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375 Morde in 12 Monaten

23. Transgender Day of Remembrance: "Unsere Wut und Trauer ist groß"

Am Gedenktag für die Opfer von Transphobie gedenken Menschen in aller Welt all den trans Menschen, die wir im letzten Jahr verloren haben.


Der Gedenktag für die Opfer von transphober Hassgewalt findet jedes Jahr am 20. November statt (Bild: ResoluteSupportMedia / flickr)

  • 20. November 2021, 04:08h 9 3 Min.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten gedenken Menschen weltweit am 20. November der Opfer transphober Gewalt – und drängen darauf, die immer noch in vielen Ländern sehr diskriminierende Gesetzeslage zu ändern. Der Transgender Day of Remembrance wird bereits seit 1999 begangen.

Anlass ist der Mord an der afromerikanischen trans Frau Rita Hester, der bis heute nicht aufgeklärt wurde – sie war am 28. November 1998 in ihrer eigenen Wohnung im amerikanischen Bundesstaat Massachusetts erstochen worden. Anders als beim Mord am schwulen Studenten Matthew Shepard, der sich nur sechs Wochen vorher ereignete, gab es fast keine Berichterstattung über Hester.

Trans Aktivist*innen waren damals außer sich, dass die Öffentlichkeit offenbar wenig Interesse am Tod einer trans Frau zeigte, die noch dazu Schwarz ist. Sie begannen wenige Tage nach dem Verbrechen mit öffentlichen Aktionen, um auf die Gewalt gegen trans Menschen aufmerksam zu machen. Unter dem Hashtag #TDOR bzw. #TDOR2021 spielt der Gedenktag auch in sozialen Netzwerken eine große Rolle.

375 Morde in 12 Monaten

Wie wichtig der Tag noch heute ist, zeigen die Zahlen des "Trans Murder Monitoring": Zwischen dem 1. Oktober 2020 und dem 30. September 2021 gab es weltweit 375 Morde an geschlechtsdiversen Menschen, die nachgewiesen werden konnten. Das sind sieben Prozent mehr als im Vorjahr.


(Bild: TGEU)

Die Bundestagsabgeordnete Tessa Ganserer (Grüne) erklärte angesichts dieser Zahlen: "Auch dieses Jahr hatte ich gehofft, dass es es nicht so schlimm wird – leider wurde es wieder schlimmer."

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Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2008 sind bereits mehr als 4.000 Morde gezählt worden – allerdings liegt die Dunkelziffer laut den Aktivist*innen um ein Vielfaches höher. 70 Prozent der Fälle wurden in den letzten zwölf Monaten aus Mittel- und Südamerika gemeldet.

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"Unsere Wut und Trauer ist groß. Die Liste von trans*feindlicher Gewalt betroffener Menschen ist lang", erklärte Petra Weitzel, erste Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (dgti). Sie wies auch auf die extrem hohe Suizidrate unter geschlechtlichen Minderheiten hin, weil viele Menschen "durch fehlende Akzeptanz und erhebliche Mängel im Gesundheitssystem keinen anderen Ausweg gesehen haben". Die dgti lädt anlässlich des Gedenktags am Samstag zu einer Kundgebung um 14 Uhr am Goethedenkmal in Frankfurt/Main ein (weitere Veranstaltungen im queer.de-Terminkalender).


(Bild: dgti)

Mehrere Aktivist*innen erinnerten auch daran, dass trans Menschen selbst innerhalb der LGBTI-Community um Anerkennung kämpfen müssten: "Wir werden in Baden-Württemberg keine Spaltung unserer Community zulassen", erklärte etwa Bettina Schreck vom Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg. Diese Spaltung werde "aktuell durch die LGB Alliance in Großbritannien oder auch der Women's Human Rights Campaign oder auch von Terre des Femmes in Deutschland aktiv vorangetrieben", so Schreck weiter. (dk)

-w-

#1 TotenstilleAnonym
#2 audeasAnonym
  • 21.11.2021, 07:22h
  • Antwort auf #1 von Totenstille
  • Die ganzen cis und/oder weißen Queers hier interessiert unser Leid eben nicht, weil es sie nicht betrifft. Wenn nicht mal der Support der eigenen Community sicher ist, wie sollen erst Cisheten zu Allies werden?
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#3 DestroyaAnonym
  • 21.11.2021, 10:46h
  • Antwort auf #2 von audeas
  • Viele der Trans-MigrantInnen werden sicherlich nicht von Europäern, sondern ihrer islamitischen Familie getöet.

    Man hört ja immer wieder über tödliche Auseinandersetzungen auch in Asylunterkünften.
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