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"Smalltown Boy"

Mitgründer von Bronski Beat gestorben

Steve Bronski wurde 61 Jahre alt. An der Seite von Jimmy Somerville und Larry Steinbachek schuf er queere Musikgeschichte.


Zu der Todesmeldung veröffentlichte Jimmy Somerville (M.) dieses Bild, das ihn damals mit Steve Bronski (r.) und Larry Steinbachek zeigt (Bild: Jimmy Somerville / twitter)

  • 10. Dezember 2021, 02:37h 14 2 Min.

Der Mitgründer und Keyboarder der britischen Synthie-Pop-Band Bronski Beat, Steve Bronski, ist tot. "Es ist traurig zu hören, dass Steve Bronski gestorben ist. Er war ein talentierter und sehr melodiöser Mann", schrieb sein früherer Bandkollege Jimmy Somerville am Freitag auf Twitter. Bronski, dessen echter Name Steven William Forrest lautete, wurde 61 Jahre alt.

Bronski und Somerville hatten Bronski Beat 1983 gemeinsam mit Larry Steinbachek gegründet. Die Debüt-Single "Smalltown Boy" des offen schwulen Trios wurde europaweit ein Hit. Das Lied handelt von einem jungen schwulen Mann, der unter anderem wegen seiner homophoben Familie in die Großstadt flüchtet – der Song griff die Erfahrungen ganzer Generationen auf.

Auch Bronski Beats zweite Hitsingle "Why?" behandelt das Thema Homophobie. Das Debütalbum hieß "The Age of Consent" in Anspielung auf das erhöhte Schutzalter für gleichgeschlechtlichen Sex, das in vielen Ländern der Erde galt oder noch immer gilt, damals auch in Großbritannien und Deutschland.

Bronski und Somerville stammen aus Glasgow, wo sie sich Anfang der 1980er Jahre zusammen mit Steinbachek eine Wohnung teilten. Steinbachek starb 2016 an Krebs (queer.de berichtete). Bronski berichtete in Medien, wie er in einer homophoben Sozialbausiedlung aufwuchs.

/ JimmySomerville
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"Die Arbeit mit ihm an Songs und dem einen Song, der unser Leben verändert und so viele andere Leben berührt hat, war eine lustige und spannende Zeit. Danke für die Melodie, Steve", erklärte Somerville. Er verließ die Band 1985 und erzielte mit der Band Communards und dann als Solo-Künstler weitere Erfolge. Bronski arbeitete in den letzten Jahrzehnten vor allem als Produzent und lebte überwiegend in Thailand. (afp/cw)

-w-

#1 Elfolf
  • 10.12.2021, 06:13hHamburg
  • Sehr traurig. Ihre Songs waren ikonisch für die Zeit meines Coming Out.
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#2 zundermxeAnonym
  • 10.12.2021, 06:55h
  • Antwort auf #1 von Elfolf
  • Yup, tief traurig.
    Ging wohl nicht nur mir so, dass ich zu der Zeit als junger Schwuler auf dem Dorf dachte, da singt wer mein Leben.
    Bedeutet mir bis heute viel und hat mir damals viel Energie gegeben.
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#3 AndreasxbergAnonym
  • 10.12.2021, 12:12h
  • DER wichtigste Schwulensong überhaupt.
    Ich bekomme immer und immer noch Gänsehaut beim Anfangsschrei von Jimmy Sommerville. In ihm steckt die tragische Seite unseres schwulen Lebens. Hymnisch und dabei so schlicht, revolutionär, für mich bis heute unerreicht. Das Lied versprach wenig Optimismus. Aber aus dem Radio rief es: du bist nicht allein !
    Und der Sturm auf die Tanzfläche der ,,Disko" fühlte sich an wie ein Outing.
    Danke Danke Danke
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