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"Das ist eine alarmierende Situation"

Corona verhinderte HIV-Diagnosen – Gesundheitsbehörde alarmiert

Die Corona-Krise führe dazu, dass sich weniger Menschen in Europa auf HIV testen lassen. Gesundheitsexpert*innen mutmaßen, dass sich die Omikron-Variante bei einem HIV-Positiven entwickelt hat.


Kurz vor dem Welt-Aids-Tag schlagen die Behörden Alarm (Bild: Jeff Eaton / flickr)

Wegen der Corona-Pandemie sind nach einem neuen Bericht deutlich weniger Menschen auf HIV getestet worden. Dies alarmiert Gesundheitsexpert*innen, weil weniger Tests bedeuten, dass neue Infektionen nicht entdeckt wurden. Wenn Infizierte nicht behandelt werden, steige für sie die Lebensgefahr und ebenso das Risiko, dass sie andere Menschen anstecken.

"Das ist eine alarmierende Situation, wenn man bedenkt, dass es bei den neuen HIV-Infektionen in der WHO-Europaregion in den vergangenen zehn Jahren einen Aufwärtstrend gab", teilten das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die EU-Gesundheitsbehörde ECDC und am Dienstag vor dem Welt-Aids-Tag (1. Dezember) mit.

Twitter / ECDC_HIVAIDS

Das hat auch Folgen für andere Krankheiten, wie gerade die neue Coronavirus-Variante Omikron nahelegt. Expert*innen halten es für möglich, dass sich Omikron bei einem HIV-Infizierten entwickelt hat. Bei schlecht therapierten HIV-Patient*innen ist das Immunsystem sehr geschwächt, und in Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann sich ein Virus wie das Coronavirus über viele Wochen vermehren. Die unfaire Corona-Impfstoffverteilung führt dazu, dass Menschen im südlichen Afrika, wo die Mehrheit der HIV-Infizierten lebt, bislang mangels Impfstoff kaum gegen das Coronavirus geimpft werden konnten.

Zahl der HIV-Neudiagnosen um 24 Prozent gesunken

Die Zahl der gemeldeten HIV-Neuinfektionen sei in der Europa-Region 2020 um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken, teilten die Behörden mit. Die Region umfasst 53 Länder, darunter neben der EU auch die Türkei, Turkmenistan, Russland und Israel. Erhebungen legten nahe, dass die Zahl der Menschen, die von ihrer Infektion nichts wissen, steige. In der EU und Island, Liechtenstein und Norwegen (EWR – Europäischer Wirtschaftsraum) seien 2020 insgesamt 14.971 Infektionen gemeldet worden, in der gesamten WHO-Europaregion 104.765. Im EWR werde das Virus vor allem bei gleichgeschlechtlichem Sex unter Männern übertragen, im östlichen Teil der Region infizierten Menschen sich vor allem durch heterosexuellen Kontakt und Drogenspritzen.

Seit der Entdeckung des HI-Virus 1984 sind weltweit mehr als 35 Millionen Menschen wegen einer Infektion damit gestorben. Die Vereinten Nationen haben das Ziel, Aids bis 2030 zu beenden. Allerdings wurden alle für 2020 gesetzten Zwischenziele verpasst. Wenn Behandlungsprogramme auf dem Niveau von 2019 beibehalten werden, sterben bis 2030 zusätzlich 7,7 Millionen Menschen durch eine HIV-Infektion. Wenn mit deutlich mehr Geld bessere Gesundheitsdienste realisiert werden, könnten davon nach Schätzungen von UNAIDS 4,6 Millionen Menschen gerettet werden. (dpa/cw)



#1 Die_DeaAnonym
  • 30.11.2021, 21:11h
  • Wäre es nicht auch möglich, dass durch Kontaktbeschränkungen und Lockdown (geschlossene Clubs, Swingerclubs, Bordelle, Saunen, ) das risikohafte Sexualverhalten reduziert hat und sich daher weniger Menschen testen lassen?

    Zumindest bei mir ist seit Corona nur noch mit 2 Personen etwas gelaufen und das immer safe. Das sah vorher leider auch schon mal anders aus
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#2 TuckDavisProfil
  • 01.12.2021, 00:32hBad Kreuznach
  • Klingt als hätte in der Behörde jemand viel Langeweile und dann gleich mal Spekulationen im Doppelpack rausgehauen.

    Wobei die mit der Herkunft der Variante zumindest statistisch irgendwie noch zu Begründen wäre wenn auch sonst noch nichts an Fakten vorliegt in der Hinsicht. Ob es tatsächlich mehr unentdeckte HI-Patienten der Zukunft gibt, wird man dann wohl erst in der Zukunft sagen können. Denn dazu gibt es nicht Mal einen statistischen Hinweis in dem Artikel.

    Nen bissl Panikmache mit einem Hauch Stigmatisierung unter Vorschub von Mitleid, Fakten: 0. Gähn.
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#3 GirlygirlEhemaliges Profil
  • 01.12.2021, 11:03h
  • Antwort auf #2 von TuckDavis
  • Nun, der Artikel ist etwas verwirrend, da er sich nicht ausschließlich auf Europa bezieht. Aber: Die Omikron Variante kommt ja wohl aus Südafrika, ein Land in dem fast jeder fünfte HIV positiv ist; dass sich die Variante bei einem HIV positiven entwickelt hat ist also nicht extrem unwahrscheinlich. Generell hat Subsahara Afrika die höchste HIV positiv Rate, oft sind ganze Familien betroffen. Die sowieso schlechte Gesundheitsversorgung und Infrastruktur (von Südafrika vielleicht abgesehen) wird durch Corona verstärkt und das geht auf Kosten von HIV Bekämpfung.
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