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Hassbotschaften gegen LGBTI-Botschafter

Aufregung über Riccardo Simonetti als Jungfrau Maria

International bringt der europäische LGBTI-Sonderbotschafter Riccardo Simonetti mit einem Bild zur Adventszeit das Blut von Homo-Hasser*innen zum Kochen.


Influencer Riccardo Simonetti fordert stets gleiche Rechte ein – und gilt deshalb vielen Homo-Hasser*innen als Feindbild (Bild: Nico Stank)

Das neue Titelbild des queeren Berliner Magazins "Siegessäule" sorgt in sozialen Medien für Aufregung. Insbesondere rechte Aktivist*innen oder Politiker*innen aus Italien, Polen und Ungarn ziehen über das vor gut einer Woche veröffentlichte Foto her, in dem Influencer Riccardo Simonetti als Jungfrau Maria mit Jesuskind abgebildet ist.

Twitter / GaySiegessaeule
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"Viele Fragezeichen in biblischen Geschichten"

In einem zu dem Bild gehörenden Interview stellte Simonetti klar, dass er mit dem Bild niemanden beleidigen will: "Es geht mir nicht darum, Menschen wegen ihres Glaubens durch den Kakao zu ziehen, sondern sie daran zu erinnern, dass es in biblischen Geschichten so viele Fragezeichen gibt", so der 28-Jährige, der Anfang des Jahres zum LGBTI-Sonderbotschafter des Europaparlaments ernannt worden war (queer.de berichtete). "Wenn Maria eine Jungfrau war, die ohne Sex ein Kind bekommen hat, dann können wir sie uns genauso gut als gendernonkonforme Person vorstellen. Jede*r kann sich in ihr wiederfinden! Keine*r von uns hat das Recht, ein bestimmtes Gottesbild für sich zu pachten!"

Insbesondere rechte Politiker*innen aus Italien pachteten aber ein starres Maria-Bild für sich: "Die Jungfrau Maria wird als trans dargestellt. Will der 'EU-Sonderbotschafter für LGBT-Rechte' so ein inklusiveres Europa aufbauen?", empörte sich etwa die ehemalige italienische Jugendministerin Giorgia Meloni; die Postfaschistin ist derzeit Chefin der rechtspopulistischen Europapartei EKR. "Die Bürgerrechte werden nicht dadurch geschützt, dass man sich über die Religion lustig macht, die Gläubigen beleidigt oder Weihnachten absagt. Was für ein trauriges Theater."



Auch der rechtsradikale frühere Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini erregte sich in sozialen Netzwerken über das Bild: "Kann es sein, dass manche Leute nicht einmal die Jungfrau Maria und das Heilige Weihnachtsfest respektieren können? Das ist keine kleine Provokation, sondern eine beschämende Beleidigung."



Auch in anderen Ländern gibt es empörte Reaktionen auf das Cover. Das christlich-konservative polnische Wochenmagazin "Do Rzeczy" sprach etwa von einem "skandalösen Titelbild". Der ungarische Kolumnist Péter Heltai rief dazu auf, unter dem Hashtag #ProtectAdvent gegen Simonetti zu protestieren und seine Abberufung als LGBT-Botschafter zu fordern.

Simonetti hat unter einem Facebook-Eintrag, in dem er das Titelbild präsentierte, inzwischen viele Hassbotschaften erhalten, in denen er etwa mit Tieren verglichen und ihm Gottes Rache angedroht wird. Eine Frau aus Boston schrieb ihm etwa: "Du bist ein Gotteslästerer. Jesus wird zurückkehren und über dich richten." Ein Slowake erklärte auf Englisch: "Geh zum Arzt. Du bist krank." (dk)

If we ignore the fact that Jesus wasn?t white, we could as well believe the Virgin Mary had a beard, why not? ????...

Posted by Riccardo Simonetti on Wednesday, December 1, 2021
Facebook / Riccardo Simonetti
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#1 KaiJAnonym
#2 NikiAnonym
  • 08.12.2021, 19:19h
  • Uiuiui...
    Em..
    Ich finde es gut.
    Warum?
    weil Leute nachdenken.
    diejenigen die nur deshalb "gayfruendlich"sind weil es HIpp ist,
    und diejenigen die so wie so homophob sind..(weil auch das schon wieder Hipp ist).
    JEDER weiß dass Maria ganz klar eine Frau ist, und dass Simonetti das auch gar nicht in Abrede stellt, jedenfalls diejenigen die ihn kennen.
    Im Übrigen, wer an höhere macht glaubt...
    Wenn es eine höhere macht gäbe, wäre die dann sp pervers nur zu zu gucken, wie durch Kriege unschuldige Kinder sterben?
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#3 AtreusProfil
  • 08.12.2021, 19:21hSÜW
  • Antwort auf #1 von KaiJ
  • Selten so gelacht. Simonetti macht bspw. gerne in Unterdrückerstaaten Urlaub, weint dann bei erwartbarer Kritik auf Facebook in die Kamera und kritisiert seinerseits die Kritiker, man dürfe ja wohl noch in anderer Menschen Elend urlauben. Simonetti ist ein Egoist, der von engagiertem, selbstlosem Einsatz für den Regenbogen meilenweit entfernt ist, sofern er die Community nicht gleichsam als wirtschaftliche Ressource nutzen kann. Genau das wird auch der Grund sein, weshalb ihn die EU zum Botschafter ernannt hat.
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#4 KaiJAnonym
  • 08.12.2021, 19:53h
  • Antwort auf #3 von Atreus
  • Freut mich, Dich so zum Lachen gebracht zu haben. Das, was hier im Artikel zu Simonetti zum Ausdruck kommt, halte ich jedenfalls für sehr politisch. Und seine Geschlechterzuschreibungen sprengende Art ist es schlechthin. Und was er sonst "verzapft" haben soll, kriegt er wohl auch noch richtig auf den Kasten. Deine Einschätzung zur EU halte ich jedenfalls für völlig aus der Luft gegriffen.
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#5 lunarAnonym
  • 09.12.2021, 05:57h
  • Leider hat er gestern auf Instagram ein Statement abgegeben, in dem er meinte, er trete von dem Posten zurück.

    Womit genau das zusammen hängt, kann sicher nur er erklären.

    Ich muss nicht alles gut finden, was eine Person tut. Es gibt niemanden,dessen Verhalten moralisch völlig einwandfrei ist. Seine Form des Aktivismus deswegen komplett zu entwerten finde ich falsch.

    Wir brauchen sichtbare, starke Fürsprecher*innen weswegen ich sehr bedauere, dass er die Tätigkeit als Sonderbotschafter nicht mehr ausüben wird.

    Zum Artikel: super! Pierre er Gilles haben schon vor langer Zeit die christliche Ikonographie mit sehr queeren Motiven verbunden, daran erinnert mich das etwas.
    Anfeindungen dürften Simonetti nicht fremd sein, er hat oft genug dazu Stellung bezogen.
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#6 NevermindAnonym
  • 09.12.2021, 06:44h
  • Ziemlich egoistisch, so auf den religiösen Gefühlen anderer Menschen herumzutrampeln, um Aufmerksamkeit zu erheischen. Auf seine >>Erinnerung, dass es in biblischen Geschichten so viele Fragezeichen gibt<<, hat die Welt sicher gewartet.
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#7 KaiJAnonym
  • 09.12.2021, 08:14h
  • Antwort auf #6 von Nevermind
  • Auf was für Gefühle trampelt er denn nun rum? - Schade, wenn er denn nun zurück tritt. Auch mancher von sich selbst so überzeugter Politstratege sollte sich mal überlegen, weshalb Simonetti das wohl tut.
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#8 ItalienerAnonym
  • 09.12.2021, 08:44h
  • Ob das nicht wieder dazu führt, dass viele sich zu den Populist*innen hinzugezogen fühlen? Ich hoffe ja nicht.
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#9 LotiAnonym
  • 09.12.2021, 09:02h
  • Antwort auf #3 von Atreus
  • Voll gut gelungen und ich kann mich Kaij nur anschließen.
    Zudem ist das Titelfoto für die Siegessäule widereinmal recht provozierend. Gut so. Bei meinem Hausarzt liegen immer ein Stapel Neuausgaben im Wartezimmer bereit zum Mitnehmen. Aber dort wo die Privatpatienten sitzen, wurden sie entfernt. Warum wohl. Ganz einfach. Weil dort in schöner Regelmäßigkeit u.a. Konsulatsangestellte d. Pakistanischen Botschaft sitzen. Diese möchte der Allgemeinmediziner auf keinen Fall damit vergraulen.
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#10 ElimAnonym
  • 09.12.2021, 09:04h
  • Antwort auf #6 von Nevermind
  • Jaja, die religiösen Gefühle - ich hab das nie verstanden: wenn man so ein tief empfundenen Glauben an ein erhabenes höheres Wesen hat, dann ruht man doch sicher in dieser Überzeugung und steht drüber? Ständig "Blasphemie" zu schreien und zu zetern erscheint mir eher als der verzweifelte Versuch, die eigenen Zweifel zu vertreiben....
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