Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?40569

Broadway-Star

Trauer um Musical-Legende Stephen Sondheim

Der schwule Komponist und Texter Stephen Sondheim ("West Side Story", "Sweeney Todd") ist am Freitag im Alter von 91 Jahren in seinem Haus in Connecticut gestorben.


Stephen Sondheim galt als Broadway-Legende

  • 27. November 2021, 04:54h, noch kein Kommentar

Der Musical-Komponist und Texter Stephen Sondheim ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Wie die Zeitung "New York Times" unter Berufung auf Sondheims Anwalt berichtete, starb er am Freitag in seinem Haus in Roxbury im US-Bundesstaat Connecticut, nachdem er am Vortag noch mit Freund*innen Thanksgiving gefeiert hatte.

Sondheim galt als Broadway-Legende, 1957 gelang ihm der Durchbruch im Musiktheater, als er die Texte zu Leonard Bernsteins Welterfolg "West Side Story" schrieb. Im Laufe seiner langen Karriere als Komponist und Texter wirkte er an weiteren Musical-Erfolgen wie "Sweeney Todd", "Gypsy" oder "Sunday in the Park with George" mit.

Coming-out mit 40 Jahren


Sondheim im Jahr 1972 (Bild: Gotfryd, Bernard, photographer / wikipedia)

Für sein Schaffen wurde er mir acht Grammy Awards ebenso vielen Tony Awards, einem Oscar und dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. 2015 erhielt er vom damaligen Präsidenten Barack Obama die Freiheitsmedaille, die höchste zivile Auszeichnung der Vereinigten Staaten. "Um es einfach zu sagen: Stephen hat das amerikanische Musical neu erfunden", sagte Obama damals.

Geboren wurde Sondheim in eine reiche jüdische Familie in New York hinein und wuchs dann auch teilweise in Pennsylvania auf. Das Verhältnis zu seinen Eltern, die sich später scheiden ließen, war schwierig. Sondheim freundete sich mit James Hammerstein an und lernte dessen Vater, den Komponisten und Texter Oscar Hammerstein, kennen, der sein Mentor wurde und ihm den Weg in die Branche ebnete. Mit 40 Jahren hatte Sondheim sein Coming-out. Sein Lebensgefährte war zeitweilig der Dramatiker Peter Jones. Im Jahr 2017 heiratete er seinen Partner Jeff Romley.

"Ich schreibe nicht für mich"

Auch im hohen Alter arbeitet Sondheim weiter, auch wenn seine Branche an Bedeutung verloren habe, wie er beklagte. "In den 1920er Jahren hatte das Theater Auswirkungen darauf, wie die Menschen dachten. Bis eine Show heute auf der Bühne ist, ist die Idee schon vorbei. Das Theater ist eine Nischen-Industrie, es hat nicht viel Einfluss."

Trotzdem blieben ihm sein Einfluss und seine Zuschauer*innen wichtig. "Ich will, dass die Menschen das mögen, was ich schreibe. Ich bin ein Produkt des Broadway, egal wie anmaßend jemand das findet, was ich schreibe. Ich schreibe nicht für mich. Ich schreibe, weil ich die Menschen zum Lachen, Weinen und Denken bringen will. Ich will so viel Publikum wie möglich." (cw/AFP/dpa)