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US-Studie
Hormontherapie für trans Jugendliche senkt Suizidrisiko
Laut einer neuen Untersuchung hilft eine geschlechtsangleichende Therapie jungen trans und nichtbinären Personen in ihrer seelischen Gesundheit.

Gesundheitsexpert*innen fordern, mehr auf die medizinischen Bedürfnisse junger queerer Menschen einzugehen (Bild: Colombia University)
- 15. Dezember 2021, 12:55h 3 Min.
Eine am Dienstag veröffentlichte amerikanische Studie kommt zu dem Ergebnis, dass geschlechtsangleichende Hormontherapie Depressionen und Suizidgedanken bei trans oder nichtbinären Jugendlichen und jungen Erwachsenen signifikant senkt. Die Studie war von Wissenschaftler*innen des Vereins Trevor Project erstellt worden, der unter anderem Suizid-Telefonseelsorge für queere Jugendliche betreibt. Die durch Peer-Review von anderen Forscher*innen begutachtete wissenschaftliche Untersuchung ist im Fachmagazin "Journal of Adolescent Health" erschienen.
Insgesamt untersuchten die Forschenden Daten, die in einer Trevor-Project-Umfrage vom Herbst 2020 gesammelt worden waren. Insgesamt 12.000 junge Menschen zwischen 13 und 24 Jahren, die sich als trans oder nichtbinär identifizierten, beteiligten sich an der Untersuchung. Das Durchschnittsalter habe bei rund 17½ Jahren gelegen.
Laut der Befragung lag das Risiko einer ernsten Depression oder von Selbstmordgedanken in der Gruppe der trans oder nichtbinären jungen Menschen, die eine geschlechtsangleichende Hormontherapie erhielten, rund 40 Prozent unter dem Risiko der unbehandelten Gruppe. Dieses Ergebnis müsse auch von der Politik ernstgenommen werden, forderte Trevor-Project-Forscher Jonah DeChants, der einen Doktortitel im Fach Soziale Arbeit hat: "Speziell angesichts der andauernden politischen Debatte über den Zugang zu dieser Gesundheitsdienstleistung ist es wichtig, dass die Vorteile dieser Behandlung verstanden werden", so DeChants.
/ cheddarA first-of-its-kind study from @TrevorProject has found that gender-affirming hormone therapy is linked to lower rates of suicide among transgender and nonbinary youth. Research scientist Jonah DeChants discusses the study's key findings. pic.twitter.com/FqgamNy8fT
Cheddar News (@cheddar) December 15, 2021
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Ein ermutigendes Ergebnis der Studie: 80 Prozent der jungen nichtbinären oder trans Menschen, die geschlechtsangleichende Hormontherapie erhalten, hätten mindestens ein Elternteil, die sie in ihrer Geschlechtsidentität unterstützen.
Bereits zuvor hatte das Trevor Project erschreckende Zahlen zu Depressionen unter jungen trans und nichtbinären Menschen veröffentlicht. Demnach hätten 52 Prozent von ihnen in den vergangenen zwölf Monaten ernsthaft über Suizid nachgedacht.
Aus der neuen Studie geht auch hervor, dass die Hautfarbe auch mitbestimmt, ob eine Person geschlechtsangleichende Hormontherapie erhalte. Dies sei viel mehr unter trans und nichtbinären Weißen üblich als unter People of Color, also nichtweißen jungen Menschen.
Das Trevor Project warnt davor, dass viele transphobe politische Initiativen die Lage von trans und nichtbinären jungen Menschen noch verschärfen könnten. Nach der Wahlniederlage von Donald Trump gibt es in den USA derzeit viele gegen trans Menschen gerichtete lokale Gesetzentwürfe, mit denen die oppositionellen Republikaner ihre konservative Basis erreichen wollen (queer.de berichtete). (dk)
Eine generelle Notfall-Seelsorge für Menschen mit Suizidgedanken ist unter der kostenlosen Nummer 0800 111 0 111 zu erreichen (für Kinder und Jugendliche gibt es auch die kostenlose "Nummer gegen Kummer" unter 116 111).
Für trans Personen gibt es in Deutschland ein großes Netzwerk aus Treff-, Unterstützungs- und Beratungsangeboten. So bietet etwa die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität mehrere Beratungsstellen. Weitere lokale Angebote lassen sich oft über Suchmaschinen finden.














