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Großbritannien

Banksy will Oscar Wildes früheres Gefängnis zu Kunstort machen

Mit den Einnahmen aus dem millionenschweren Verkauf der Schablone seines Werks "Create Escape" will die Street-Art-Ikone die ehemalige Haftanstalt im südenglichen Reading in ein Kunstzentrum umwandeln.


Oscar Wilde flieht aus dem Knast: Banksy-Werk "Create Escape" an der Mauer des ehemaligen Gefängnisses im südenglischen Reading (Bild: Steve Daniels / wikipedia)

  • 6. Dezember 2021, 07:53h, noch kein Kommentar

Mit Einnahmen aus dem millionenschweren Verkauf einer Schablone will Banksy ein leerstehendes britisches Gefängnis, in dem einst Oscar Wilde einsaß, in ein Kunstzentrum umwandeln. Wie die Zeitung "Sunday Times" (Bezahlartikel) berichtete, bietet der sagenumwobene Street-Art-Künstler an, das Angebot des Stadtrats von Reading um zehn Millionen Pfund (11,7 Mio Euro) auf 12,6 Millionen Pfund zu erhöhen.

Es handelt sich um die Schablone, mit deren Hilfe Banksy im März ein großflächiges Kunstwerk auf die Außenwand der früheren Haftanstalt in Reading gemalt hatte (queer.de berichtete). "Create Escape" zeigt einen Häftling, der sich mit Hilfe zusammengeknoteter Laken und einer Schreibmaschine abseilt. Das Werk gilt als Reverenz an Wilde, der von 1895 bis 1897 wegen homosexueller "Unzucht" hier eingesperrt war. Von der Zwangsarbeit, die er hinter Gittern leisten musste, erholte er sich nie (queer.de berichtete). Bisher ist erst einmal eine Zeichenvorlage von Banksy versteigert worden.

Banksy entdeckte Knastmauer durch Zufall

"Ich hatte kaum ein Interesse an Reading, bis ich an Bord eines Schienenersatzverkehrbusses an dem Gefängnis vorbeifuhr", zitierte die Zeitung den Künstler. "Es ist selten, eine ununterbrochene, 500 Meter lange bemalbare Oberfläche mitten in einer Stadt zu finden. Ich bin geradezu über meinen Sitznachbarn geklettert, um einen besseren Blick zu erhaschen."

Der Stadtrat von Reading, etwa 55 Kilometer westlich von London, unterstützt Banksys Angebot. Eine Offerte des Gremiums war zuletzt abgelehnt worden und das seit 2013 ungenutzte Gebäude einem Immobilienunternehmen zugeschlagen worden, doch auch dieser Deal kam nicht zustande. Das Justizministerium reagierte hingegen skeptisch auf Banksys Vorhaben. Die Angebotsfrist sei abgelaufen, hieß es. (cw/dpa)