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USA

Vorgetäuschter homophober Angriff? Smollett vor Gericht

In Chicago hat am Montag der Strafprozess gegen US-Schauspieler Jussie Smollett begonnen. Der 39-Jährige soll im Januar 2019 eine Attacke auf ihn vorgetäuscht und die Behörden belogen haben.


Jussie Smollett gehörte zum Cast der US-Serie "Empire" – nach dem Vorfall im Januar 2019 wurde seine Rolle als offen homosexueller Sohn eines Hip-Hop-Moguls gestrichen (Bild: Promo)

Knapp drei Jahre nach einem mutmaßlich inszenierten Angriff hat am Montag in Chicago der Strafprozess gegen US-Schauspieler Jussie Smollett begonnen. Dem 39-Jährigen wird vorgeworfen, den angeblich schwulenfeindlich und rassistisch motivierten Angriff auf ihn gestellt und die Polizei belogen zu haben. Er weist die Vorwürfe zurück. Der Prozess könnte bereits am Freitag oder zum Beginn nächster Woche enden, kündigte Richter James Linn zu Beginn der Geschworenen-Auswahl an.

Der Fall voller Wendungen hatte in den USA und international für Aufsehen gesorgt. Der Schwarze Star aus der Fernsehserie "Empire", der sich 2015 als schwul geoutet hatte, berichtete im Januar 2019, er sei nachts in Chicago auf offener Straße von zwei Maskierten angegriffen sowie homophob und rassistisch beleidigt worden (queer.de berichtete). Die Angreifer hätten ihm einen Strick um den Hals gelegt und geschrien, Chicago sei "MAGA-Land" – in Anspielung auf den Wahlkampfslogan von US-Präsident Donald Trump, "Make America Great Again" ("Macht Amerika wieder großartig").

Smollett soll sich berufliche Vorteile erhofft haben

Die angebliche Attacke sorgte zunächst für Entsetzen, doch schon rasch wurden Zweifel an Smolletts Darstellung laut. Nach Überzeugung der Polizei soll der Schauspieler sich selbst einen Drohbrief geschickt und anschließend zwei Bekannte mit dem vorgetäuschten Angriff beauftragt haben; von seiner Opferrolle soll er sich berufliche Vorteile erhofft haben (queer.de berichtete).

Der Fall nahm eine weitere kuriose Wende, als die Staatsanwaltschaft im März 2019 die 16 Anklagepunkte gegen Smollett überraschend fallen ließ. Der Schauspieler musste lediglich Sozialstunden leisten und 10.000 Dollar zahlen (queer.de berichtete). Das wurde von der Polizei und der Stadt Chicago scharf kritisiert. Schließlich wurde ein Sonderstaatsanwalt damit beauftragt, sich erneut des Falls anzunehmen. Eine sogenannte Grand Jury erhob im Februar 2020 erneut Anklage gegen Smollett (queer.de berichtete).

Ob Smollett, der seine Rolle bei "Empire" im Zuge der Enthüllungen verlor, selbst aussagen wird, war zunächst unklar. Dagegen wird allgemein damit gerechnet, dass die beiden von ihm mutmaßlich angeheuerten Brüder als Zeugen auftreten werden. Ihre Anwältin Gloria Schmidt Rodriguez sagte bereits im Februar 2020, dass ihre Mandanten die Tat bereuen und das auch öffentlich kundtun wollten. (cw/AFP)



#1 TimonAnonym
  • 30.11.2021, 08:34h
  • Das war sicher ein Fehler. Aber Menschen machen auch mal Fehler. Und es hat ja niemand einen Schaden dadurch. Da sollte man es dann auch bei einer Verwarnung belassen.
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#2 FiBuAnonym
  • 30.11.2021, 09:07h
  • Antwort auf #1 von Timon
  • "Das war sicher ein Fehler. Aber Menschen machen auch mal Fehler. Und es hat ja niemand einen Schaden dadurch. Da sollte man es dann auch bei einer Verwarnung belassen."

    Ich wäre da weniger Nachsichtig. Jussie Smollett hat aus reiner Geldgier ein Hassverbrechen inszeniert. Ein fiktives Hassverbrechen was auf der einen Seite die damalige gesellschaftliche Lage in den USA (Trump) zusätzlich aufgepeitscht hat und auf der anderen Seite allen wirklichen Opfern eines Verbrechens ins Gesicht schlägt.
    Der Schaden den er angerichtet hat ist vielleicht nicht einfach zu bemessen aber er hat einen angerichtet.
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#3 BlenderAnonym
  • 30.11.2021, 09:15h
  • Antwort auf #1 von Timon
  • Das kann man so nicht sagen. Das Vortäuschen einer Straftat ist kein Kavaliersdelikt. Und dann auch noch einen homophoben Überfall drehbuchreif inszenieren um berühmter zu werden und sich Mitleid zu erhaschen ist besonders perfide. Solche Aktionen schaden vor allem der Glaubwürdigkeit von wahren Opfern von Übergriffen.
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#4 JSHHAnonym
  • 30.11.2021, 11:31h
  • Kommentare #2 und #3
    Meine Meinung ist auch so.

    Kommentar #1
    Wenn es zu einer milden Verwarnung gegen einen Homo-Hasser gekommen wäre, wärst Du dann auch so nachsichtig ? Ich glaube nicht.
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#5 wirklichAnonym
  • 30.11.2021, 14:54h
  • Antwort auf #4 von JSHH
  • wann und wo werden denn Homo-Hasser konsequent verfolgt? Bei schönem Wetter reden alle von Solidarität, aber die Umsetzung ist Mau.
    Auch wenn ich seine Tat nicht gut heisse, warum wird das konsequent verfolgt. Würde ein weisser Täter so konsequent verfolgt? Wenn in einem anderen Fall ein weisser Polizist Smolett erschossen hätte, dann hätte es keinen Sonderstaatsanwalt gegeben, das Verfahren wäre auf Bewährung rausgelaufen.
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#6 DreddAnonym
#7 TimonAnonym
  • 30.11.2021, 18:21h
  • Antwort auf #4 von JSHH
  • 1. Homohass ist ja gar nicht strafbar. Und abgesehen davon ist Hass gegen Menschen ja etwas anderes als eine Lüge.

    2. Erst wenn Homohass zu Gewalt führt, passiert etwas. Aber Du willst doch nicht ernsthaft eine Lüge mit Gewalt vergleichen.

    Um das nochmal in aller Deutlichkeit zu sagen, da manche das missverstanden haben:
    Ich finde sein Verhalten nicht gut und finde das sogar schädlich. Ich will das in keinster Weise verteidigen oder gar gutheißen. Aber wenn ich sehe, wie das Schüren von Hass behandelt wird, dann darf es für diese Lüge (denn nicht mehr ist es) nicht mehr als eine Verwarnung geben.
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#8 PetterAnonym
  • 30.11.2021, 18:43h
  • Antwort auf #7 von Timon
  • Sehe ich ähnlich:

    Politiker lügen ständig. Und auch diese Lügen schaden anderen. Die werden nicht mal vor Gericht gestellt, geschweige denn, dass das irgendwelche Konsequenzen für sie hat.

    Manche Politiker, manche Priester/Pfarrer/etc. und viele andere Leute gehen sogar noch weiter und hetzen offen gegen LGBTI. Wir werden als pervers bezeichnet, als Gefahr für die Kinder, dass wir in der "Hölle" schmoren werden, etc. Diese Hetze hat sowohl Auswirkungen auf die Psyche von LGBTI und wiegelt auch andere Menschen auf und stachelt diese zu Gewalt an. Wer von diesen Hetzern wird vor Gericht gestellt, geschweige den verurteilt, obwohl sie viel mehr Schaden anrichten, als Herr Smollett?

    Und dann soll dieser Typ, der auf jeden Fall einen Fehler gemacht hat, der aber aufgrund der beruflichen Folgen eh schon gestraft ist, jetzt plötzlich bestraft werden?

    Dann müssten all die oben genannten aber ständig vor Gerichten stehen und schon zig mal bestraft worden sein!!

    Ja, es war falsch. Ohne Wenn und Aber.
    Aber ich finde es ehrlich gesagt zum Kotzen, dass bei LGBTI ständig nach dem kleinsten Fehler gesucht wird und dann sofort (selbst aus der Community) nach Strafen gerufen wird, während bei viel schlimmeren Vergehen von Homohassern einfach gar nichts passiert.

    Da muss man schon die Relationen sehen.

    Wäre Herr Smollett weiß und hetero und hätte gesagt, dass todeswürdig wären, stünde er jetzt nicht vor Gericht, sondern würde vielleicht in Bremen von der Kanzel predigen.
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#9 Sven-LeonAnonym
  • 01.12.2021, 01:42h
  • Bin gerade etwas geschockt ob einiger Aussagen hier. In vielen Ländern der Welt ist die vorsätzliche Behauptung einer erfundenen Straftat ein ernstzunehmendes Vergehen. Was wäre wohl gewesen, wenn die Staatsanwaltschaft sich zwei arme Teufel rausgegriffen und diese vor Gericht gestellt hätte? Hätte Smollett dann eiskalt ein Fehlurteil geschehen lassen - und das noch dazu aus niedersten Beweggründen (Homophobie/Rassismus als karrierefördernde Maßnahme)? Der Mann hat schwere Schande über sich und die Community gebracht und gehört entsprechend bestraft. Seine Schauspielkarriere dürfte glücklicherweise ohnehin beendet sein.

    PS: Whataboutism ist entwickelten Rechtssystemen fremd. Was einige Homohasser tun oder nicht tun spielt für den Sachverhalt hier nicht die geringste Rolle.
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