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USA

Meisterin homoerotischer Literatur: Anne Rice ist tot

Die Autorin des Romans "Interview mit einem Vampir" ist am Wochenende gestorben.


Anne Rice im Jahr 2017

Die amerikanische Schriftstellerin Anne Rice ist tot. Sie starb am Samstag im Alter von 80 Jahren in einem Krankenhaus in Rancho Mirage (US-Bundesstaat Kalifornien) an den Folgen eines Schlaganfalls, wie ihr offen schwuler Sohn Christopher auf dem offiziellen Facebook-Account der Autorin und auf Twitter mitteilte.

Dearest People of Page. This is Anne?s son Christopher and it breaks my heart to bring you this sad news. Earlier...

Posted by Anne Rice on Saturday, December 11, 2021
Facebook / Anne Rice
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Anne Rice galt als "Königin des Schauerromans". Ihre Vampir- und Hexengeschichten verkauften sich weltweit millionenfach, "Interview mit einem Vampir" wurde erfolgreich verfilmt. Insbesondere unter schwulen Männern war sie wegen vieler homoerotischer Passagen in ihren Büchern äußerst populär. "Sie verließ uns fast genau 19 Jahre nach dem Tod meines Vaters, ihres Mannes Stan", schrieb Sohn Christopher, der ebenfalls Autor ist. Seine Mutter habe ihn immer bedingungslos unterstützt und ihn gelehrt, seine Träume zu verwirklichen.

Rice wurde am 4. Oktober 1941 unter dem Namen Howard Allen O'Brien in New Orleans geboren. Aufgewachsen in einer streng katholischen Familie in der US-Südstaatenmetropole, sagte sie sich am College vom Christentum los. Sie schrieb erfolgreich Schauerromane über Vampire, Hexen und Werwölfe. Rice verfasste unter Pseudonym auch erotische Romane und Sexschocker.

Den größten Erfolg aber bescherten ihr Vampire. Die Hollywood-Verfilmung von "Interview mit einem Vampir" (1994) mit Tom Cruise und Brad Pitt machte Rice weltberühmt. Das barocke Gruselstück führt in die okkulte Welt ihrer Heimatstadt New Orleans ein. 2005 kehrte Rice, deren Bücher Millionenauflagen erreichten, New Orleans den Rücken, um näher bei ihrem Sohn in Kalifornien zu sein.


Die Verfilmung von "Interview mit einem Vampir" mit Brad Pitt (li.) und Tom Cruise (Bild: Warner Bros.)

Ihren späteren Mann, den Dichter und Maler Stan Rice, hatte sie schon in der Schule kennengelernt. Gemeinsam zogen sie nach San Francisco und bekamen eine Tochter, die wenige Jahre später an Leukämie starb. In "Interview mit einem Vampir" setzte Rice ihr ein Denkmal als kleiner blonder Vampir. "Ich wusste es damals nicht, aber das Buch handelte nur von meiner Tochter, dem Verlust und davon, dass man weiterleben muss, auch wenn der Glaube zerschmettert ist", sagte sie.

Ein ganzer Vampir-Zyklus entstand und verkaufte sich weltweit millionenfach. Es folgen Hexen-Sagen und Bücher über Mumien, Teufel und Engel. Ende der 90er Jahre beschloss Rice überraschend, zum katholischen Glauben zurückzukehren, und ließ sich nachträglich kirchlich trauen. 2002 starb ihr Mann, Rice selbst bekam gesundheitliche Probleme. Zur Überraschung ihrer Fans kündigte sie daraufhin an, nur noch im christlichen Glauben zu schreiben. Sie legte mehrere Bände über Jesus Christus vor, die sich mittelmäßig verkauften. 2011 folgte dann die erneute Abkehr von der Religion.

Rice war empört über katholische Homophobie

Ihre Abkehr vom Katholizismus sei nicht direkt von der Homosexualität ihres Sohnes und seines LGBTI-Aktivistmus beeinflusst worden, so Rice damals. Sehr wohl habe sie aber das konservative Gesellschaftsbild und insbesondere der Homosexuellenhass der Kirche abgeschreckt und zu ihrer Entscheidung beigetragen (queer.de berichtete).

Sie sei sich immer bewusst gewesen, dass sie viele schwule Fans habe: "Viele haben meine Bücher als schwule Allegorie gelesen", sagte sie. "Ich habe das nicht so geplant."

Aber diese Geschichten seien wohl eine Folge ihres Lebens in einem der LGBTI-freundlichsten Teile der USA gewesen: "Sogar als Christopher ein kleines Baby war, hatte ich viele schwule Leser und Freunde und kannte viele homosexuelle Menschen. Ich habe ja im Castro-Bezirk in San Francisco gewohnt, einer Gay-Nachbarschaft." (dpa/cw)



#1 LotiAnonym
  • 13.12.2021, 18:58h
  • Ihr Name tauchte erst bei mir auf, als ich den wunderbar schaurigen Film: Interview mit einen Vampir gesehen hatte. Jetzt erst lese ich was für eine bemerkenswerte Person sie doch war.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 TamakAnonym
#3 Ith_Anonym