Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?40538

"Das ist ein Skandal"

Rhein-Neckar-Kreis: CDU und AfD stoppen gemeinsam Queer-Förderung

Auf Landesebene arbeitet die CDU mit den Grünen zusammen, auf kommunaler Ebene verbündet man sich gegen LGBTI-Rechte mit der AfD. Die SPD bezeichnet die Abstimmung als "Skandal".


Überraschend stoppt die CDU zusammen mit Rechtspopulisten ein queeres Projekt (Bild: TheGabeC / flickr)

Die CDU hat in dem in Heidelberg ansässigen Sozialausschuss des Rhein-Neckar-Kreises gemeinsam mit den Freien Wählern und der AfD ein queeres Förderprojekt gestoppt. Konkret ging es laut der "Rhein-Neckar-Zeitung" um die Förderung der Beratung des Vereins Psychologische Lesben- und Schwulenberatung Rhein-Neckar e.V. (Plus).

Die Erstberatung ist zwar mit Unterstützung des Landes kostenlos, weitere Beratungsstunden aber nicht. Die Verwaltung des mit 550.000 Einwohner*innen bevölkerungsreichsten Landkreises in Baden-Württemberg hat daher eine Projektförderung in Höhe von 30.000 Euro empfohlen mit der Aussicht, die Beratung dauerhaft anbieten zu können. Von CDU-Sprecherin Inge Oberle hieß es aber schlicht: "Wir lehnen die Förderung ab." Grund sei, dass es sich um eine "Querschnittsaufgabe" handle, der Sozialausschuss also nicht allein dafür verantwortlich sei.

SPD, Grüne, FDP und Linke bezeichneten den Grund für die Ablehnung als vorgeschoben und übten Kritik. Am weitesten ging der SPD-Landtagsabgeordnete Daniel Born, der im Vorstand von Plus sitzt: "CDU, Freie Wähler und AfD haben gemeinsame Sache gemacht und den Rhein-Neckar-Regenbogen abblitzen lassen, das ist ein Skandal", erklärte der 46-Jährige.

"Queere Menschen gibt es ja nicht nur in der Großstadt"

Born erinnerte daran, dass viele queere Menschen bis heute diskriminiert und ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen bis hin zu Suizidgedanken hätten: "Diese Beratung wird gebraucht, egal ob man in Mannheim oder in einer Kommune im Rhein-Neckar-Kreis lebt, denn queere Menschen gibt es ja nicht nur in der Großstadt. Darum ist die Förderung so wichtig um diese Arbeit auch zu unterstützen." Plus bietet seine Dienste derzeit insbesondere in den kreisfreien Städten Heidelberg und Mannheim an.

Auch von den Grünen kam scharfe Kritik: "Es ist ein schwerer Schlag gegen Vielfalt im Rhein-Neckar-Kreis, wenn die Freien Wähler und die CDU mit fadenscheinigen Begründungen eine Förderung für queere Menschen ablehnen", erklärte Kreissprecherin Sigrid Schüller. "Als gewählte Mandatsträger sind sie dafür verantwortlich, dass Gruppen, die von Diskriminierung und Gewalt betroffen sind, Unterstützung bekommen." Sie warf "rückwärtsgewandten Kreisräten" vor, die Förderung "sabotiert" zu haben. Eigentlich würden die Vorschläge der Verwaltung routinemäßig im Sozialausschuss "einstimmig oder zumindest mit großer Mehrheit" durchgewinkt, so die Grünen. (cw)



-w-

-w-

#1 KretschNoAnonym
  • 23.11.2021, 20:08h
  • Kretchmann wollte die miefige CDU unbedingt in der Landesregierung halten. Dabei weiß jeder, wie diese tickt.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 PfuiAnonym
  • 23.11.2021, 20:39h
  • Da sieht man wieder mal, mit wem die CDU so paktiert und Allianzen schmiedet.

    Genau mit sowas macht die CDU die AfD salonfähig. Und das ist auch einer der Gründe, warum sich immer mehr Menschen angewidert von der CDU abwenden.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 LegatProfil
  • 23.11.2021, 22:17hFrankfurt am Main
  • Das ist nur der Anfang. Nach der erwarteten Abwahlkatastrophe der CDU ist der Pfad zu Schwarz/Blau vorgezeichnet, denn letzten Endes wird die CDU alles tun, um sich wieder die Macht zu sichern.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 steffdaAnonym
#5 Girlygirl
  • 24.11.2021, 10:43h
  • Falls die Ampel Koalition zustande kommt, wird es in der Opposition erste Flirts zwischen CDU und AfD geben. Der Anfang einer großen Liebe?
  • Antworten » | Direktlink »