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Kreis Mettmann

Urteil: Tantramasseur muss sich als Sexarbeiter anmelden

Für das Verwaltungsgericht Düsseldorf sind Tantramassagen sexuelle Dienstleistungen im Sinn des Prostituiertenschutzgesetzes. Es bestehe ein erhöhtes Risiko für Geschlechtskrankheiten.


Symbolbild. Bei Tantramassagen wird auch das Lustzentrum stimuliert (Bild: nadin-sh-78971847 / pexels)

Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat einen Tantramasseur dazu verpflichtet, sich als Prostituierter anzumelden. Damit müsse er regelmäßig an einer durch den öffentlichen Gesundheitsdienst angebotenen Beratung teilnehmen, entschied das Gericht in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil. Mit diesem wiesen die Richter eine Klage des Manns gegen eine entsprechende Verfügung des Kreises Mettmann zurück (Aktenzeichen: 29 K 8461/18).

Dem Urteil zufolge handelt es sich bei den gegen Geld angebotenen Tantramassagen um sexuelle Dienstleistungen im Sinn des Prostituiertenschutzgesetzes. Damit sei der Kläger als Prostituierter anzusehen. Der Zweck des Gesetzes, der unter anderem im Schutz der Gesundheit liege, treffe im Gegensatz zur Annahme des Klägers auch auf einen Tantramasseur zu.

So bestehe für die an der Tantramassage Beteiligten ein erhöhtes Risiko für Geschlechtskrankheiten, hieß es. Wegen der vielschichtigen Fallgestaltungen der Frage, was unter einer sexuellen Handlung zu verstehen ist, ließ das Gericht aber ausdrücklich die Berufung beim Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster zu. In diversen Prozessen, vor allem im Zusammenhang mit dem Ordnungswidrigkeitsrecht, dem Baurecht, dem Coronaschutzrecht oder dem Vergnügungssteuerrecht, sei es hier in der Rechtsprechung zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen.

Der Kläger hatte angegeben, er biete als alleinige Person freiberuflich und selbstbestimmt in seinen Räumen ein ganzheitliches "sexualtherapeutisches, alternativmedizinisches Angebot". Nicht die sexuelle Stimulation stehe im Vordergrund, sondern die ganzheitliche Berührung des Körpers zur Überwindung von Blockaden und traumatischen Erlebnissen. Mit der Einstufung als Prostitution werde er diskriminiert und nach außen hin diskreditiert. (cw/AFP)



#1 tchantchesProfil
#2 GugelhupfAnonym
#3 queergayProfil
  • 18.11.2021, 12:45hNürnberg
  • Diese Tantra-Angebote verschiedenster Art bewegten sich schon immer im Grenzbereich zu sexuellen Dienstleistungen und sind letztlich auch eine.
    Im Heterobereich sind schon viele Prostituierte auf den Tantra-Zug aufgesprungen und und mischen da mit.
    Ein Gay-Tantra-Seminar-Organisator, der damit eine Gewerbe betreibt, ist natürlich auch ein Arbeiter im Sexbereich. Warum auch nicht? Er mag das noch so spirituell hochstehend titulieren.
    Früher gab es auch mal etwas, das man Tempel-Prostitution nannte. Die Grenzen sind natürlich fließend.
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#4 StaffelbergblickAnonym
  • 18.11.2021, 13:51h
  • Antwort auf #3 von queergay
  • geil .... "Früher gab es auch mal etwas, das man Tempel-Prostitution nannte."
    Ein Freund von mir bietet als ausgebildeter Tantramasseur gelegentlich auch seine Dienste an ... ich werde ihn mal fragen, wann er wieder der Tempel-Prostitution nachgeht ...
    Andererseits, diese Tantraanwendungen geschehen auch in spezieller Umgebung mit Düften, Kerzen ... mentaler Entspannung usw.
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