Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?40603

Wettbewerb

Mr. Gay Germany: Erstmals trans Person im Finale

Max Appenroth hat es unter die letzten Sieben beim jährlichen Wettbewerb für homo- und bisexuelle Männer geschafft.


Holt Max den Titel? (Bild: Instagram / maxfabmax)

Als erste trans Person könnte Max Appenroth Mr. Gay Germany werden: Gemeinsam mit sechs Männern ist Max am vergangenen Wochenende ins Finale des Wettbewerbs gewählt worden. Angetreten waren zwölf Bewerber, die sich in Köln mehreren Challenges stellen mussten.

Das war der MR GAY GERMANY Vorentscheid 2021?? 3 Tage waren die Kandidaten in Köln zu Besuch um sich den vielen...

Posted by Mr. Gay Germany on Sunday, November 28, 2021
Facebook / Mr. Gay Germany
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe


Max hatte sich mit den Worten "Ich bin Kölner trans Aktivist und Diversity Berater" vorgestellt – und ist überglücklich über den Erfolg: "Jetzt im Finale zu stehen, bedeutet mir so wahnsinnig viel!", so Max auf Instagram. "Das erste Mal, dass eine trans Person überhaupt im Vorentscheid und jetzt sogar auch Finale dabei ist. Ich bin stolz auf meine Leistung dieses Wochenende & freue mich auf das nächste Kapitel in diesem Abenteuer."

Im Vorfeld der Zwischenrunde vergangenes Wochenende erklärte Max im queer.de-Interview, dass es in der Schwulen-Community noch immer Ausgrenzung gegen trans Menschen gebe: "Ich habe es schon erlebt, dass ich auf bestimmte Partys nicht gehen durfte und Bars mich nicht reinlassen würden, wenn sie wüssten, wer oder wie ich bin", so Max – und appellierte an die Community: "Es wäre super, wenn cis schwule Männer sich mehr mit trans Themen auseinandersetzen und sich mit uns zum Beispiel im Kampf um unsere Selbstbestimmung solidarisieren würden."

Im Finale muss sich Max nun mit Robin, Marvin, Bilel, Flo, Marc Arthur und Nick messen. Bei dem jährlichen Wettbewerb zum Mr. Gay Germany ist nicht nur Haut, sondern auch Hirn gefragt. Gesucht wurde laut Ausschreibung ein "Role-Model und Vorbild" als "internationaler Botschafter" und "Repräsentant der schwulen Community Deutschlands". Der Sieger tritt beim internationalen Wettbewerb an. 2015 konnte mit Klaus Burkart ein Deutscher die Wahl gewinnen (queer.de berichtete).

Letztes Jahr schaffte es mit Chiyo Gomes bereits ein trans Mann ins Finale von Mr. Gay England. Er wurde dabei von der transphoben Homo-Organisation LGB Alliance angegriffen (queer.de berichtete). (cw)



#1 AlexAnonym
  • 01.12.2021, 17:26h
  • Glückwunsch! Ich hoffe, dass Max gewinnt. Er scheint was auf dem Kasten zu haben und könnte tatsächlich was bewegen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Ith_Anonym
#3 TuckDavisProfil
  • 01.12.2021, 19:13hBad Kreuznach
  • Ich würde mich Mal über Nachberichte freuen, was denn der Gewinner so macht. Bei diesen Wettbewerben heißt es ja immer , es ginge gar nicht nur ums Aussehen sondern auch andere Werte und hinterher würden die Männer (und Frauen bei ihren Schönheitswettbewerben) dann die Community repräsentieren usw.

    Irgendwie tu ich mir dabei dann nur schwer, darüber was zu lesen zu finden (Stichwort: "Was bewegen").
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Ith_Anonym
  • 02.12.2021, 12:59h
  • Antwort auf #3 von TuckDavis
  • Von wegen => geht nicht ums Aussehen

    lol, ich glaube, wir wissen wohl alle, dass diese Beteuerungen heiße Luft sind. Politischer Aktivismus mag für so einen Wettbewerb ein schöner Bonus oder Pluspunkt sein, und für die Teilnehmenden auch das, was ihnen wichtiger ist als so ein Titel. Aber eine hinreichende Teilnahmebedingung ist es deshalb noch lange nicht. Und dass ein trans Mann da eine Chance hätte, bei dem das Ergebnis der Mastek weniger perfekt aussehen würde, darüber brauchen wir uns, glaube, keine Illusionen machen.

    Ich finde es trotzdem ein wichtiges Signal. Und wenn die Message, die hängenbleibt, bloß darauf hinausläuft, dass trans Männer durchaus so heterolike aussehen können, wie man sich das in der Szene (auch von Cis-Typen) wünscht.
    No offense an der Stelle, soll jede*r den eigenen Körper so gestalten, wie er*sie möchte, und wenn heterolike das ist, wie man selbst aussehen _will_, ist das ja auch absolut okay. Der Druck dahin ist für trans Männer aber nunmal noch einen ganzen Ticken größer als für Cis-Typen, und das nicht bloß, weil "heterolike" so etwas wie der schwule Lookism-Idealstandard ist.
    Als trans Person, gerade mit Outing, suchen die Leute eben durchaus aktiv in deinem Gesicht, an deinen Beinen, überall an deinem Körper, nach "Tathinweisen", anhand derer sie dir unter die Nase reiben können, dass du doch offensichtlich nicht wie ein "richtiger" Mann aussiehst. Was dann auch die ideale Begründung dafür ist, dass es eine Zumutung sei, wenn du von ihnen verlangst, dich als solchen zu betrachten und zu behandeln.
    Wie kommt man da raus? - nunja, man verkörpert möglichst ein maskulines Klischee, allein der Bart muss fürs Passing meistens ziemlich zwangsläufig sein. Und von da ausgehend zieht sich dann der ganze Rattenschwanz, bis zu Therapie und Gutachten, ständig "maximal maskulin" sein, aussehen und sich verhalten zu müssen, einschließlich der Notwendigkeit, zu erklären, dass man mit den Barbie-Puppen nie etwas anfangen konnte, die man doch schließlich mal geschenkt bekommen hat (ich konnte sie tatsächlich nie leiden, aber das sagt über meine Geschlechtsidentität nunmal nichts aus). Am Ende wirst du als trans Mann eben _nicht_ dafür gefeiert, wenn du ein Kleid anziehst und dich schminkst. Bei dir ist das nämlich, im Gegensatz zur cis-Dragqueen oder dem Hetero-Vater, der die Tochter im Schottenrock zur KiTa bringt, nicht etwas, das irgendwas mit Freiheit oder Emanzipation zu tun hätte. Bei dir als trans Mann ist das immer ein Zeichen, dass du "so trans dann wohl doch nicht" bist.

    Das bloß dazu, was es in mir auslöst, wenn ich den Eindruck bekomme, dass mit OPs und co. schon alles sehr perfekt gelaufen sein muss, damit man zur Akzeptanz zumindest eine Chance bekommt. Umso bitterer, dass man sogar mit so einem Aussehen aus der Szene offenbar noch Transfeindlichkeit erlebt. Als sowas Androgynes wie ich willst du dich da nur noch hinter irgendeinem Stein verkriechen.

    [.. und dann fällt dir auf, dass "die" dann gewonnen hätten, und du tust es trotzdem nicht. Aber es bleibt immer ein "trotzdem".]
  • Antworten » | Direktlink »
#5 HeterolikeAnonym