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US-Taxi-Unternehmen

Uber diskriminierte trans Fahrer*innen

Angezeigte Deadnames, Betrugsvorwürfe, gesperrte Accounts, unerreichbarer Support – Uber sieht sich in den USA mit Vorwürfen konfrontiert, trans Fahrer*innen ausgeschlossen zu haben. Die wehrten sich nun.


Für viele nichtbinäre und trans Beschäftigte ein Anlass zum Frust: Uber und seine App (Bild: Stock Catalog)
  • Von Jeja Klein
    14. Dezember 2021, 17:46h, noch kein Kommentar

Ein sichereres, inklusiveres Unternehmen – das wollte Uber für die queere Gemeinde sein. Viele Fahrer*innen sind rund um den Globus für den Taxidienstleister unterwegs. Sie alle sind auf einen Account angewiesen, um Fahrten über die Uber-App zugewiesen zu kriegen.

Für die meisten ist das auch kein größeres Problem – nur für transgeschlechtliche Fahrer*innen eben doch. Entsprechende Beschwerden veröffentlichte nun die "Los Angeles Times". Die Hinweise zu dem diskriminierenden Vorgehen hatte die Menschenrechtsorganisation American Civil Liberties Union gesammelt.

Uber wirft Fahrer*innen "Betrug" vor

Stunden in den Telefonhotlines und Support-Chats, immer wieder abgelehnte Registrationsprozesse trotz gültiger, zugesandter Fahrzeugscheine, Führer*innenscheine und Versicherungsunterlagen, die Anzeige von Deadnames gegenüber Kund*innen, Sperrungen bereits aktiver Konten, lebenslängliche Ausschlüsse und immer wieder die Behauptung, mit betrügerischer Absicht unterwegs zu sein – was transgeschlechtliche Uber-Fahrer*innen über sich ergehen lassen müssen, klingt nicht angenehm. Der ökonomische Schaden für die zumeist prekär arbeitenden Menschen ist dabei noch gar nicht eingerechnet.

Dabei soll es sich um eine "nicht-unsignifikante" Anzahl an Sperrungen aufgrund von Problemen bei der Identifikation transgeschlechtlicher Plattform-Arbeiter*innen handeln. Viele von ihnen sollen sogar vom Beschwerdeweg ausgeschlossen worden sein, so dass sie sich nur über die Öffentlichkeit Gehör verschaffen konnten. Und das taten sie.

Man arbeitet am Problem – mal wieder

Uber verteidigt das eigene Vorgehen damit, dass die Überprüfung von Profilbildern daraufhin, ob sie zu den Bildern auf Identifikationsunterlagen passen, eine wichtige Vorsorgemaßnahme gegen Missbrauch und Betrug darstelle. Man arbeite stets daran, interne Abläufe so zu verändern, dass Registrationsprozesse für alle Nutzer*innen reibungsfrei abliefen.

Allerdings: Vor einigen Monaten hatte Uber bereits, begleitend zu der Ankündigung, sich mehr um die queere Gemeinde zu bemühen, spezielle Hilfen im Umfang von 60.000 Dollar für die korrekte Registrierung transgeschlechtlicher und nichtbinärer Fahrer*innen und die Überarbeitung ihrer staatlichen Dokumente nach einer Transition angekündigt.

Das war am ersten Juni, dem Auftakt des jährlichen, auch für Pinkwashing-Kampagnen von Unternehmen berüchtigten Pride-Monats. Passiert scheint seither wenig. So tauchte das Problem selbst dann auf, als Fahrer*innen ihre Transition auf dem extra für diesen Zweck eingerichteten Formular auf der Uber-Homepage bekanntgaben und aktualisierte Personenangaben und Fotos mitschickten.

Zahid Arab, Sprecher des in San Francisco sitzenden Unternehmens mit einem Jahresumsatz von 11,1 Milliarden US-Dollar in 2020, sagte, man arbeite gegenwärtig an der Freischaltung der im Artikel der Los Angeles Times genannten Accounts sowie daran, dass die Hintergrundüberprüfungen auch für transgeschlechtliche und nichtbinäre Fahrer*innen funktionierten. Aber das hatte man ja schon ein mal angekündigt.