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Horror

Kevin Williamson: "Scream"-Filme symbolisieren "schwules Überleben"

Der erfolgreiche Horror-Autor erzählt, welche versteckten Botschaften Neunzigerjahre-Horrorfilme für queere Personen bereithielten.


Die "Scream"-Reihe brachte inzwischen unzählige Mörder*innen und noch mehr Opfer hervor… (Bild: Dimension Films)

Das 56-jährige Hollywood-Urgestein Kevin Williamson, der als Drehbuchautor unter anderem in den Neunzigerjahren die ersten beiden Teile der "Scream"-Filmserie verfasst hatte, erklärte im Interview mit der britischen Tageszeitung "Independent", dass die Horrorfilmreihe codiert auch homosexuelle Männer angesprochen habe.


Kevin Williamson 2014 beim Comic Con in San Diego (Bild: Gage Skidmore / flickr)

So sei die Hauptfigur Sidney (Neve Campbell) nicht nur die klischeehafte Darstellung eines überlebenden "final girl" gewesen, die kluge, jungfräuliche Teenagerin gezeigt wurde. Vielmehr sei dieser Archetyp auch auf seine eigene sexuelle Orientierung zurückzuführen, so Williamson: "Als ein schwules Kind habe ich mich mit dem 'final girl' und ihrem Kampf identifiziert, weil man als schwules Kind ähnlich handeln musste, um zu überleben. Man sieht diesem Mädchen dabei zu, wie es die Nacht überlebt und welches Trauma ihm widerfährt. Ich denke, die 'Scream'-Filme sind ein Code für schwules Überleben."

Direktlink | Original-Trailer für den ersten "Scream"-Film
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Williamson ist seit den Neunzigern als Drehbuchautor und Produzent sowohl im Fernsehen als auch im Kino erfolgreich. Neben "Scream" schrieb er auch das Drehbuch zu den Kult-Horrorfilmen "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" mit den Jungstars Jennifer Love Hewitt, Sarah Michelle Gellar, Ryan Phillippe und Freddie Prinze Jr. sowie "Faculty – Trau keinem Lehrer" mit Josh Hartnett und Elijah Wood. Außerdem ist er Erfinder der Jugendserie "Dawson's Creek" (1998 bis 2003) und gehörte als Produzent und Drehbuchautor zu den Verantwortlichen der übernatürlichen Teenie-Serie "Vampire Diaries" (2009 bis 2017).

"Das ist wohl ein schwules Universum"

In dem Interview fuhr Williamson fort, es sei Zufall gewesen, dass so viele Schauspielerinnen, die als Idole schwuler Männer galten, in der "Scream"-Serie vorkamen – beispielsweise handelte es sich dabei um Laurie Metcalf, Parker Posey, Sarah Michelle Gellar und Carrie Fisher. Das sei keine queere Verschwörung gewesen: "Es ist einfach passiert", so Williamson. "Das ist wohl ein schwules Universum, nehme ich mal an."

Direktlink | Nächsten Monat kommt eine "Scream"-Neuauflage für die Smartphone-Generation in die Kinos
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"Chucky"-Reihe wurde zuletzt offen queer

In den Horrorfilmen des letzten Jahrtausends waren fast nie offen queere Figuren dabei, allerdings werden diese Geschichten inzwischen neu weitererzählt. Ein Beispiel ist die "Chucky"-Serie, die auf dem Film "Child's Play" aus dem Jahr 1988 beruht und sieben Filmfortsetzungen hervorbrachte. "Chucky"-Erfinder Don Mancini ist wie Williamson ein schwuler Mann, der aber queere Inhalte im konservativen Horror-Zeitalter verstecken musste.

Ganz anders in der "Chucky"-Fernsehserie, die im Oktober dieses Jahres in den USA gestartet ist: Die Hauptfiguren sind dort die beiden Teenager Jake Wheeler (Zackary Arthur) und Devon Evans (Björgvin Arnarson), die sich auch küssen (queer.de berichtete). Schwule Liebe und Homophobie werden in der Serie nun offen behandelt. Die achte und letzte Folge der ersten Staffel wurde erst letzte Woche in den USA ausgestrahlt. In Deutschland läuft die Serie am 19. Januar 2022 auf Syfy an.

Die beiden Sender Syfy und USA Network haben erst kürzlich eine zweite Staffel der von Kritiker*innen hochgelobten Serie bestellt. (dk)



#1 DreddAnonym
  • 07.12.2021, 14:24h
  • War seit Pandemiebeginn nicht mehr im Kino, hier werd ich bei der Mitternachtspremiere am Start sein! Teil 1+2 sind alltime favorites!

    Aber Scream ohne Wes Craven... hfftl. verkacken sie es nicht!
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#2 TuckDavisProfil
  • 07.12.2021, 14:26hBad Kreuznach
  • Ich verstehe nicht so genau, auf was Williamson hier hinaus will. Außer Vampire Diaries hab ich sie alle gesehen und fand sie auch alle recht gut (Das ist eh Geschmackssache, ist klar).

    Speziell mit Scream muss ich halt sagen, wenn sich jemand mit der Hauptfigur in einem Horrorfilm identifizieren kann, dann hat jemand sicher andere Probleme als die mangelnde/erfolgreiche Sichtbarkeit im Fernsehen.

    Codierte Hinweise, sind Methoden über die sich Menschen freuen die noch stark unterdrückt werden und daher jeden Hinweis gerne mitnehmen ob tatsächlich vorhanden oder eingebildet.
    Sicher waren wir in den 90ern noch nicht so weit wie heute, aber doch über dieses Stadium hinaus, wenn sich nur jemand getraut hätte mutiger zu sein.
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#3 DreddAnonym
  • 07.12.2021, 14:37h
  • Antwort auf #2 von TuckDavis
  • Die Hauptfigur ist eine - durch den Mord an Ihrer Mutter und der dadurch folgenden, medialen Ausschlachtung - traumatisierte 16jährige die sich wieder die Kontrolle über Ihr Leben erkämpft.... da gibt es doch weitaus schlechtere Identifikationsfiguten !
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#4 Samuel MüllerAnonym
  • 07.12.2021, 16:27h
  • Pardon my French aber so eine bull#%}} Aussage, das stimmt doch hinten und vorne nicht. Ich als Schwuler Mann, 1986-Jahrgang, habe alle Filme geschaut damals weil einfach lustig und habe nie solch einen Sub-Kontext wahrgenommen. Geht das nur mir so?
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#5 NickyNickAnonym
  • 08.12.2021, 01:03h
  • Antwort auf #4 von Samuel Müller
  • Nö, da hast du recht. Das ist genau die gleiche Sache, wie als damals J.K. Rowling nachträglich behauptet hat Dumbledore wäre schwul. Williamson und Rowling sind einfach nur auf dem Zug draufgesprungen um Kohle zu machen. Das ist ein ganz billiger Marketing-Trick und ich verstehe nicht, wie Leute darauf reinfallen. Für diese Leute ist doch sowas nur ein Gimmick und das ist doch einfach nur schäbig.
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#6 DreddAnonym
  • 08.12.2021, 11:38h
  • Antwort auf #5 von NickyNick
  • Hmmm.... Williamson hat aber den ersten (?) schwulen Kuss mit dazugehöriger, staffelübergreifenden Stpryarc in einer amerikanischen Primetime Serie zu verantworten, da ist also schon Bezug da!

    Aber Scream.... sicher kann man gewisse Szenen so deuten das eine Analogie zur Homosexualität, bzw zur Eigenakzeptamz entsteht, aber das ist dann eben schon ziemlich lose!
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#7 NickyNickAnonym
  • 08.12.2021, 16:01h
  • Antwort auf #6 von Dredd
  • Ich bezog mich da jetzt auch nur auf Scream und Harry Potter - darüber hinaus will ich mich nicht so sehr aus dem Fenster lehnen.
    Aber Scream war klar auf ein cis-Teenager-Publikum ausgerichtet.
    Wenn überhaupt und ich will nicht unbedingt derjenige sein welcher, könnte man das Filmende eher homophob interpretieren
    Vorsicht Spoiler!!! Die Täter waren zwei Jungs, wovon der eine nur mit Sidney geschlafen hat um sie in Sicherheit zu wiegen und um sie dann mit seinem "Partner" zu betrügen - die Witze über die Beziehung zwischen den beiden Tätern gab es damals schon. Da muss man sich ehrlich nicht darüber unterhalten.
    Und Rowling hat halt gesehen, wie beliebt ihr Buch in der Community war und hat dann einfach eine Aussage aufgestellt, die man weder beweisen noch belegen kann, weil bis zu jenem Zeitpunkt es im Buch keinen Anhaltspunkt bezüglich der Sexualität von Dumbledore gab.
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#8 DreddAnonym
  • 08.12.2021, 16:45h
  • Antwort auf #7 von NickyNick
  • Sry, aber das ist doch jetzt dämlich.... Ich fall doch nicht aus einer Zielgruppe weil ein Film keine homosexuelle Figur beinhaltet bzw das Thema homosexualität nicht behandelt ! Ich würde eher mal sagen ich war und bin so in etwa die Definition der Zielgruppe gewesen.... (SlasherFan und damit absolut das Publikum das sich davon begeistern lassen konnte wie konventionelle Slasherstandards angedeutet wurden um sie dann zu umgehen)

    Und nope, die von dir angedeutete Homophobie kann ich genauso wenig erkennen wie die von Williamson behauptete queer-analogie !
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#9 DreddAnonym
#10 NickyNickAnonym