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England

Erneut homophobe Sprechchöre in der Premier League

Ausgerechnet während die weltbeste Fußballliga mit einer Regenbogenkampagne gegen Diskriminierung kämpft, fallen Fans wieder mal mit homophoben Sprechchören auf.


Conor Gallagher wurde als "Strichjunge" beschimpft (Bild: Crystal Palace)

Homophobe Fans haben erneut für Unmut in der englischen Premier League gesorgt. Beim Ligaspiel zwischen Leeds United und dem Hauptstadtverein Crystal Palace kam es am Dienstag zu homosexuellenfeindlichen Sprechchören gegen den 21-jährigen Londoner Mittelfeldspieler Conor Gallagher, der als "Rent boy" (Strichjunge) beschimpft wurde.

Der Fußballverein aus Leeds verurteilte seine Fans, die sich an den homophoben Aktionen beteiligt haben: "Uns ist bewusst, dass homophobe Sprechchöre gegen einen Crystal-Palace-Spieler gerichtet waren. Wir wollen ganz deutlich klarstellen, dass dies inakzeptabel ist", teilte die Vereinsleitung mit. Man werde mit Marching Out Together, dem queeren Leeds-Fanclub, sowie mit anderen Gruppen zusammenarbeiten, um die Homophobie im Stadion zu beenden.

Die Beschimpfung von gegnerischen Fußballern als "Rent boys" hat in England bereits eine jahrzehntelange Tradition. Sie richtet sich gegen Spieler des Londoner Vereins FC Chelsea – Hintergrund der aktuellen Sprechchöre ist, dass Crystal Palace Conor Gallagher diese Saison von Chelsea ausgeliehen hatte. Erst im August hatte der FC Liverpool seine eigenen Fans kritisiert, weil sie Chelsea-Spieler in einem Ligaspiel als "Rent boys" beschimpft hatten (queer.de berichtete).

Twitter / MarchingoutLUFC

Die Beschimpfung soll darauf zurückgehen, dass in den Achtzigerjahren ein Chelsea-Ultra beim Sex mit einem Strichjungen erwischt worden sein soll. Marching Out Together hatte diese Beschimpfung, die auch von Sportreporter*innen immer noch als harmlos dargestellt wird, bereits vor längerer Zeit als "grundsätzlich homophob" bezeichnet. Denn damit würden Fußballer als schwule Prostituierte verunglimpft: "Das basiert auf dem Urteil, dass Homosexualität etwas Falsches ist […] und dass Homosexuelle weniger wert sind als die 'heterosexuelle' Mehrheit."

Derzeit versucht die Premier League, gegen Homophobie mit einer Kampagne namens "Rainbow Laces" (Regenbogenschnürsenkel) vorzugehen. Sportler*innen sollen also mit regenbogenfarbenen Schnürsenkeln deutlich machen, dass sie LGBTI-Feindlichkeit verurteilen. In der Premier League treten derzeit viele Vereine auch mit anderen Regenbogen-Symbolen auf – etwa mit bunten Eckfahnen oder Regenbogen-Kapitänsbinden.

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Die Regenbogen-Kampagne stößt international auch auf Kritik, etwa im katarischen Fernsehsender BeIN Sports. Dort erklärte ein Experte: "Unsere Rolle besteht darin, diesem Phänomen, der Homosexualität, entgegenzutreten, denn das ist eine gefährliche Ideologie, die auch böse wird: Die Leute schämen sich nicht mehr dafür" (queer.de berichtete). Chef des Fernsehsenders ist Nasser Al-Khelaifi, der auch Vorstandschef des Spitzenclubs Paris Saint-Germain und der European Club Association (ECA), der Interessenvertretung europäischer Fußballvereine, ist. (dk)