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"Niemand kann der Folter zustimmen"

Kanada verbietet "Homo-Heilung"

Einstimmig hat das kanadische Parlament am Mittwoch ein Verbot sogenannter Konversionstherapien beschlossen.


Kanada gilt als eines der queerfreundlichsten Länder der Welt (Bild: trfotos / unsplash)

Das kanadische Parlament hat für ein Verbot sogenannter Konversionstherapien gestimmt, bei denen die sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität der vermeintlichen Patient*innen gezielt geändert werden soll. Der Tag der Abstimmung sei "ein wichtiger Tag, um zu lieben, wen man lieben will", sagte Justizminister David Lametti nach der einstimmigen Annahme der Gesetzesvorlage am Mittwoch. Es sei auch "ein wichtiger Tag, um sich selbst auszudrücken und sich so zu verstehen, wie man ist und wie man sein möchte".

Vorgezogene Neuwahlen verzögerten Beschluss

Die Liberalen von Premierminister Justin Trudeau hatten in den vergangenen zwei Jahren bereits andere Versionen des Gesetzes eingebracht, die jedoch vor der Auflösung des Parlaments wegen der vorgezogenen Neuwahlen nicht mehr zur Abstimmung gelangten. Bei der letzten Abstimmung im Juni hatten noch 63 konservative Abgeordnete dagegen gestimmt (queer.de berichtete).

Der nun angenommene Entwurf, der "Konversionstherapien" an Minderjährigen unter Strafe stellt, muss noch vom kanadischen Senat verabschiedet werden. Dort wird er aber wahrscheinlich nicht auf Widerstand stoßen.

"Niemand kann der Folter zustimmen"

Die umstrittenen "Behandlungen" finden bereits jetzt oft im Verborgenen statt und können neben psychologischen Behandlungen auch Elektroschocks, Schläge, Drogen oder sogar Exorzismus beinhalten. Tourismusminister Randy Boissonnault, der auch Sonderberater des Premierministers in politischen Fragen der sexuellen Orientierung ist, erklärte: "Diese Dinge passierten und passieren an dunklen Orten in unserem Land, und das muss aufhören." Er bekräftigte: "Niemand kann der Folter zustimmen." (cw/AFP)



#1 QwertzAnonym
#2 DoitscherMichelAnonym
  • 02.12.2021, 11:02h
  • Kanada, Frankreich, Großbritannien (in Vorbereitung) ... Zivilisierte Staaten gehen den richtigen Weg. Doitschland gehört (noch) nicht dazu, hier übt eine religiöse Minderheit noch immer Druck auf die Mehrheit aus. Das wird sich mit der Ampel hoffentlich ändern.
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#3 Lucas3898Anonym
  • 02.12.2021, 11:32h
  • Wobei dann nicht verständlich ist, warum man es nur bei Minderjährigen verbietet.
    Auch bei Erwachsenen ist es Folter und ein Verstoß gegen Menschenrechte.

    Auch in Deutschland muss das Verbot noch ausgeweitet werden.
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#4 DQ24Anonym
  • 02.12.2021, 12:15h
  • Kanada, ick liebe Dir!
    Und ich wünschte, in Deutschland gäbe es solche Abgeordneten, die so ein Gesetz durchgebracht hätten, und nicht Spahns verwässerten Scheiß!
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#5 MänniAnonym
  • 02.12.2021, 15:42h
  • Ich finde es absolut unzutreffend, dass diese (Zwangs)Massnahmen überhaupt "Therapien" genannt werden. Ist ja auch schon falsches Framing. Und warum schreibt Ihr im Titel eigentlich etwas einseitig Homo-Heilung, wo es doch auch genauso um die Geschlechtsidentität geht?
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#6 lindener1966Profil
  • 02.12.2021, 20:39hHannover
  • Top! Auch in Kanada werden die religiösen Fanatiker noch freidrehen, aber die Demokratie hat gesiegt.
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#7 snafuAnonym
  • 03.12.2021, 12:12h
  • Es geht auch bei Erwachsenen ganz subtil: FÄ für psychosomatische Medizin sagt nach einigen Terminen, dass ihr der Überweisungsgrund egal sei. Wichtig sei dagegen, herauszufinden, wie das gekommen sei, dass mensch aufs gleiche Geschlecht steht, damit ich zu einer anderen Einstellung komme. Und dann finde mal jmd., Neues, der/die zeitnah Termine hat bei dem Versorgungsmangel. Beschwerde an die Ärztekammer hatte keinen Erfolg, sie war selbst Mitglied, hat sogar ne Medaille bekommen für ihre Verdienste bei der Demokratiserung des Gesundheitswesens.
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