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Italien

Olympische Medaillengewinnerin Irma Testa outet sich

Irma Testa spricht erstmals über ihre sexuelle Orientierung – den Mut dazu habe sie nach ihrer erfolgreichen Olympia-Teilnahme gefunden.


Irma Testa gewann bei Tokyo 2020 im Federgewicht der Frauen die Bronzemedaille (Bild: Instagram / Irma Testa)

  • 6. Dezember 2021, 14:31h, noch kein Kommentar

Die italienische Boxerin Irma Testa hat sich in einem Interview mit dem Magazin "Vanity Fair" als Mitglied der LGBTI-Community geoutet. Sie könne sich in Frauen und Männer verlieben, sagte die 23-Jährige, vermied in dem Interview aber das Wort "bisexuell". Sie möge Etiketten nicht.

Wörtlich erklärte Testa: "Ich sage nicht, dass ich eine Lesbe bin, weil es einen Mann in meiner Zukunft geben könnte. Seit ich ein kleines Kind war, fühlte ich mich zu Frauen hingezogen, aber ich habe auch manchmal etwas für Männer gefühlt."

Testa gewann 2019 die Box-Europameisterschaften im Federgewicht und holte bei den Olympischen Spielen in Tokio dieses Jahr die Bronzemedaille. Dieser Erfolg habe ihr den Mut gegeben, sich zu outen. "Über sexuelle Orientierung zu sprechen, ist in der Sportwelt besonders wichtig, weil von Siegern erwartet wird, dass sie perfekt sind. Und für viele ist Homosexualität noch immer ein Makel", so Testa. Viele ihrer Freund*innen hätten aber schon seit langem von ihrer sexuellen Orientierung gewusst.

In dem Interview beklagte die Sportlerin auch, dass es noch immer viel Diskriminierung gegen queere Menschen gebe. Jeder Mensch müsse aber geschützt werden. "Wer schützt einen, wenn nicht der Staat, seine Institutionen und Gesetze?", so Testa offenbar mit Blick auf ihr eigenes Land, das etwa immer noch am Ehe-Verbot für gleichgeschlechtliche Paare festhält. "Ich kann nicht viel tun, aber indem ich die Wahrheit sage, sage ich auch, dass nichts falsch [an meiner sexuellen Orientierung] ist."

Der Boxsport ist immer noch ein Hort der Homophobie: Erst letztes Jahr wurde etwa der Mittelgewichtsboxer James Hawley nach einer homo- und transphoben Tirade gefeuert (queer.de berichtete). Keine Konsequenzen gab es dagegen für den extrem homophoben britischen Profiboxer Tyson Fury, der seit Jahren mit derben Sprüchen gegen sexuelle Minderheiten Stimmung macht (queer.de berichtete). Fury ist bis heute aktiv.

Bei den Olympischen Spielen im Sommer in Tokio waren 183 offen queere Athlet*innen dabei (queer.de berichtete). (cw)