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Einzelkommentar zu:
Girl Band entschuldigt sich für "misgenderten" Namen


#8 Gnurfel42Anonym
  • 17.11.2021, 18:28h
  • Erstmal dürfen sie ihre Band nennen, wie sie wollen, solange es nicht offensichtliche Volksverhetzung ist. Wenn sie für sich selbst entschieden haben, dass sie nun »Gilla Band« heißen, ist das völlig OK. Das will ich ihnen nicht absprechen.

    ABER: Den offiziellen Grund der Namensänderung halte ich jedoch für eine gefährliche Logik. Der Name ist nicht »misgendernd«, denn beim Misgendering geht es um konkrete Personen und Gruppen. Dies war aber ein Name, den sie SICH SELBST gegeben haben. Das Misgendering kann hier also nicht greifen.

    Wenn wir diese Unlogik weiterdächten, müssten wir auch Männer, die bewusst einen sterotypen »Frauennamen« für sich wählen, anmaulen, sowie Frauen, die bewusst einen stereotypen »Männernamen«, weil sie sich angeblich etwas »aneignen«. Es kann viele Gründe dafür geben, es kann, muss aber nicht eine trans oder inter Identität sein. Es kann auch banal darum gehen, um mit Gendernormen zu spielen. Konsequenterweiese müsste man auch alle Dragqueens und -kings anbrüllen, denn die betreiben schließlich »Aneignung« hoch zehn. Und viele Nichtbinäre hätten dann die goldene Arschkarte gezogen, die ecken garantiert irgendwo an. Das alles ist nicht befreiend, sondern einengend. Das kann nicht der Sinn (gender)queerer Politik sein.

    Diese Leute sind logisch nicht konsequent. Sie MÜSSTEN eigentlich auch Dragqueens und -kings anbrüllen, um logisch konsistent zu bleiben. Tun sie aber nicht. Denn wenn sie es täten, würden sie sich als reaktionär demaskieren. Am Ende führt diese Unlogik zur Cisnormativität, und keiner gewinnt irgendwas.

    Ich kritisiere ausdrücklich nicht die Band selbst für ihre Entscheidung der Namensänderung, sondern eher die Leute, die sie dazu drängten, den Namen zu ändern. Ich kann nicht nachvollziehen, wie der Name »Girl Band« so schlimm sein soll. Wäre die Band auch kritisiert worden, wenn die Bandmitglieder Frauen wären? Oder nichtbinär? Wahrscheinlich nicht. Die Aufregung über den Namen »Girl Band« stufe ich daher als sexistisch und cisnormativ ein.
    Wohl gemerkt, ich kritisiere, die Aufregung darüber. Die Band selbst trifft meiner Meinung nach keine Schuld. Sie haben einfach nur reagiert.

    Die anderen im Artikel genannten Bandumbenennungen will ich explizit NICHT bewerten, weil es bei denen nicht um Gender ging. Man kann diese Umbenennungen nicht wirklich vergleichen, da ganz verschiedene Bereiche betroffen waren. Da der Kontext bei diesem Umbenennungen ein anderer ist, kann man daher auch nicht die gleiche Argumentation auf sie anwenden. Der Artikel macht hier also einen Kategorienfehler, indem er all diese Umbenennungen unzulässig in einen Topf als gleichwertig wirft. Der Name »Girl Band« ist überhaupt nicht zu vergleichen mit z.B. »Slaves«.
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