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Prozess vor dem Landgericht

Berlin: Staatsanwaltschaft fordert lebenslang für Mord an schwulem Pastor

Vandam G. soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft lebenslang hinter Gitter, der Mitangeklagte Cristian-Cosmin C. für zwölf Jahre.


Das Urteil im Fall Reinhold Zuber soll am 6. Dezember fallen (Bild: Polizei Berlin)

Im Prozess vor dem Berliner Landgericht um den Tod von Pastor Reinhold Zuber hat die Anklage am Montag für den 21-jährigen Sexarbeiter Vandam G. lebenslang wegen Mordes und für den 25-jährigen mutmaßlichen Mittäter Cristian-Cosmin C. zwölf Jahre Haft wegen Raubes mit Todesfolge gefordert. Laut "Tagespiegel" ist die Staatsanwaltschaft überzeugt, das Duo und ein weiterer Mann hätten den Pastor "aufgrund eines spontanen Tatentschlusses mit einem Kissen erstickt".

Die Anklage erklärte, dass G.s genetischer Fingerabdruck auf der Leiche gefunden worden sei. Der weitere Tatbeteiligte, der 23-jährige Vasile B., soll bislang die Aussage verweigern. Er soll sich erst am vergangenen Mittwoch den Behörden gestellt haben.

Unterdessen versuchte die Verteidigung laut B.Z., den Charakter des Getöteten in Zweifel zu ziehen: "Der Tote war nicht der barmherzige Samariter, der er zu sein vorgab", sagt der Vandam G.s Verteidiger. So war von "Erbschleicherei" die Rede. Außerdem habe der Pastor seine "Vorliebe für Jahrzehnte jüngere Männer" ausgelebt.

Die Leiche von Zuber war am 4. Juli 2020 in seiner Moabiter Wohnung entdeckt worden (queer.de berichtete). Nachbar*innen hatten erklärt, dass der 77-Jährige offen mit seiner Homosexualität umgegangen sei und regelmäßig junge Männer zu Besuch gehabt habe. Schließlich nahm die Polizei Mitte August in Rumänien die beiden späteren Angeklagten fest. Cristian-Cosmin C. soll eine Beziehung mit dem Pastor unterhalten haben (queer.de berichtete).

Im April startete der Prozess gegen die beiden (queer.de berichtete). Erst im Oktober gab der Hauptangeklagte Vandam G. seine Beteiligung zu, belastete aber den bislang unbekannten weiteren mutmaßlichen Tatbeteiligten Vasile B., der ebenfalls als Sexarbeiter gearbeitet haben soll (queer.de berichtete). Auch B.s DNA soll an der Leiche gefunden worden sein.

Am Montag soll der Prozess mit einem Plädoyer der Verteidigung weitergehen. Ein Urteil wird für den 6. Dezember erwartet. (cw)



#1 StaffelbergblickAnonym
  • 23.11.2021, 12:01h
  • "Unterdessen versuchte die Verteidigung laut B.Z., den Charakter des Getöteten in Zweifel zu ziehen:" Gut die B.Z. ist nun mal das Boulevardblatt Berlins. Aber wenn der Verteidiger mit solchen Argumenten kommt, dann scheint es mit der Verteidigung nicht weit her zu sein ... dann scheinen ihm wirklich reale Fakten zur Entlastung seines Mandanten zu fehlen. Und selbst wenn dem so wäre ... das ist weiterhin kein Grund einen Menschen zu töten.
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