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Studie

Eine Rezession macht Firmen homophober

Geht es wirtschaftlich bergab, trifft das nicht alle Jobsuchenden gleich: Laut einer Studie verschärft sich die bereits bestehende Diskriminierung von Schwulen in schlechten Zeiten noch.


Wenn es wirtschaftlich bergab geht, zeigen sich Arbeitgeber*innen noch homophober als in guten Zeiten (Bild: Business photo created by ijeab - www.freepik.com)

In Zeiten der Rezession steigt die Homophobie am Arbeitsplatz. Das legt eine Studie der Anglia Ruskin University (ARU) in Großbritannien nahe, die im Fachmagazin "Review of Economics of the Household" veröffentlicht wurde.

Demnach werden offenbar schwule Bewerber während eines wirtschaftlichen Abschwungs seltener zu Bewerbungsgesprächen eingeladen. Zudem zeigten potenzielle Arbeitgeber*innen eher eine grundsätzlich negative Haltung gegenüber Männern, die Männer lieben, wie aus Testbewerbungen und Befragungen in Griechenland hervorgehe.

"Dies ist die erste Studie, die untersucht, wie wirtschaftlicher Abschwung mit steigender Voreingenommenheit gegenüber schwule Männern zusammenhängt", erklärte Nick Drydakis, Direktor des ARU Centre for Pluralist Economics. Das Team hatte für Griechenland die Rezessionsperioden 2013/14 und 2018/19 mit der relativ stabilen Zeit 2006/07 verglichen. Die Forschenden verschickten zudem Testbewerbungen für geringqualifizierte Vollzeitstellen, bei denen von zwei sonst vergleichbaren Kandidaten einer den Eindruck eines Homosexuellen vermittelte. Zudem wurden Befragungen von Arbeitgeber*innen durchgeführt.

Mehr offen homophobe Haltungen bei Wirtschaftsabschwung

Selbst 2006/07 wurden die offenbar schwulen Kandidaten gut ein Viertel seltener zu Bewerbungsgesprächen eingeladen, doch während der Rezessionen verstärkte sich dies noch. Zudem bekamen sie schlechter bezahlte Stellen angeboten, wobei die Differenz zu offenbar Heterosexuellen 2006/07 nur 3,9 Prozent, 2018/19 aber satte 7,1 Prozent betrug. In den Befragungen zeigten Arbeitgeber*innen während des Abschwungs sogar fast ein Fünftel öfter homophobe Haltungen. Die Ansicht, dass Schwule ihre Orientierung am Arbeitsplatz verheimlichen sollten, war sogar um 26 Prozent häufiger.

Wirklich überraschend erschienen laut Drydakis die Ergebnisse nicht: "Vorurteile gegenüber Minderheiten können in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit steigen. Wir wissen, dass wirtschaftliche Abschwünge mit Geschlechterdiskriminierung, Ausländerfeindlichkeit, Hassverbrechen, Intoleranz und dem Vorenthalten von Grundrechten korrelieren." Dass sich die Abneigung im konservativen und von der christlich-orthodoxen Kirchen geprägten Griechenland auch auf sexuelle Minderheiten übertrage, sei erwartet worden. (pte/cw)



#1 GwawrAnonym
  • 01.12.2021, 11:33h
  • Ich finde den Gedanken beklemmend (aber einleuchtend), daß sowas wie Offenheit und Toleranz mit der wirtschaftlichen Lage zusammenhängt.

    Damit macht dann Wagenknechts Ansatz Sinn, sich auf Themen wie Wirtschaft und Gerrchtigkeit usw zu konzentrieren. Hmpf.
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#2 Hannes3445Anonym
  • 01.12.2021, 14:04h
  • Trifft aber genauso auch auf den Antisemitismus zu, der steigt in Krisen auch. Sei es aktuell die Coronakrise oder besonders exemplarisch die Wirtschaftskrise 1929 und die Machtergreifung der NSDAP dann 1933.
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