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USA

Queere Autorin bell hooks gestorben

Die feministische US-Intellektuelle wurde nur 69 Jahre alt. Sie starb an Nierenversagen.


bell hooks gehörte zu den führenden US-Intellektuellen (Bild: The bell hooks Institute)

Die queere US-Literaturwissenschaftlerin und Feministin bell hooks ist im Alter von 69 Jahren in ihrem Haus in Berea (US-Bundesstaat Kentucky) gestorben. Das teilten das Berea College und mehrere Medien unter Berufung auf ihre Familie am Mittwoch mit. Laut "Washington Post" starb sie an Nierenversagen.

Berea College is deeply saddened about the death of bell hooks, Distinguished Professor in Residence in Appalachian...

Posted by Berea College on Wednesday, December 15, 2021
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Die Universität, an der hooks gelehrt hatte, würdigte die Professorin als großartige Autorin, Intellektuelle und "eine der bedeutendsten feministischen Wissenschaftlerinnen des Landes". US-Vizepräsidentin Kamala Harris bezeichnete hooks als "erfolgreiche Autorin, Aktivistin und Wegbereiterin".

hooks beschäftigte sich besonders mit Feminismus und Gender-Fragen, Antirassismus, Klassismus und Kulturkritik. Dabei ging sie von einer intersektionalen Verknüpfung der verschiedenen Machtmechanismen, insbesondere Rassismus, Sexismus und Klassismus aus, die sie in ihrer Kritik immer wieder als Dreieinigkeit von "weißer Vorherrschaft, Kapitalismus und Patriarchat" bezeichnete.

Im vergangenen Jahr nahm das Nachrichtenmagazin "Time" hooks in die Liste der 100 Frauen des Jahres auf. Das Magazin bezeichnete sie als "Intellektuelle mit Rockstar-Status". Diese Kombination sei sehr selten, so "Time".

Sich selbst bezeichnete hooks als queer, äußerte sich aber kritisch darüber, Rassismus und Homosexuellenfeindlichkeit gleichzusetzen: "Weiße Leute, homo- und heterosexuell, könnten die Wirkung von rassistischer Unterdrückung von People of Color besser verstehen, wenn sie diese beiden Formen der Unterdrückung nicht gleichsetzen." Man solle vielmehr analysieren, was diese beiden Mechanismen verbinde und was sie unterscheide, schrieb sie in ihrem 1989 erschienen Buch "Talking Back: Thinking Feminist, Thinking Black".

Twitter / bereacollege | 2018 wurde bell hooks in die Ruhmeshalle der Schriftsteller*innen aus Kentucky aufgenommen
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Die Feministin war 1952 in einer kleinen Stadt in Kentucky, in dem die Rassentrennung vorherrschte, geboren worden. Ihr Geburtsname war Gloria Jean Watkins, sie nahm aber den Künstlernamen bell hooks in Anlehnung an ihre Urgroßmutter Bell Blair Hooks an. Ihren Künstlernamen setzte sie in Kleinbuchstaben, um sich von ihrer Vorfahrin abzusetzen. Außerdem symbolisiere diese Schreibweise, dass ihre Arbeit im Vordergrund stehe, nicht ihre Person. (dpa/dk)