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Ampel-Koalition

"Nürnberger Zeitung" beklagt "viel Gewese um 'queeres Leben' und 'Regenbogenfamilien'"

In einem Kommentar wird beklagt, dass die Ampelregierung LGBTI-Diskriminierungen beseitigen will, während "Normalos" nur zahlen dürften.


Wird es jetzt normal, sexuelle und geschlechtliche Minderheiten gegen "Normalos" auszuspielen? (Bild: teddyosterblom / unsplash)

So kann man Menschen gegeneinander ausspielen: In einem am Dienstagabend veröffentlichten Kommentar zum Regierungswechsel äußert sich die "Nürnberger Zeitung" geradezu hämisch über queere Menschen und macht sich über trans Personen lustig. Wörtlich heißt es in dem Text:

Gerade die Grünen haben für die eigene Klientel richtig viel herausgehandelt: legales Kiffen, allerlei "Diversity"-Pflichten, viel Gewese um "queeres Leben" und "Regenbogenfamilien". Wer ein anderes Geschlecht haben oder den ungeborenen Nachwuchs nicht haben will, kann sich freuen: Die Kosten der dafür nötigen Eingriffe trägt künftig die Allgemeinheit über die Beiträge zur Krankenversicherung. Außerdem im Angebot: deutlich mehr Migration samt massivem Familiennachzug, einige soziale Wohltaten und natürlich Klima, Klima, Klima.

Bei der Lektüre des Ampel-Programms wird klar: für "Normalbürger" ist nicht viel drin. Wer einer regulären Beschäftigung nachgeht, keiner Randgruppe angehört und vielleicht gar in einer unbunten Vater-Mutter-Kind(er)-Familie lebt, hat wenig zu erwarten. Es stellt sich die Frage: Hat die künftige Regierung die "Normalos" überhaupt auf dem Radar? Ja: Die Kosten für den linken Gesellschaftsumbau und die ungeordnete "Alles-fürs-Klima"-Politik dürfen sie freilich schon tragen.

Das Fazit lautet also: Den queeren Menschen wird alles hinten rein geschoben, während "unbunten Normalbürgern" in die Tasche gegriffen wird. Dazu macht man sich über trans Menschen lustig, die angeblich nur ein anderes Geschlecht "haben" wollen und im gleichen Satz mit abgetriebenen Föten erwähnt werden. In Wirklichkeit hat das Bundesverfassungsgericht freilich das Transsexuellengesetz schon seit Jahren in großen Teilen für verfassungswidrig erklärt – und die schwarz-gelbe Koalition bereits 2009 eine Reform versprochen, die freilich nie umgesetzt wurde. Es ist aber offenbar leicht, gerade auf die Gruppe einzuschlagen, die laut Studien eines der höchsten Suizidrisiken trägt (queer.de berichtete). Ein paar tote trans Menschen mehr oder weniger sind hier offenbar egal.



#1 PfuiAnonym
#2 thorium222Profil
  • 08.12.2021, 10:54hMr
  • Schön, wie am rechten Rand immer wieder so getan wird, als ob nur "Normalos" Steuern zahlen. Als ob LGBT+ automatisch eine Steuerbefreiung beinhaltet. Jahrhundertelang haben LGBT+ mit ihren Steuern *ausschließlich* Heteronormativität und die eigene Verfolgung subventioniert, das lässt man dann gerne unter den Tisch fallen. Aber mit Logik und Fakten hat es der rechte Rand ja eh nicht.
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#3 ErgänzungAnonym
#4 Maik34Anonym
  • 08.12.2021, 11:22h
  • Klingt als würde da jemand schreiben, der rechts von der CDU verortet ist.
    Denn wirklich links ist die neue Regierung nicht.
    Dafür hätte es schon für Rot-Grün-Rot reichen müssen.
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#5 GirlygirlEhemaliges Profil
  • 08.12.2021, 11:28h
  • Wir als LGBTQ Minderheit finanzieren mit unseren Steuern und Beiträgen allen möglichen Hetero Klimbim, von der Anti-Baby-Pille für junge Frauen, Schwangerschaftsabbrüchen von unvorsichtigen Heteros, bis hin zu Einrichtungen für Kinder (die ja meistens aus heterosexuellen Verbindungen entstehen). Ich bin kein Mathe Genie, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass LGBTQ Menschen mehr für Hetero Angelegenheiten bezahlen als umgekehrt. Jedes Jahr werden in Deutschland rund 100.000 Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt, die große Mehrheit davon sind Cis Heterosexuelle. Ich habe damit kein Problem, aber ich verstehe mich im Gegensatz zu der Autorin oder Autor des Artikels auch als sozial.
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#6 SebiAnonym
  • 08.12.2021, 11:40h
  • 1. LGBTI sind auch "Normalbürger". Wir sind doch keine Außerirdischen.

    2. Wer glaubt, dass im Regierungsprogramm nicht viel für Nicht-LGBTI drin steht, hat es offenbar nicht gelesen. Rettung des Klimas, Energiewende, mehr Wohnraum, Sozialreformen, etc. etc. etc. Das richtet sich alles an alle Menschen.

    Dass es im LGBTI-Bereich so viel aufzuholen gibt, ist nicht schuld der jetzigen Bundesregierung, sondern der vorherigen Regierungen.

    3. Zeitungen, die meinen aus der Krise der Printmedien rauszukommen, indem sie irgendwelche Ewiggestrigen bedienen, besiegeln damit nur ihren eigenen Untergang. Denn diese Leser werden aussterben, während die jüngeren so einen Dreck nicht mehr lesen wollen.
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#7 Gemeiner_HaiProfil
  • 08.12.2021, 11:56h
  • Antwort auf #4 von Maik34
  • Das ist gar nicht mal falsch. In Nürnberg gibt es die Nürnberger Nachrichten und die Nürnberger Zeitung. Erstere sind eher der SPD verbunden, wohingegen Letztere der CSU nahestehen. Und da sich die CSU irgendwo zwischen CDU und AfD bewegt, trifft es das mit "rechts von der CDU" vermutlich recht gut.
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#8 zeitungleserAnonym
  • 08.12.2021, 12:56h
  • Antwort auf #5 von Girlygirl
  • "Ich bin kein Mathe Genie, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass LGBTQ Menschen mehr für Hetero Angelegenheiten bezahlen als umgekehrt.

    Jedes Jahr werden in Deutschland rund 100.000 Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt, die große Mehrheit davon sind Cis Heterosexuelle."

    Ich glaube im Subtext kann man gut erkennen, dass zumindest das Finanzieren von Abtreibungen ein Punkt ist, den die kommentierende Person gern verhindern würde.
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#9 UpdateAnonym
  • 08.12.2021, 13:02h
  • Antwort auf #7 von Gemeiner_Hai
  • "Die Nürnberger Nachrichten konkurrierten mit der Nürnberger Zeitung, die zwar beide zur selben Unternehmensgruppe gehören, jedoch redaktionell [...] und verlegerisch [...] getrennt waren und unterschiedliche politische Richtungen vertreten (die NN eher links von der Mitte, [...] die NZ eher rechts von der Mitte). [...] Seit 1. Oktober 2020 gibt es eine Zentralredaktion, die die NN, die NZ und nordbayern.de bespielt."

    Quelle:

    de.wikipedia.org/wiki/N%C3%BCrnberger_Nachrichten
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#10 lindener1966Profil
  • 08.12.2021, 13:29hHannover
  • Habe ich was verpasst? Brauch ich jetzt keine Steuern mehr zahlen? Is ja 'n Ding.
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