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Katholische Kirche

Erzbischof Gänswein gegen Anbiedern ans "Regenbogenfarben-Metier"

Der Privatsekretär von Ex-Papst Benedikt XVI. will eine härtere Gangart gegen queere Menschen in der katholischen Kirche – und sich nicht "in plumper Form" an sie "anbiedern".


Georg Gänswein will offenbar eine Kirche, in der nur Heterosexuelle willkommen sind (Bild: Raimond Spekking / wikipedia)

Georg Gänswein, katholischer Kurienerzbischof und Privatsekretär des emeritierten Papstes Benedikt XVI., hat in einem Interview mit dem "Vatican Magazin" die offene Haltung vieler Gemeinden in Deutschland gegenüber queeren Menschen kritisiert. Darauf angesprochen, dass im Sommer an vielen katholischen Kirchen Regenbogenfahnen hingen, erklärte der 65-Jährige: "Ich halte solche plakativen Aktionen für verfehlt und keineswegs hilfreich."

Mit der Ausgabe 12/2021 erscheint das VATICAN-magazin in einer überarbeiteten grafischen und inhaltlichen Aufmachung....

Posted by Vatican Magazin on Tuesday, November 30, 2021
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Zwar müssten Verantwortliche Fehler eingestehen, so Gänswein in der Dezember-Ausgabe des deutschsprachigen Magazins vage. "Aber dass wir uns in so plumper Form mit Fahnen oder Briefpapier dem Regenbogenfarben-Metier anbiedern, das überzeugt nicht. Meinen Sie, dass dadurch irgendeine Person zum Glauben zurückfindet oder bestärkt wird?" Der aus dem Südschwarzwald stammende Geistliche erklärte weiter, dass "der Glaube nicht ein inhaltsloses Etwas" sei und "unverfälscht" weitergegeben müsse.

Franziskus hatte Segnungsverbot im Frühjahr erneuert

Hintergrund der Aktion war, dass Papst Franziskus das Verbot der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare im März erneuert hatte (queer.de berichtete). Dies stieß auf viel Widerspruch unter deutschen Priestern, von denen sich einige dem Veto aus dem Vatikan offen widersetzten und Homosexuelle demonstrativ segneten. An vielen Kirchen wurden zudem Regenbogenfahnen aufgehängt – oft wurden diese von Homo-Hasser*innen allerdings zerrissen oder angezündet (queer.de berichtete).

Die Kirche hält zwar weiterhin am Segnungsverbot fest, allerdings setzt sich Georg Bätzing, der Chef der deutschen Bischofskonferenz, für eine Beendigung der Ausgrenzung gleichgeschlechtlicher Paare ein (queer.de berichtete). Andere hochrangige Katholiken in Deutschland, etwa der Passauer Bischof Stefan Oster oder der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki, wollen an dem Verbot festhalten. Insbesondere bei Woelki wurde das scharf kritisiert, da er zwar einen harten Kurs gegen gleichgeschlechtliche Paare fährt, aber gleichzeitig bei sexuellem Missbrauch innerhalb der Kirche beide Augen zudrückte (queer.de berichtete).

Gerüchte um Gänswein

Wegen des engen Kontakts zwischen Gänswein und Papst Benedikt XVI. hatte es in der Vergangenheit Spekulationen um das Verhältnis der beiden gegeben (queer.de berichtete). 2013 zeigte das Satire-Magazin "Titanic" ein Foto der beiden Geistlichen und titelte dazu: "Benedikt und sein Georg – Endlich Sex!" (queer.de berichtete). (dk)



#1 Ith_Anonym
  • 02.12.2021, 12:07h
  • Irgendwo muss man ihm zustimmen. Der Gott der Christen hasst Frauen, Lesben, Schwule und alles, was nicht cis-heteronormativ ist, so ehrlich kann man auch einfach mal sein.
    Ich hab das pragmatisch gelöst und mir einen Gott gesucht, mit dem ich nicht bloß auf persönlicher Ebene besser zurechtkomme, sondern der mit MSM so gar kein Problem hat :-)

    Von der "selber schwul"-Herangehensweise halte ich allerdings überhaupt nichts. Sicher, es sind Katholiken, man muss immer davon ausgehen, dass sie lügen, denn ihr Gott hat dagegen nichts, solange sie anschließend brav beten. Aber das "Leute hassen Homos nur, weil sie selber welche sind"-Klischee ist einfach das Gegenteil von hilfreich.
    Katholiken sind nicht bloß Leute, die ziemlich viel lügen. Die katholische Kirche ist in erster Linie auch ein Konzern mit internationalem Einfluss (siehe z.B. die komplette Straffreiheit bei Kindesmissbrauch, sobald ein Täter bei denen angestellt ist). Und das offene Unterdrücken von Minderheiten gehört zum Machterhalt und Geschäftsmodell schlicht und ergreifend dazu.
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#2 swimniAnonym
#3 AEMR1948Anonym
#4 Nonne BlondAnonym
  • 02.12.2021, 12:30h
  • Ich kann dem Mann nur zustimmen. Hier schwafelt die K-Firma von "Liebe und Anbindung"... und im Rest der Welt (insb. Osteuropa, Russland, Afrika usw.) präferieren sie die Verbrennung! Da muss der Vorstand mal wieder die Requisition schicken!
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#5 wieimmerAnonym
  • 02.12.2021, 12:53h
  • Das Schloss, das am lautesten quietscht will geschmiert werden.
    Will sagen: Den grössten Widerstand gibt es von Klemmschwestern.
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#6 LegatProfil
  • 02.12.2021, 12:59hFrankfurt am Main
  • Ich finde es gut, dass Gänswein hier Klartext spricht. Der Markenkern der katholischen Kirche ist Hass auf Andersdenkende und das Endziel ist die Einführung des katholisch-theokratischen Faschismus. Danke Herr Gänswein, dass sie dies nun endlich auch noch dem letzten Zweifler klar gemacht haben.
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#7 Ith_Anonym
#8 LotiAnonym
  • 02.12.2021, 13:26h
  • Antwort auf #6 von Legat
  • Danke Legat.
    In jungen Jahren war ich einfach zu sehr geblendet u.naiv von zu viel Kerzenlicht, besonders an Heiligabend u. den beides Festtagen in der Kirche. Buhlte noch mit 16 um Aufmerksamkeit an falscher Stelle. Bin immernoch dem Barmherzigen Bruder dankbar, der mir damals als Antwort auf meine Bitte von einer Weltflucht geschrieben hatte, als ich unbedingt in ihr Kloster eintreten wollte.
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#9 steffdaAnonym
  • 02.12.2021, 14:30h
  • "Aber dass wir uns in so plumper Form mit Fahnen oder Briefpapier dem Regenbogenfarben-Metier anbiedern, das überzeugt nicht."

    Das erwartet auch niemand.
    Einfach mal ganz elegant nicht mehr diskriminieren, das würde schon reichen.
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#10 Sven100Anonym
  • 02.12.2021, 14:39h
  • Gänswein hat in vielen Interviews immer wiederholt, wie eng das Verhältnis von ihm und Ratzinger war bzw ist ("abends zappen WIR durch die Fernsehprogramme"). Gänswein war Ratzinger "aufgefallen" und er machte ihn zu seiner rechten Hand. Danach wurde Gänswein international bekannt und galt als "schönster Mann des Vatikans". Der nächste Schritt war, dass Ratzinger ihn zum Erzbischof machte. Keiner hatte damit gerechnet, dass Ratzinger so alt werden würde. Papst Franziskus hat Gänswein abblitzen lassen und gesagt, er habe ja genug mit der Betreuung von Ratzinger zu tun. Jetzt sitzt Gänswein in der Falle: Er wird älter, der schöne Glanz bröckelt...

    Man kann vermutet, dass sich Gänswein auf die Zeit nach Papst Franziskus vorbereitet. Dann wird er wohl versuchen, das Rad wieder zurückzudrehen und dort weiterzumachen, wo Ratzinger aufgehört hat.
    Für katholische Schwule und Lesben sowie für andere Gruppierungen (z.B. Maria 2.0) werden härtere Zeiten anbrechen. Der jetzige Kommentar zu den Regenbogenfarben ist dagegen noch harmlos.
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