Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?40699

Amerikanische Film- und TV-Preise

Diven und unterdrückte Homosexualität bei den Golden Globes

Lady Gaga tritt gegen Kristen Stewart an, ein Western mit einem schwulen Benedict Cumberbatch ist einer der Abräumer und "Pose" ist erneut im Rennen: Bei den Nominierungen zu den Golden Globes spielen queere Themen wieder mal eine große Rolle.


Kodi Smit-McPhee (li.) und Benedict Cumberbatch in "The Power of the Dog" (Bild: Netflix)

Die Hollywood Foreign Press Association (HFPA) hat am Montag in Beverly Hills die Nominierungen für die Golden Globes 2022 bekanntgegeben. Rapper Snoop Dogg und die deutsch-amerikanische HFPA-Chefin Helen Hoehne nannten dabei auch viele queere Film- und TV-Produktionen sowie Schauspieler*innen, die sich Chancen auf einen begehrten Preis machen können – Dogg hatte dabei Probleme bei der Aussprache vieler Darsteller*innen oder Titel. Die Nominierung wurde überschattet von einem Streit um Intransparenz und fehlende Vielfalt bei der HFPA.

Mit sieben Nominierungen führt der Western "The Power of the Dog" neben dem Coming-of-Age-Film "Belfast" die Liste der Hoffungsträger an. Benedict Cumberbatch spielt in dem Drama einen amerikanischen Rancher, der seine Homosexualität unterdrückt. Cumberbatch ist als bester Schauspieler in einem Drama nominiert, außerdem kann sich der Film Hoffnungen auf den Preis als bestes Film-Drama machen. Auch Kodi Smit-McPhee, der den sensiblen Peter spielt, ist als bester Nebendarsteller nominiert, ebenso wie Kirsten Dunst als beste Nebendarstellerin. Zudem gibt es Nominierungen für das beste Drehbuch, die beste Regie und die beste Filmmusik.

Auf besonderes Interesse stieß auch die Nominierung von Kristen Stewart und Lady Gaga für ihre Rollen in "Spencer" und "House of Gucci". Beide können sich Hoffnung auf den Titel "beste Schauspielerin in einem Drama" machen.

Vier Nominierungen für "West Side Story"

Das wegen seines queeren Inhalts in Teilen des Nahen Ostens verbotene Musical "West Side Story" von Regisseur Steven Spielberg wurde für vier Golden Globes nominiert, darunter auch als bester Film im Bereich Musical/Comedy. Die queere "West Side Story"-Schauspielerin Ariana DeBose kann sich Hoffnungen auf einen Golden Globe als beste Nebendarstellerin machen.

Als bester Auslandsfilm wurde "Parallele Mütter" des schwulen Kultregisseurs Pedro Almodóvar nominiert. Darin spielen Penélope Cruz und Aitana Sánchez-Gijón zwei sehr unterschiedliche schwangere Frauen.

Im TV-Bereich kann sich die letzte Staffel von "Pose" (in Deutschland auf Netflix) Hoffnung auf drei Preise machen. Die Reihe wurde als beste Fernsehserie im Bereich Drama nominiert – unter anderem neben der südkoreanischen Erfolgsreihe "Squid Game" (Netflix) und der Jennifer-Aniston-Serie "The Morning Show" (Apple TV+). Außerdem wurde Billy Porter nach 2019 und 2020 zum dritten Mal als bester Drama-Hauptdarsteller nominiert. Die trans "Pose"-Schauspielerin Mj Rodriguez erhielt zudem ihre erste Nominierung als beste Drama-Hauptdarstellerin.

Hoffnungen auf den Golden Globe kann sich auch der schottische Schauspieler Ewan McGregor für seine Darstellung des schwulen Modemachers Halston in der gleichnamigen fünfteiligen Netflix-Miniserie von Ryan Murphy machen. Der 50-Jährige wurde als bester Darsteller in einem TV-Film oder einer Miniserie nominiert.

Außerdem erhielt die zehnteilige Ryan-Murphy-Serie "Impeachment: American Crime Story" (Sky) eine Nominierung als beste Miniserie oder TV-Film. Die Reihe handelt vom Amtsenthebungsverfahren nach einer Affäre mit Praktikantin Monica Lewinsky von Bill Clinton in den Neunzigerjahren. Lewinsky wird von Beanie Feldstein gespielt und Clinton von Clive Owen. Die lesbische Schauspielerin Sarah Paulson stellt die intrigante Regierungsbeamtin Linda Tripp dar, Billy Eichner den schwulen Rechtspopulisten Matt Drudge.

Die Preise sollen am 9. Januar 2022 vergeben werden. Allerdings gab es im Vorfeld viel Aufregung um die Show – der Sender NBC, der die Vergabe seit mehr als einem Vierteljahrhundert ausstrahlt, sagte die traditionelle Liveübertragung ab, weil es in der Hollywood Foreign Press Association nicht genug Diversität unter den Mitgliedern gebe. Noch ist unklar, in welchem Umfang die Preisverleihung stattfinden werden kann – und ob die Nominierten angesichts der Kontroverse überhaupt Auszeichnungen entgegen nehmen wollen. (dk)



#1 AtreusProfil
  • 14.12.2021, 22:01hSÜW
  • Ich habe, was "The power of the dog" betrifft, geradezu den Verdacht einen vollkommen anderen Film gesehen zu haben. SPOILER!:

    Angefangen damit, dass ich nicht verstehe, wie man sich einen sensiblen kleinen Jungen zusammenachwurbeln kann. Der Mann studiert Medizin und nutzt sein Wissen, um Cumberbatch, den er als Störung seines Lebensumfeldes begreift, heimtückisch und grausan zu vergiften und aus dem Leben zu reißen. Hinzu kommt, dass unser Mörder zuvor herausfindet, das Benedict schwul ist und sein Verhalten aus seinem Verlust resultiert. Ein geistig gesunder und empathischer Mensch, dachte ich jedenfalls, entwickelt hiernach Mitleid und versucht diesem Menschen zu helfen, insbesondere wenn man Medizin studiert. Stattdessen folgt kaltblütiger Mord. Was bleibt ist folgende Erkenntnis: die Schwuchtel kann weg. Ein grauenhafter Film für meinen Geschmack.
  • Antworten » | Direktlink »