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World Athletics

Leichtathletik-Weltverband ändert Regeln zu inter Athletinnen nicht

Auch nach der IOC-Vorlage zu weniger Diskriminierung im Sport bleibt World Athletics bei einer Regel mit Testosteron-Limit.


Caster Semenyas Kampf gegen die Richtlinien des Leichtathletik-Weltverband werden wohl weitergehen (Bild: Yann Caradec / flickr)

  • 18. November 2021, 19:26h, noch kein Kommentar

Der Leichtathletik-Weltverband wird trotz der neuen IOC-Richtlinien zum Umgang mit trans und inter Athlet*innen seine Regeln nicht verändern. "Alle Regeln bleiben wie sie sind", erklärte Weltpräsident Sebastian Coe am Donnerstag nach dem digitalen Kongress von World Athletics. "Wir teilen aber die Notwendigkeit, dass alle Regeln im Rahmen der Menschenrechte sein müssen."

Der in dieser Woche vorgestellte neue Regelrahmen des Internationalen Olympischen Komitees sieht keine allgemeingültigen Vorgaben mehr vor (queer.de berichtete). Vielmehr können demnach die Weltverbände unter der Maßgabe fairer Zugangsregeln und der Nicht-Diskriminierung über die Bedingungen der Teilnahme entscheiden. Ein einheitliches Testosteronniveau, das für Starts bei Wettkämpfen festgelegt wird, gibt das IOC nicht mehr vor.

Gewährleistet werden soll in dem unverbindlichen Regelwerk eine größtmögliche Inklusion. Jede Person solle unabhängig von ihrer Geschlechtsidentität, vom Ausdruck des Geschlechts oder von Geschlechtsvariationen "sicher und ohne Vorurteil" am Sport teilnehmen können, so das IOC. Leid und psychische Verletzungen sowie Diskriminierungen sollen vermieden werden. Die bloße Annahme eines Vorteils für inter und trans Sportler*innen ist unzulässig, für Teilnahmebeschränkungen und -verbote bedürfe es klarer Belege.

World Athletics bleibt stur

Nach dem umstrittenen Regelwerk von World Athletics müssen Leichtathletinnen mit intergeschlechtlichen Anlagen dagegen ihren natürlichen Testosteronspiegel künstlich senken, um in Wettkämpfen auf den Strecken zwischen 400 Metern und einer Meile an den Start gehen zu können. Die südafrikanische Läuferin Caster Semenya hatte vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS gegen den Weltverband geklagt, aber diesen Rechtsstreit verloren. Inzwischen hat die 800-Meter-Olympiasiegerin von 2012 und 2016 Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingereicht (queer.de berichtete).

"Ich habe das IOC-Regelwerk gelesen und es liegt auf einer Linie mit dem dem, woran wir glauben, an das Prinzip des fairen Wettkampfes", sagte World-Athletics-Chef Coe am Donnerstag zu der Richtlinie seines eigenen Verbands zu "hyperandrogenen Leichtathletinnen". "Unsere Regeln bleiben bestehen. Es ist sehr wichtig, dass wir den Forschungen, die wir dazu ausgeführt haben, folgen." Allerdings war eine entsprechende Studie von World Athletics zu vermeintlichen Wettbewerbsvorteilen wieder zurückgenommen worden (queer.de berichtete). (dpa/cw)