Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?40715

US-Studie

Hormontherapie für trans Jugendliche senkt Suizidrisiko

Laut einer neuen Untersuchung hilft eine geschlechtsangleichende Therapie jungen trans und nichtbinären Personen in ihrer seelischen Gesundheit.


Gesundheitsexpert*innen fordern, mehr auf die medizinischen Bedürfnisse junger queerer Menschen einzugehen (Bild: Colombia University)

Eine am Dienstag veröffentlichte amerikanische Studie kommt zu dem Ergebnis, dass geschlechtsangleichende Hormontherapie Depressionen und Suizidgedanken bei trans oder nichtbinären Jugendlichen und jungen Erwachsenen signifikant senkt. Die Studie war von Wissenschaftler*innen des Vereins Trevor Project erstellt worden, der unter anderem Suizid-Telefonseelsorge für queere Jugendliche betreibt. Die durch Peer-Review von anderen Forscher*innen begutachtete wissenschaftliche Untersuchung ist im Fachmagazin "Journal of Adolescent Health" erschienen.

Insgesamt untersuchten die Forschenden Daten, die in einer Trevor-Project-Umfrage vom Herbst 2020 gesammelt worden waren. Insgesamt 12.000 junge Menschen zwischen 13 und 24 Jahren, die sich als trans oder nichtbinär identifizierten, beteiligten sich an der Untersuchung. Das Durchschnittsalter habe bei rund 17½ Jahren gelegen.

Laut der Befragung lag das Risiko einer ernsten Depression oder von Selbstmordgedanken in der Gruppe der trans oder nichtbinären jungen Menschen, die eine geschlechtsangleichende Hormontherapie erhielten, rund 40 Prozent unter dem Risiko der unbehandelten Gruppe. Dieses Ergebnis müsse auch von der Politik ernstgenommen werden, forderte Trevor-Project-Forscher Jonah DeChants, der einen Doktortitel im Fach Soziale Arbeit hat: "Speziell angesichts der andauernden politischen Debatte über den Zugang zu dieser Gesundheitsdienstleistung ist es wichtig, dass die Vorteile dieser Behandlung verstanden werden", so DeChants.

Twitter / cheddar
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Ein ermutigendes Ergebnis der Studie: 80 Prozent der jungen nichtbinären oder trans Menschen, die geschlechtsangleichende Hormontherapie erhalten, hätten mindestens ein Elternteil, die sie in ihrer Geschlechtsidentität unterstützen.

Bereits zuvor hatte das Trevor Project erschreckende Zahlen zu Depressionen unter jungen trans und nichtbinären Menschen veröffentlicht. Demnach hätten 52 Prozent von ihnen in den vergangenen zwölf Monaten ernsthaft über Suizid nachgedacht.

Aus der neuen Studie geht auch hervor, dass die Hautfarbe auch mitbestimmt, ob eine Person geschlechtsangleichende Hormontherapie erhalte. Dies sei viel mehr unter trans und nichtbinären Weißen üblich als unter People of Color, also nichtweißen jungen Menschen.

Das Trevor Project warnt davor, dass viele transphobe politische Initiativen die Lage von trans und nichtbinären jungen Menschen noch verschärfen könnten. Nach der Wahlniederlage von Donald Trump gibt es in den USA derzeit viele gegen trans Menschen gerichtete lokale Gesetzentwürfe, mit denen die oppositionellen Republikaner ihre konservative Basis erreichen wollen (queer.de berichtete). (dk)

Hilfsangebote bei Suizidgedanken in Deutschland

Eine generelle Notfall-Seelsorge für Menschen mit Suizidgedanken ist unter der kostenlosen Nummer 0800 111 0 111 zu erreichen (für Kinder und Jugendliche gibt es auch die kostenlose "Nummer gegen Kummer" unter 116 111).

Für trans Personen gibt es in Deutschland ein großes Netzwerk aus Treff-, Unterstützungs- und Beratungsangeboten. So bietet etwa die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität mehrere Beratungsstellen. Weitere lokale Angebote lassen sich oft über Suchmaschinen finden.


#1 canadianSarahAnonym
  • 15.12.2021, 16:36h
  • Und HRT ist eine der schwer zu erreichenden Medizinischen Massnahmen. Ich wusste mit 15!, dass ich ne Frau bin. Aber konnte erst mit 28 HRT beginnen, weil die Schwelle so hoch liegt. Outete mich 27 und dann gab es heftiges Gatekeeping, ob ick denn wirklich trans bin.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 canadianSarahAnonym
#3 Ith_Anonym
  • 16.12.2021, 00:06h
  • "Ein ermutigendes Ergebnis der Studie: 80 Prozent der jungen nichtbinären oder trans Menschen, die geschlechtsangleichende Hormontherapie erhalten, hätten mindestens ein Elternteil, die sie in ihrer Geschlechtsidentität unterstützen."

    Ich würde sagen, umgekehrt wird ein Schuh draus: Ohne unterstützendes Elternteil (oder sonstige sorgeberechtigte Person) dürften die Chancen auf eine Hormontherapie gerade bei Minderjährigen ziemlich genau gegen Null tendieren.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 AlsoAnonym
  • 16.12.2021, 01:31h
  • Die Zahlen sind erschreckend.
    Es muss dringend etwas geschehen.

    Ich bin alt; bei mir ist es (fast) egal. Aber die jungen... Ach; was sollen wir nur machen.
    Das ist doch einfach Mierda!

    Jedes Kind das sich wegen so unnötigen Sachen umbringt...soviele Kerzen kann ich nicht anzünden.

    Wie laut muss man schreien um gehört zu werden?
    Ich verstehe es einfach nicht.
    Wir tun doch niemanden etwas böses.
    Warum verstehen die das nicht?
  • Antworten » | Direktlink »
#5 AlsoAnonym
  • 16.12.2021, 03:27h
  • Antwort auf #2 von canadianSarah
  • Ich wusste mit 15 nicht einmal was trans ist...
    Ich bin fast irre geworden, inklusive Suizidversuch, bevor es mir klar wurde.
    Tja; und dann kam der Staat...*Stinkefinger*; was es wirklich nicht zum besseren wendete.

    Und, irgendwann, hat man nur noch funktioniert, war glücklich und gleichzeitig unglücklich, eine Maschine...bis es nicht mehr ging und es krachend zum Ende kam. BUMM. Scheiße wars als es sich Bahn brach.

    Und heute kämpft man immer noch, nicht nur für sich sondern auch für die jungen. Aber, und das freut mich wirklich, auf meinem Grabstein wird der Name stehen den meine Mutter wollte für ein Mädchen. Und das war auch ihre Antwort als ich mich bei ihr outete: Ich wusste es; hallo Anna.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 DreddAnonym
  • 16.12.2021, 11:57h
  • Antwort auf #5 von Also
  • "Ich wusste es; hallo Anna" ist aber ein sperriger Name;)

    Spaß beiseite, aber betreffend "zu spät" - afaik steht doch im Koalitionvertrag das die Angleichungskosten doch nun vollends von der Kasse übernommen werden und wir sind was das angeht medizinisch doch sehr weit: macht das Geschehene nicht ungeschehen, aber kannst du/ihr das was noch "stört" jetzt nicht "fixen" lassen ( merkwürdige Wortwahl, du weißt aber sicher was / wie ichs meine) ????
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Hannes3341Anonym
#8 DreddAnonym