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Horror

Kevin Williamson: "Scream"-Filme symbolisieren "schwules Überleben"

Der erfolgreiche Horror-Autor erzählt, welche versteckten Botschaften Neunzigerjahre-Horrorfilme für queere Personen bereithielten.


Die "Scream"-Reihe brachte inzwischen unzählige Mörder*innen und noch mehr Opfer hervor… (Bild: Dimension Films)
  • 7. Dezember 2021, 12:34h 12 3 Min.

Das 56-jährige Hollywood-Urgestein Kevin Williamson, der als Drehbuchautor unter anderem in den Neunzigerjahren die ersten beiden Teile der "Scream"-Filmserie verfasst hatte, erklärte im Interview mit der britischen Tageszeitung "Independent", dass die Horrorfilmreihe codiert auch homosexuelle Männer angesprochen habe.


Kevin Williamson 2014 beim Comic Con in San Diego (Bild: Gage Skidmore / flickr)

So sei die Hauptfigur Sidney (Neve Campbell) nicht nur die klischeehafte Darstellung eines überlebenden "final girl" gewesen, die kluge, jungfräuliche Teenagerin gezeigt wurde. Vielmehr sei dieser Archetyp auch auf seine eigene sexuelle Orientierung zurückzuführen, so Williamson: "Als ein schwules Kind habe ich mich mit dem 'final girl' und ihrem Kampf identifiziert, weil man als schwules Kind ähnlich handeln musste, um zu überleben. Man sieht diesem Mädchen dabei zu, wie es die Nacht überlebt und welches Trauma ihm widerfährt. Ich denke, die 'Scream'-Filme sind ein Code für schwules Überleben."

Direktlink | Original-Trailer für den ersten "Scream"-Film
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Williamson ist seit den Neunzigern als Drehbuchautor und Produzent sowohl im Fernsehen als auch im Kino erfolgreich. Neben "Scream" schrieb er auch das Drehbuch zu den Kult-Horrorfilmen "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" mit den Jungstars Jennifer Love Hewitt, Sarah Michelle Gellar, Ryan Phillippe und Freddie Prinze Jr. sowie "Faculty – Trau keinem Lehrer" mit Josh Hartnett und Elijah Wood. Außerdem ist er Erfinder der Jugendserie "Dawson's Creek" (1998 bis 2003) und gehörte als Produzent und Drehbuchautor zu den Verantwortlichen der übernatürlichen Teenie-Serie "Vampire Diaries" (2009 bis 2017).

"Das ist wohl ein schwules Universum"

In dem Interview fuhr Williamson fort, es sei Zufall gewesen, dass so viele Schauspielerinnen, die als Idole schwuler Männer galten, in der "Scream"-Serie vorkamen – beispielsweise handelte es sich dabei um Laurie Metcalf, Parker Posey, Sarah Michelle Gellar und Carrie Fisher. Das sei keine queere Verschwörung gewesen: "Es ist einfach passiert", so Williamson. "Das ist wohl ein schwules Universum, nehme ich mal an."

Direktlink | Nächsten Monat kommt eine "Scream"-Neuauflage für die Smartphone-Generation in die Kinos
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"Chucky"-Reihe wurde zuletzt offen queer

In den Horrorfilmen des letzten Jahrtausends waren fast nie offen queere Figuren dabei, allerdings werden diese Geschichten inzwischen neu weitererzählt. Ein Beispiel ist die "Chucky"-Serie, die auf dem Film "Child's Play" aus dem Jahr 1988 beruht und sieben Filmfortsetzungen hervorbrachte. "Chucky"-Erfinder Don Mancini ist wie Williamson ein schwuler Mann, der aber queere Inhalte im konservativen Horror-Zeitalter verstecken musste.

Ganz anders in der "Chucky"-Fernsehserie, die im Oktober dieses Jahres in den USA gestartet ist: Die Hauptfiguren sind dort die beiden Teenager Jake Wheeler (Zackary Arthur) und Devon Evans (Björgvin Arnarson), die sich auch küssen (queer.de berichtete). Schwule Liebe und Homophobie werden in der Serie nun offen behandelt. Die achte und letzte Folge der ersten Staffel wurde erst letzte Woche in den USA ausgestrahlt. In Deutschland läuft die Serie am 19. Januar 2022 auf Syfy an.

/ ChuckyIsReal
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Die beiden Sender Syfy und USA Network haben erst kürzlich eine zweite Staffel der von Kritiker*innen hochgelobten Serie bestellt. (dk)

-w-

#1 DreddAnonym
  • 07.12.2021, 14:24h
  • War seit Pandemiebeginn nicht mehr im Kino, hier werd ich bei der Mitternachtspremiere am Start sein! Teil 1+2 sind alltime favorites!

    Aber Scream ohne Wes Craven... hfftl. verkacken sie es nicht!
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#2 TuckDavis
  • 07.12.2021, 14:26hBad Kreuznach
  • Ich verstehe nicht so genau, auf was Williamson hier hinaus will. Außer Vampire Diaries hab ich sie alle gesehen und fand sie auch alle recht gut (Das ist eh Geschmackssache, ist klar).

    Speziell mit Scream muss ich halt sagen, wenn sich jemand mit der Hauptfigur in einem Horrorfilm identifizieren kann, dann hat jemand sicher andere Probleme als die mangelnde/erfolgreiche Sichtbarkeit im Fernsehen.

    Codierte Hinweise, sind Methoden über die sich Menschen freuen die noch stark unterdrückt werden und daher jeden Hinweis gerne mitnehmen ob tatsächlich vorhanden oder eingebildet.
    Sicher waren wir in den 90ern noch nicht so weit wie heute, aber doch über dieses Stadium hinaus, wenn sich nur jemand getraut hätte mutiger zu sein.
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#3 DreddAnonym
  • 07.12.2021, 14:37h
  • Antwort auf #2 von TuckDavis
  • Die Hauptfigur ist eine - durch den Mord an Ihrer Mutter und der dadurch folgenden, medialen Ausschlachtung - traumatisierte 16jährige die sich wieder die Kontrolle über Ihr Leben erkämpft.... da gibt es doch weitaus schlechtere Identifikationsfiguten !
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