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Erinnerungen

Zum 30. Rosenstolz-Jubiläum: ARD feiert mit Mini-Serie, Konzert und Doku-Film

Erinnerung an eine in der queeren Community unvergessene Band: AnNa R. und Peter Plates Duo begleiteten jahrelang Menschen bei ihrem Coming-out.


Rosenstolz wurden vom queeren Geheimtipp in den Neunzigerjahren zu Chartstürmer*innen in den Nullerjahren (Bild: MDR / Olaf Blecker)
  • 6. Dezember 2021, 15:58h, noch kein Kommentar

Die von der UFA im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks produzierte vierteilige Mini-Serie "Rosenstolz – Liebe ist alles" ist ebenso wie das Konzert "Das große Leben" ab 8. Dezember 2021 in der ARD-Mediathek abrufbar. Zudem ist der 90-minütige Dokumentationsfilm "Legenden – Rosenstolz" ab 25. Dezember in der ARD Mediathek verfügbar. Für Fans des linearen Fernsehens läuft die Produktion am 26. Dezember ab 21.50 Uhr im MDR-Fernsehen.

Rosenstolz sind einer der erfolgreichsten deutschen Popacts der letzten Jahrzehnte: Vier Millionen verkaufte Tonträger, fünf Nummer-1-Alben, Stadion-Tourneen und jahrelange Dauerpräsenz in Rundfunk und Musikfernsehen. Vor knapp zehn Jahren wurde es schlagartig ruhig um die Vorreiter des deutschen Pop der Gegenwart – der offen schwule Sänger Peter Plate und seine Partnerin AnNa R. gaben die Trennung bekannt (queer.de berichtete). In diesem Jahr werden Rosenstolz 30 Jahre alt.

In der vierteiligen Doku-Serie "Rosenstolz – Liebe ist alles" sprechen AnNa R., Peter Plate und Plates Lebens- und Arbeitspartner Ulf Leo Sommer erstmals wieder über Aufstiegsträume und Absturzängste, Liebe, Freundschaft und Burnout. Private, noch nie gezeigte Aufnahmen eröffnen einen anderen Blick auf das Leben als Popstar.

"Rosenstolz haben Menschen ermutigt, sie selbst zu sein"

Die Serie soll von weit mehr als einer Band und ihrem Weg zum Ruhm handeln, verspricht der MDR. "Rosenstolz haben die Herzen bewegt und Menschen ermutigt, sie selbst zu sein. Ihr Publikum vereinte Ost und West, Schwul und Hetero, schrill und still. Die Serie erzählt von zwei Menschen, die ihre Ängste nicht versteckten, sondern auf die Bühne brachten." Zu Wort kommen unter anderem enge Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter wie Musikproduzent Tom Müller, Inga Humpe, Sarah Connor und Tim Renner.

Der Dokufilm "Legenden – Rosenstolz" soll den Aufstieg und Fall der Band tiefer beleuchten. In dem Film von Tim Evers kommt unter anderem auch Hella von Sinnen zu Wort.

Außerdem kommt das Kultkonzert "Das große Leben" in die ARD-Mediathek, das am 6. Mai 2006 in der Leipziger Arena aufgezeichnet worden war. Es wird auf der Streamingseite zwölf Monate lang abrufbar sein.

"Rosenstolz waren Role Model, Wegweiser, Mutmacher und gelebte Diversität, lange bevor das ein Trendwort war", erklärte Peter Dreckmann, Unterhaltungschef des MDR: "Wenn eine solche Band zehn Jahre nach ihrer Trennung ein Doku-Projekt mit einem Sender machen möchte, dann ist das ein Geschenk. Ich bin sehr dankbar dafür, dass AnNa, Peter und Ulf diese Serie mit dem MDR gemacht haben. Jetzt geben wir dieses Geschenk weiter an all diejenigen, die mit Rosenstolz aufgewachsen oder alt geworden sind. Ich bin mir sicher, dass viele Menschen dieses Geschenk lieben werden."

In einer gemeinsamen Erklärung meinten AnNa R. und Peter Plate, sie hätten Doku-Anfragen lange abgelehnt, weil sie den Eindruck hätten, dass über sie schon alles erzählt sei. "Doch dieses Mal war es anders: Als Marc Lepetit und Tim Evers uns ihre Idee vorstellten, ein Konzept zu verfolgen, welches die Geschichte von Rosenstolz anhand der 90er- und 00er-Jahre im Zusammenhang mit den gesellschaftlichen Veränderungen, die in diesem Land vor sich gingen, erzählt, waren wir sofort überzeugt. Wir verliebten uns so sehr in dieses Projekt, dass wir auf einmal auch Lust hatten, ein aktiver Teil dieser Dokumentation zu sein." Das Interview sei das erste gemeinsame seit zwölf Jahren. "Es fühlte sich an, wie nach Hause kommen." (cw)