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Kinotipp

Haben Sie mit Jennifer Hudson um die Wette geträllert, Tituss Burgess?

Im Aretha-Franklin-Biopic "Respect" spielt der queere Star aus "Unbreakable Kimmy Schmidt" einen schwulen Wegbegleiter der Queen of Soul. Im Interview berichtet er vom Dreh.


Szene aus "Respect": Tituss Burgess als Reverend Dr. James Cleveland und Jennifer Hudson als Aretha Franklin (Bild: Quantrell D. Colbert / Metro-Goldwyn-Mayer Pictures Inc.)
  • Von Patrick Heidmann & Joanna Ozdobinska
    28. November 2021, 05:36h, noch kein Kommentar

Tituss Burgess, geboren am 21. Februar 1979, gab sein Debüt am New Yorker Broadway 2005 und ist seither von amerikanischen Bühnen nicht mehr wegzudenken. Bekannt wurde der offen schwule Schauspieler, der seinen Partner Pablo Salinas aus der Öffentlichkeit heraushält, als Krabbe Sebastian in der Musical-Version von "Arielle, die Meerjungfrau", bevor er Jahre später mit einer kleinen Nebenrolle in der Sitcom "30 Rock" auch das Fernsehpublikum begeisterte. Und nicht zuletzt durch Tina Fey, die ihm schließlich eine tragende Rolle in ihrer nächsten Comedyserie "Unbreakable Kimmy Schmidt" gab.

Als skurriler schwuler Mitbewohner Titus Andromedon wurde Burgess berühmt und fünfmal für den Emmy nominiert. Seither war er unter anderem Gast-Juror bei "RuPaul's Drag Race", spielte Rollen in "Dolemite Is My Name" mit Eddie Murphy oder der Serie "The Good Fight" und ist als Sprecher an der Animationsserie "Central Park" beteiligt.


Tituss Burgess als Tituts Andromedon in "Unbreakable Kimmy Schmidt" (Bild: Netflix)

Mit "Respect" (seit 25. November 2021 im Kino), dem Biopic über das Leben von Aretha Franklin, meldet sich Burgess nun auf der Kinoleinwand zurück. Unter der Regie von Liesl Tommy spielt er darin den Gospel-Musiker und Grammy-Gewinner James Cleveland, der lange Jahre ein musikalischer Wegbegleiter Franklins war. Dass Cleveland schwul war, soll in der Gospel-Szene ein offenes Geheimnis gewesen sein. Öffentlich zum Thema wurde es erst nach seinem Tod 1991, als ein Pflegesohn Missbrauchsvorwürfe laut werden ließ. In "Respect" spielt all das keine Rolle, auch weil Burgess ohnehin nicht einmal eine Handvoll Szenen hat. Womöglich war er auch deswegen in unserem Videointerview eher kurz angebunden.


Poster zum Film: "Respect" läuft seit dem 25. November 2021 im Kino

Tituss, überlegt man es sich zweimal, eine so kleine Rolle wie die des James Cleveland in "Respect" anzunehmen?

Sagen wir es mal so: Gedreht haben wir etliche weitere Szenen, aber die sind am Ende eben dem Schnitt zum Opfer gefallen. Das ist natürlich schade, aber so läuft es nun einmal. Aber der Film handelt ja auch von Aretha Franklin, nicht von James Cleveland. Deswegen hat das schon alles so seine Richtigkeit.

Ist es etwas Besonderes, eine reale Person zu spielen?

Selbstverständlich, das hatte für mich großen Einfluss auf mein Spiel und vor allem meine Vorbereitung. Man will dem echten Menschen ja so nah wie möglich kommen, gerade wenn er nicht mehr lebt.

Der reale James Cleveland war schwul, was wohl auch in seinem Umfeld bekannt war. Wie sehr haben Sie sich mit dieser Seite seines Lebens auseinandergesetzt?

Wissen Sie, ich habe seine Tochter kennengelernt. Und der James, von dem sie mir erzählt, ist der, den Sie jetzt auf der Leinwand sehen. Das reichte vollkommen, denn wie gesagt: Es ist ja kein Film über sein Leben, sondern über Aretha. Ich interessierte mich für seine Beziehung zu ihr, alles andere war zumindest für die Arbeit an "Respect" unwichtig.

Dann lassen Sie uns über Aretha Franklin sprechen. Welcher ist Ihr Lieblingssongs der Queen of Soul?

"Day Dreaming", keine Frage. Bedauerlicherweise bin ihr nie begegnet und habe sie auch nie live gesehen. Aber nicht zuletzt als Vorbereitung auf den Film habe ich mir wirklich alles an Archivmaterial reingezogen, was ich finden konnte.

Sie selbst sind bekanntlich auch nicht der schlechteste Sänger. Haben Sie beim Drehen mit Ihrer Kollegin Jennifer Hudson, die Aretha verkörpert, um die Wette geträllert?

Wo denken Sie hin! Ich könnte es nie mit Jennifer aufnehmen, deswegen habe ich das schön bleiben lassen. Wobei es insgesamt schon stimmt: Bei den Dreharbeiten wurde sehr viel gesungen – und das nicht nur, wenn die Kameras liefen. Da gab es zum Beispiel einen Chor, der tatsächlich auch in den Umbaupausen oft einfach weitergesungen hat. Überhaupt war Musik während der Arbeit an "Respect" omnipräsent, das war sehr besonders und schön.

Franklin ist mit Gospel und Kirchenmusik aufgewachsen. Sie eigentlich auch?

Oh ja, das kann man so sagen. Gospel und Religion spielten in meiner Kindheit und Jugend eine wichtige Rolle, denn ich habe viel Zeit in der Kirche verbracht. Heute kommen in meinem Leben verschiedenste Glaubensrichtungen und Lebensansichten zusammen, und es mag Leute geben, die das widersprüchlich finden. Nicht zuletzt, weil ich ein schwuler Mann bin. Aber so eine Prägung schüttelt man nicht einfach ab. Und viele christliche Werte, die mir damals vermittelt wurden, sind für mich auch heute noch von großer Wichtigkeit.

Direktlink | Offizieller Trailer zum Film
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Infos zum Film

Respect. Musical-Drama. USA 2021. Regie: Liesl Tommy. Darsteller*innen: Jennifer Hudson, Forest Whitaker, Marlon Wayans, Marc Maron, Tate Donovan, Tituss Burgess, Mary J. Blige, Audra McDonald, Saycon Sengbloh, Hailey Kilgore. Laufzeit: 146 Minuten. Sprache: deutsche Synchronfassung. FSK 12. Verleih: Universal Pictures. Kinostart: 25. November 2021