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Fußballverband reduziert Strafmaß

UEFA: Homophobie und Rassismus der ungarischen Fans nur halb so schlimm

Der europäische Fußballverband zeigt erneut, dass Homophobie in europäischen Stadien als Lappalie angesehen wird: Die Strafe gegen das ungarische Nationalteam wegen Hassausbrüchen seiner Fans wurde halbiert.


Homophobe Banner wie dieses bei ungarischen WM-Spiel gegen Deutschland in München sind für die UEFA offenbar nur Bagatellen (Bild: FFgH / twitter)

  • 17. November 2021, 17:04h 10 2 Min.

Der Berufungsausschuss der Europäischen Fußball-Union (UEFA) hat in einer Entscheidung vom Mittwoch das Strafmaß gegen Ungarn wegen diskriminierenden Verhaltens seiner Fans bei den EM-Spielen gegen Portugal, Frankreich und Deutschland abgemildert. Demnach muss Ungarns Fußball-Nationalteam nur das nächste UEFA-Heimpflichtspiel ohne Zuschauer*innen austragen. Ursprünglich waren zwei Partien vor leeren Rängen vorgesehen, wie die Disziplinarkammer im Juli geurteilt hatte (queer.de berichtete). Zudem wurde ein weiteres Spiel von der UEFA weiterhin zu einer Bewährung von zwei Jahren ausgesetzt.

Mit der Abmilderung der Strafe zeigte offenbar die aggressive Intervention der ungarischen Regierung Erfolg. Außenminister Péter Szijjártó hatte der UEFA nach der ursprünglichen Entscheidung Stasi-Methoden vorgeworfen (queer.de berichtete).

Die weiteren (eher symbolischen) Sanktionen haben weiter Bestand: Der ungarische Verband muss eine Geldstrafe von 100.000 Euro zahlen und bei der Partie ohne Zuschauer*innen ein Banner mit der Aufschrift #EqualGame präsentieren.

Sprechchöre gegen Ronaldo und deutsche Fans, Rassismus gegen französische Spieler

Nach dem ersten Gruppenspiel in Budapest hatten ungarische Fans Superstar Cristiano Ronaldo in der Puskas Arena homophob beleidigt – sie riefen Parolen wie "Cristiano, homosexual" (queer.de berichtete). Vor dem Spiel gegen Deutschland in München hatten ungarische Fans nach Angaben der Polizei "homophobe Sprechchöre" skandiert. Sie versuchten demnach auch "gemeinsam in einen anderen Block überzuwechseln". Im selben Spiel setzte die UEFA auch ein Signal gegen LGBTI-Rechte: Sie verbot die Beleuchtung der Allianz Arena in Regenbogenfarben (queer.de berichtete). Zudem beleidigten Fans Ungarns im Spiel gegen Frankreich mehrere Spieler des Weltmeisters wüst und beschimpften sie rassistisch.

Andere Fußballverbände greifen inzwischen härter gegen Homosexuellenfeindlichkeit durch. So hat die FIFA das mexikanische Team wegen homophober Sprechchöre in zwei Spielen zu zwei weiteren Partien ohne Zuschauer*innen verurteilt (queer.de berichtete). Mexiko wurde bereits zum wiederholten Mal wegen der Homophobie seiner Fans sanktioniert.

Nach der UEFA-Entscheidung dürfte das erste Heimspiel Ungarns bei der kommenden Auflage der Nations League betroffen sein. (dpa/dk)

-w-

#1 Balla BallaAnonym
  • 17.11.2021, 18:30h
  • Klarer können die Fußballbonzen nicht sagen, dass sie genau solche Rassisten und Faschisten sind wie die durchschnittlichen Fans. Nur dass die Bonzen und die Spieler Millionen kassieren.
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#2 FliegenAnonym
  • 17.11.2021, 19:12h
  • ...was für ne SCHANDE !!! PFUI UEFA !!!
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#3 YannickAnonym
  • 17.11.2021, 20:04h
  • Dass der Fußball so einen schlechten Ruf hat, hat er vor allem der UEFA zu verdanken, die faschistische Tendenzen mancher Vereine und Fans noch unterstützt, statt dagegen vorzugehen.

    Irgendwann wird der Fußball als gesamte Sportart die Rechnung dafür bekommen....
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