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"Smalltown Boy"

Mitgründer von Bronski Beat gestorben

Steve Bronski wurde 61 Jahre alt. An der Seite von Jimmy Somerville und Larry Steinbachek schuf er queere Musikgeschichte.


Zu der Todesmeldung veröffentlichte Jimmy Somerville (M.) dieses Bild, das ihn damals mit Steve Bronski (r.) und Larry Steinbachek zeigt (Bild: Jimmy Somerville / twitter)

Der Mitgründer und Keyboarder der britischen Synthie-Pop-Band Bronski Beat, Steve Bronski, ist tot. "Es ist traurig zu hören, dass Steve Bronski gestorben ist. Er war ein talentierter und sehr melodiöser Mann", schrieb sein früherer Bandkollege Jimmy Somerville am Freitag auf Twitter. Bronski, dessen echter Name Steven William Forrest lautete, wurde 61 Jahre alt.

Bronski und Somerville hatten Bronski Beat 1983 gemeinsam mit Larry Steinbachek gegründet. Die Debüt-Single "Smalltown Boy" des offen schwulen Trios wurde europaweit ein Hit. Das Lied handelt von einem jungen schwulen Mann, der unter anderem wegen seiner homophoben Familie in die Großstadt flüchtet – der Song griff die Erfahrungen ganzer Generationen auf.

Auch Bronski Beats zweite Hitsingle "Why?" behandelt das Thema Homophobie. Das Debütalbum hieß "The Age of Consent" in Anspielung auf das erhöhte Schutzalter für gleichgeschlechtlichen Sex, das in vielen Ländern der Erde galt oder noch immer gilt, damals auch in Großbritannien und Deutschland.

Bronski und Somerville stammen aus Glasgow, wo sie sich Anfang der 1980er Jahre zusammen mit Steinbachek eine Wohnung teilten. Steinbachek starb 2016 an Krebs (queer.de berichtete). Bronski berichtete in Medien, wie er in einer homophoben Sozialbausiedlung aufwuchs.

Twitter / JimmySomerville
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"Die Arbeit mit ihm an Songs und dem einen Song, der unser Leben verändert und so viele andere Leben berührt hat, war eine lustige und spannende Zeit. Danke für die Melodie, Steve", erklärte Somerville. Er verließ die Band 1985 und erzielte mit der Band Communards und dann als Solo-Künstler weitere Erfolge. Bronski arbeitete in den letzten Jahrzehnten vor allem als Produzent und lebte überwiegend in Thailand. (afp/cw)



#1 ElfolfProfil
#2 zundermxeAnonym
  • 10.12.2021, 06:55h
  • Antwort auf #1 von Elfolf
  • Yup, tief traurig.
    Ging wohl nicht nur mir so, dass ich zu der Zeit als junger Schwuler auf dem Dorf dachte, da singt wer mein Leben.
    Bedeutet mir bis heute viel und hat mir damals viel Energie gegeben.
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#3 AndreasxbergAnonym
  • 10.12.2021, 12:12h
  • DER wichtigste Schwulensong überhaupt.
    Ich bekomme immer und immer noch Gänsehaut beim Anfangsschrei von Jimmy Sommerville. In ihm steckt die tragische Seite unseres schwulen Lebens. Hymnisch und dabei so schlicht, revolutionär, für mich bis heute unerreicht. Das Lied versprach wenig Optimismus. Aber aus dem Radio rief es: du bist nicht allein !
    Und der Sturm auf die Tanzfläche der ,,Disko" fühlte sich an wie ein Outing.
    Danke Danke Danke
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#4 zundermxeAnonym
#5 FliegenAnonym
  • 10.12.2021, 13:30h
  • ....R.I.P. LIEBER STEVE !!! was wäre die 80 er Jahre ohne eure Musik gewesen ?! Danke, so was fehlt in der heutigen Zeit !!!
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#6 LotiAnonym
  • 10.12.2021, 14:19h
  • Antwort auf #3 von Andreasxberg
  • Ohne jeden Zweifel gebe ich Dir vollkommen recht. Ein Song der auch bei mir zum Ohrwurm wurde. Die Maxi Single lief zuhause hoch u.runter.
    Aber da ich zu dieser Zeit schon älter war, mein Coming Out hinter mich gebracht hatte, war ein anderer Song für mich ein sehr bedeutsamer. Nämlich der von Tom Robinson: Iam glad to be Gay.
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#7 MarcAnonym
  • 10.12.2021, 20:17h
  • Ich bin zwar in einer sehr offenen und liberalen Familie aufgewachsen, habe aber in meiner Pubertät in den 1980ern viel Homophobie an meiner Schule erlebt.

    Da war dieser Song von Bronski Beat für mich wie ein Rettungsanker.

    Bis dahin war mein Bild von Schwulen zur Hauptsache von Travestie-Shows und den Police-Academy-Filmen geprägt. Ich dachte mir: okay, wenn Du auf Jungs stehst, dann musst Du jetzt überlegen, ob du lieber im Fummel rumlaufen willst oder in Lederklamotten. Ich sah auch nicht aus wie all die männlichen Models und Schauspieler, von denen man munkelte, sie wären schwul.

    Und wenn ansonsten in den Medien über Homosexualität gesprochen wurde, dann ging es nur um das gerade neu aufkommende AIDS, um Drogenmilieus, um Selbstmorde, etc.

    Und dann kamen Bronski Beat mit ihrem Smalltown Boy. Und auf einmal waren da ganz normale Jungs, die auch aus meiner Nachbarschaft hätten stammen können und die Homosexualität thematisierten, ohne Klischees, kritisch aber auch mit Hoffnung.

    Das hat mir (zusammen mit einigen anderen Songs und dem Film Maurice) durch meine Pubertät geholfen und mir zwei Dinge gezeigt:

    1. Ich bin nicht alleine. Es gibt auch noch viele andere, die so sind wie ich. Vielleicht nicht an meiner Schule und nicht in meiner Stadt, aber es gibt sie.

    2. Die Hoffnung, dass es besser wird.

    Wer weiß, wie mein Leben ohne diese beiden Erkenntnisse verlaufen wäre...

    Deshalb:
    Danke Bronski Beat.
    Und R.I.P. Steve und Larry.
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#8 MarcAnonym
#9 daVinci6667
  • 10.12.2021, 20:31h
  • Smalltown Boy kann man immer und immer wieder hören. Höre ich heute noch fast jeden Tag. Für mich DER Song meiner Jugend und über mich selbst. Verprügelt und gemobbt, Aufbruch in die Stadt, Neuanfang, Coming-out. Passt zu fast jedem Schwulen aus der Provinz meiner Generation und leider zu selbst vielen Jüngeren.

    Kann meinen Vorkommentatoren nur recht geben, das ist DER Gay-Song überhaupt!

    Kaum zu glauben war Steve Bronski tatsächlich schon 61. Wie schnell man doch alt wird.
    Und jetzt ist er schon tot und viel zu früh gegangen. Das macht tieftraurig.

    RIP Steve Bronski
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#10 LotiAnonym
  • 11.12.2021, 10:14h
  • Antwort auf #8 von Marc
  • Danke. Bin eher der Soul Fan. Auch heute noch geblieben. Aber als Small Town Boy herauskam, traten mir die Tränen in die Augen, so mitreißend fand ich ihn. Mußte dabei besonders an all die Jungs denken, die sich nicht trauten sich zu Outen aus verschiedenen Gründen. Ich hatte es dahingehend leichter. Vollwaise somit keine Eltern u.v.a.
    Wenn ich darf möchte ich noch auf ein wunderbares Album hinweisen, das aber vermutlich leider nicht mehr abhörbar u.zu kaufen gibt. Die Soulgruppe hieß: Smokey Robinson and The Miracles. Und das Album erschien 1975 unter den Namen City of Angel. Für mich auch so eine wunderschöne Erinnerung an eine sehr bewegte Zeit die ich miterleben durfte. Auf dieser Platte gibt es einen Song, wo ein Schwarzer zum anderen Schwarzen deutlich sagt: hey Man, Gay People are nice People to.
    Ich lebte damals mit meiner neuen Liebe mitten im Schwarzen Viertel von San Francisco. So etwas bleibt für immer unvergessen.
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