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#6 Gnurfel42Anonym
  • 17.11.2021, 18:04h
  • Antwort auf #5 von Ith_
  • > Andererseits ist eine Gruppe Cis-Männer gegenüber weiblichen Musiker*innen aber nunmal durchaus privilegiert, und da hat es schon etwas von Aneignung, wovon sich Angehörige der tatsächlich benachteiligten Gruppe übervorteilt fühlen können.

    Natürlich haben sie eine privilgierte Position, aber es ist doch unglaublich weit hergeholt, aus dem Namen »Girl Band« eine »Übervorteilung« oder gar »Aneignung« lesen zu wollen. Wenn ich deiner Logik folgen würde, müsste die totale Cisnormativität erzwungen werden, da sich nur Männer Männernamen und nur Frauen Frauennamen geben dürften, und Nichtbinäre und alle anderen hätten die goldene Arschkarte gezogen. TERFs würden dir applaudieren.
    Weißt du, welche Gruppe von Menschen sich auch permanent Dinge »aneignet«? Dragqueens und -kings. Legst du dich mit ihnen auch noch an, oder gibst du zu, dass du gerade verkackt hast?

    > Heute wird der Verzicht auf das Treten nach unten dagegen offenbar als unmoralisch empfunden, und stattdessen das forcierte Herumtrampeln auf Leuten eingefordert, die wirtschaftlich vergleichsweise sehr viel schlechtere Chancen haben als eins selbst.

    Also echt jetzt! Wir reden hier vom Namen »Girl Band«. Das ist alles, nur kein »Herumtrampeln auf Leuten«.

    Meiner Meinung nach darf sich die Band nennen, wie sie will (also natürlich auch »Gilla Band«), wenn es nicht volksverhetzend ist. Das ist ihre freie Entscheidung. Ich kritisiere vielmehr den Druck, der von außen kam.

    »Girl Band« ist nicht volksverhetzend, nicht verächtlich machend, nicht abwertend, nichts von alledem. Nein, das einzige »Argument« gegen diesen Namen ist, dass die Band nicht aus »girls« besteht.
    Das ist somit nichts weiter als ein cisnormatives und sexistisches Pseudoargument! Und dass die Bandmitglieder selbst zufällig cis sind, ändert nichts daran, dass das Argument cisnormative Kackscheiße ist.

    Ich bin nicht prinzipell dagegen, Namen zu ändern, wenn sich rausstellt, diese Namen sind sehr verletzend. Ich bin jedoch sehr empfindlich, wenn von außen irgendetwas mit Pseudoargumenten, die an TERF-Logik erinnern, forciert wird.
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#5 Ith_Anonym
  • 17.11.2021, 14:17h
  • Hm, komplexe Sache. "Misgendering" finde ich hier eindeutig die falsche Beschreibung der Problematik, denn Misgendering ist etwas, das andere dir gegenüber tun. Oder du selbst vielleicht aus tranfeindlichem Selbst-Hass heraus.

    Andererseits ist eine Gruppe Cis-Männer gegenüber weiblichen Musiker*innen aber nunmal durchaus privilegiert, und da hat es schon etwas von Aneignung, wovon sich Angehörige der tatsächlich benachteiligten Gruppe übervorteilt fühlen können.

    Offensichtlich hat es gesellschaftlich und vor allem auch innerhalb der Branche vergleichsweise benachteiligte Menschen gegeben, die sich herabgesetzt oder angegriffen fühlten. Als Angehöriger einer privilegierten Gruppe in solchen Fällen zuzuhören, zu reflektieren und Dinge ggf. zu ändern, hätte man früher jetzt Rücksichtnahme oder Anstand genannt. Heute wird der Verzicht auf das Treten nach unten dagegen offenbar als unmoralisch empfunden, und stattdessen das forcierte Herumtrampeln auf Leuten eingefordert, die wirtschaftlich vergleichsweise sehr viel schlechtere Chancen haben als eins selbst. Als Rache sozusagen an den Unterprivilegierten, dafür, dass sie es gewagt haben, den Mund aufzumachen. Begleitet von der Empörung darüber, dass die Privilegierten ihrem intrinsischen Auftrag nicht nachkommen, ihre Vormachtstellung mit allen möglichen Mitteln zu sichern (für sich UND die empörten Mit-Privilegierten).

    Sehr traurig, dass man heutzutage nichtmal anständig mit marginalisierten Gruppen umgehen kann, ohne dafür von irgendwelchen Vorkämpfern des Patriarchats verbal auf die Nase zu bekommen.
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#4 KaiJAnonym
#3 gastAnonym
  • 17.11.2021, 13:11h
  • Jetzt muß sich aber auch Queen sofort umbenennen .... und Twisted Sisters .... und .... und .... und ......
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#2 spinaldoAnonym
#1 BaoziAnonym
  • 17.11.2021, 12:57h
  • Biologische Männer, die sich als Frauen bezeichnen? Geht ja gar nicht! Das würde ja fast einen subversiven Umgang mit Geschlechternormen bedeuten. Gut, dass die den Namen geändert haben, so bleiben und unsere wertvollen Klischees in der Musikindustrie erhalten, die uns vorgeben wie Boy Groups und Girl Bands auszusehen und zu performen haben.
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