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Trans Day of Remembrance

Biden: "Jedes dieser Leben war kostbar"

Der US-amerikanische Präsident Joe Biden hat seine Solidarität und sein Mitgefühl mit trans Menschen ausgedrückt. Zum Trans Day of Remembrance gedachte er der 46 in 2021 ermordeten Menschen im Land.


Joe Biden stellte sich mehrfach hinter trans US-Amerikaner*innen (Bild: jlhervàs / flickr)

Der US-amerikanische Präsident Joe Biden hat anlässlich des Transgender Day of Remembrance die Wichtigkeit des Kampfes gegen die anhaltende Gewalt an transgeschlechtlichen Menschen betont. Zum jährlich am 20. November begangengen Gedenktag veröffentlichte das Weiße Haus am Samstag ein Statement des Demokraten.

Biden nennt transgeschlechtliche Menschen "einige der mutigsten Amerikaner*innen", die er kenne. Jedoch sollte keine Person tapfer sein müssen, nur, um in Sicherheit und Würde leben zu können. Im Jahr 2021 sind bereits mindestens 46 trans Personen in den USA ermordet worden. Weltweit wurden 375 Menschen erfasst, die laut offizieller Zählung der Orgnisator*innen des Gedenktages zwischen Oktober 2020 und September 2021 ermordet worden sind (queer.de berichtete).

Biden betont, dass jedes der verlorenen Leben kostbar gewesen sei und Freiheit, Gerechtigkeit und Freude verdient hätte. Trotzdem müsse man in diesem Jahr die bisher höchste Zahl Ermordeter betrauern. Der Präsident stellte zudem heraus, dass es sich bei den Getöteten überproportional um schwarze und braune Mädchen und Frauen gehandelt habe. Diese seien in ihrem Leben mit "brutaler Gewalt, Diskriminierung und Belästigung" konfrontiert.

Politische Maßnahmen gegen Transhass

Biden habe sein Team mit der Koordinierung von Maßnahmen zur Sicherstellung der Bürger*innenrechte der Betroffenen beauftragt. Die Gewalt gegen transgeschlechtliche Menschen bezeichnete er als "epidemisch".

Der Präsident ruft in seiner Erklärung die Regierungen und Parlamentarier*innen der Bundesstaaten dazu auf, die "verstörende Zunahme diskriminierender Gesetze" zu bekämpfen, die auf transgeschlechtliche Menschen und dabei insbesondere auf Kinder zielten. Die Regelungen, die in den vergangenen Monaten insbesondere auf Betreiben der republikanischen Partei eingeführt worden waren, seien "als Gesetzgebung verschleiertes Mobbing", "unamerikanisch" und gefährdeten die Sicherheit und das Wohlbefinden "unserer Kinder".

Der Trans Day of Remembrance wird seit 1999 begangen und weist auf die mörderische Gewalt hin, der transgeschlechtliche Menschen und insbesondere Frauen weltweit ausgesetzt sind. Hinter den offiziellen, von den Koordinator*innen angegebenen Zahlen dürfte jedoch eine große Dunkelziffer stehen.

Zum Beispiel verschweigen Familien oft die Transgeschlechtlichkeit ihrer getöteten Angehörigen. Polizist*innen untersuchen Tötungen aufgrund transphober Sichtweisen nicht oder nicht ausreichend, zeigen Verständnis für die Täter*innen, registrieren die Opfer unter ihren Deadnames oder verweisen in ihrer Öffentlichkeitsarbeit nicht auf den Hass als Ursache der Verbrechen.

Doch dass Hass auf transgeschlechtliche Frauen auch in der US-Polizei ein großes Problem ist, belegte erst kürzlich der bekannt gewordene Fall einer Frau im kalifornischen San Diego. Wegen einer Geringfügigkeit ist sie von Polizist*innen über Stunden in eine Zelle mit drei Männern gesperrt worden. Einer der Insassen verprügelte die Frau dann so heftig, dass ihr Kiefer mehrfach brach. Die Beamten verweigerten der Frau dennoch für weitere 12 Stunden eine ärztliche Behandlung, setzten die Inhaftierung fort, misgenderten sie konsequent und registrierten sie auch in den Unterlagen nicht unter ihrer längst staatlich anerkannten Identität als Frau (queer.de berichtete).

Gewalt trifft oft Mehrfach-Marginalisierte

Häufig treffen bei Gewalt gegen transgeschlechtliche Menschen mehrere Mechanismen gesellschaftlicher Marginalisierung zusammen. So waren 58 Prozent der Getöteten, deren Beruf bekannt geworden ist, Sexarbeiter*innen. 89 Prozent der in den USA Ermordeten waren zudem "of Color". In Europa sind 43 Prozent der Getöteten als Migrant*innen registriert worden.

Auf den Umstand der Mehrfachdiskriminierung, der oft unter dem Schlagwort "Intersektionalität" diskutiert wird, machten auch die Koordinator*innen des Trans Day of Remembrance aufmerksam.


(Bild: TGEU)

Als eine der ersten Amtshandlungen hatte Biden unter anderem eine Regelung der vorherigen Trump-Administration aufgehoben, die die unter Obama verbotene Diskriminierung von geschlechtlichen und sexuellen Minderheiten in der Bundesverwaltung wieder erlaubt hatte (queer.de berichtete). Ebenfalls im Januar nominierte Biden die trans Ärztin Rachel Levine zur Staatssekretärin im Gesundheitsministerium (queer.de berichtete). Sie wurde später auch vom Senat im neuen Amt bestätigt.



#1 Ith_Anonym
  • 22.11.2021, 12:40h
  • Ach, cool.

    Ich mach ja an sich einen Bogen um den Awareness- und Gedenkkram, weil sich mir bei der Heuchelei eh bloß die Fußnägel aufrollen. Aber dass jemand in so einer Position sich tatsächlich hinstellt und Trans-Personen zu Menschen erklärt, hat dann schon meinen Respekt. Öffentliche Solidarisierung bleibt auch für weiße Cis-Personen in so einer sichtbaren Position selten konsequenzenlos. Und, naja. Als Hete hätte Biden es eigentlich nicht nötig.
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#2 audeasAnonym
  • 22.11.2021, 20:38h
  • Anscheinend nicht kostbar genug für adäquaten Schutz, denn sie leben nicht mehr.
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