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TV-Tipp

Eine "hoffnungslose Schwuchtel" schlägt zurück

Jetzt auf Warner TV Serie: In der herausragenden spanischen Dramedy-Serie "Mein queeres Leben" erzählt Roberto Enríquez alias Bob Pop von seinem Leben als übergewichtiger schwuler Musicalfan.


Roberto Enríquez spielt sich selbst (Bild: Warner TV Serie)
  • Von Patrick Heidmann
    25. November 2021, 11:31h, 1 Kommentar

Als schwuler Teenager in den Achtzigerjahren groß zu werden, ist alles andere als ein Zuckerschlecken, zumal im erzkatholischen Spanien. Aber auch wenn das Coming-out (und der Umzug in die Großstadt) irgendwann erfolgreich gewuppt ist, wird das Navigieren durch den Homo-Alltag nicht automatisch zum Kinderspiel, vor allem wenn man eher zur Fülligkeit neigt und kein Gym-Dauergast ist. An den diversen Diskriminierungen und Ausgrenzungen, die so ein queeres Leben mitbringt, kann man Schaden nehmen. Oder man nutzt diese Erfahrungen, um eine Serie daraus zu machen. (Dass das eine das andere nicht ausschließt, ist wiederum ein anderes Thema.)


Gabriel Sánchez spielt Roberto Enríquez als Teenager (Bild: Warner TV Serie)

Der spanische Komiker, Autor und LGBTI-Aktivist Roberto Enríquez, auch bekannt unter dem Namen Bob Pop, hat letzteres nun mit seiner sechsteiligen Serie "Mein queeres Leben" getan, die im Original – gleichermaßen als Verweis an erlebte Beleidigungen wie auch als Akt der Selbstermächtigung – augenzwinkernd "Maricón perdido", also "hoffnungslose Schwuchtel" heißt. Ein weiterer Beitrag zum gerade im Serienbereich boomenden Genre der Autofiktion, in dem nicht ausschließlich, aber auffällig viele queere Geschichtenerzähler*innen ihre eigenen Biografien fiktionalisieren.

Queer als Teenager, Student und Erwachsener


Poster zu "Mein queeres Leben": Warner TV Serie zeigt am 25. November und 2. Dezember 2021 je drei Episoden ab 20.15 Uhr

"Mein queeres Leben" kann mit der englischsprachigen Konkurrenz von "Feel Good" über "Special – Ein besonderes Leben" bis "Work in Progress" (eine zweite Staffel der tollen Comedy von Abby McEnany ist übrigens gerade bei Sky angelaufen) locker mithalten. Enríquez, der in zwei Szenen sich als heute 50-Jähriger selbst spielt, konzentriert sich auf zwei Lebensphasen: die des Teenagers, der seine Homosexualität entdeckt, und die des Studenten, der vom Schriftsteller-Dasein genauso träumt wie von zwischenmenschlicher Nähe.

Die beiden Hauptdarsteller Gabriel Sánchez und Carlos Gonzáles sind dabei nicht nur perfekt gecastet, sondern spielen auch noch absolut einnehmend. Und den tragikomischen Tonfall, der gleichermaßen anrührt wie zum Lachen anregt, ziehen vor und hinter der Kamera alle Beteiligten aufs charmanteste durch.


Carlos Gonzáles spielt Roberto Enríquez als Student (Bild: Warner TV Serie)

So ist "Mein queeres Leben" einmal mehr ein Beweis dafür, dass oft die ganz persönlichen und individuellen Geschichten nicht selten die sind, die das universellste Identifikationspotential mit sich bringen. Warner TV Serie zeigt am 25. November und 2. Dezember 2021 je drei Episoden ab 20.15 Uhr als deutsche Erstausstrahlung. Die sechs Episoden der Dramedy sind im Zweikanalton auf Deutsch sowie im spanischen Originalton zu sehen.

Direktlink | Englischer Trailer zur Serie
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