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Bezirksausschuss wird aktiv

München: Verlieren Wirt*­innen nach transphober Attacke die Konzession?

Vor zwei Jahren wurde eine Gruppe von trans Personen vor einem italienischen Lokal brutal attackiert. Das Stadtteilparlament verlangt nun Konsequenzen.


Ein transphober Vorfall von vor zwei Jahren hat ein Nachspiel (Bild: K-Screen Shots / flickr)

  • 18. November 2021, 11:38h 10 2 Min.

Der Bezirksausschuss des Münchner Stadtteils Haidhausen hat eine Anfrage an die Stadt München gestellt, ob nach einer offenbar transphob motivierten Attacke der Familie des Wirts eines italienischen Lokals in der Lothringer Straße die Konzession entzogen werden kann. Wie die tz berichtet, legt das Stadtteilparlament der Landeshauptstadt nahe, den Betreiber*­innen die Schanklizenz abzuerkennen.

Der verantwortliche Wirt hatte vor zwei Jahren eine Gruppe von trans Personen aus dem Ausland "transphob, homophob und rassistisch beleidigt" und geschlagen (queer.de berichtete). Er wurde später zu einer Geldstrafe verurteilt und ihm wurde die Konzession aberkannt.

Das Lokal wird jedoch von Angehörigen weiterbetrieben. Jürgen Fischer (Linke), der die Anfrage im Stadtteilparlament mit seiner Parteifreundin Brigitte Wolf eingebracht hatte, erklärte dazu: "Es wäre unschön, wenn dem Wirt zwar die Konzession genommen würde, diese aber in der Familie bliebe. Dann würde sich die Lage nicht grundlegend ändern." Der Bezirksausschuss stimmte für den Antrag.

Zuverlässigkeitsprüfung eingeleitet

Das Kreisverwaltungsreferat erklärte gegenüber der tz, dass bereits eine "Zuverlässigkeitsprüfung veranlasst" worden sei. Wirt*innen könne generell wegen "Unzuverlässigkeit" oder anderen Grünen die Konzession entzogen werden. Es könne nicht verhindert werden, dass die Lizenz an Verwandte übergehe. Es werde allerdings die Zuverlässigkeit jedes neuen Antragstellers oder jeder neuen Antragstellerin geprüft.

Bei dem schockierenden Vorfall hatte der Wirt einer trans Person aus Honduras gesagt: "In den Ländern, wo du her kommst, wird Leuten wie euch der Kopf abgeschnitten." Dann habe er gedroht, hier dasselbe mit ihr zu machen, und ihr ins Gesicht geschlagen. Auch mehrere Gäste des Lokals hätten die Trans-Gruppe rassistisch und sexistisch beleidigt. Auch der Polizeieinsatz wurde scharf kritisiert: So hätten sich Beamt*innen geweigert, Anzeigen wegen Bedrohung und Beleidigung anzunehmen. Den angegriffenen Personen sei laut dem Ökumenischen Büro für Frieden und Gerechtigkeit zudem geraten worden, die Gegend zu meiden, um "keinen Anlass für weitere Übergriffe zu geben". Die Polizei habe es auch zu verantworten, dass in einigen Presseberichten nicht von einer trans Frau, sondern von einem "Mann in Frauenkleidern" gesprochen wurde. (cw)

-w-

#1 KaiJAnonym
  • 18.11.2021, 13:13h
  • De neue Betreiber*in samt de Personal sind kritisch zu prüfen, auch was da an Gäst*innen weiter ist. Es lässt sich wohl schnell prüfen, ob weiter ene Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung von de Kneipe ausgeht. Es sind de Justiz jetzt insbesondere wegen des ehemaligen Wirts am Zuge und die Ordnungsbehörden wegen ene wohlmöglich neuen Schließung de Kneipe. Unfassbar ist das alles und ene rechtliche Erfassbarkeit de übelsten Straftat als Hasskriminalität um so dringlicher.
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#2 PeerAnonym
  • 18.11.2021, 13:31h
  • Ich wäre sehr dafür, diesen Leuten die Konzession zu entziehen. Denn sie haben bewiesen, dass sie als Gastgeber eines gastronomischen Betriebs ungeeignet sind.

    Da hat die Stadt auch eine Fürsorgepflicht gegenüber potentiellen Besuchern öffentlich zugänglicher Bereiche, dass sie überall sicher sein können.
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#3 KaiJAnonym
  • 18.11.2021, 14:04h
  • Antwort auf #1 von KaiJ
  • "Er wurde später zu einer Geldstrafe verurteilt."

    Das habe ich mal wieder überlesen. Gern' würde ich wissen, in welcher Höhe und aufgrund welcher Straftatbestände. Der ganze Tathergang mit wohl ca. 10 Personen ist ja übelst und was von diesen alles ausgegangen sein soll. Dazu ist nur eine Person und mit einem vielleicht niedrigen Strafgeld verurteilt worden? Bei den wohl starken Körperverletzungen und Beleidigungen. Das kann und darf erst recht nicht sein. So sollte die Justiz wirklich dringlichst weiter "am Zuge" sein. Für Infos zum bisherigen, gesamten Verhalten der Justiz und Ermittlungsbehörden wäre ich queer.de sehr dankbar.
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