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Wegen J.K. Rowling

Quidditch-Ligen wollen neuen Namen

Harry-Potter-Autorin Rowling provoziert mit transphoben Äußerungen. Quidditch-Ligen in den USA wollen sich und den Sport umbenennen, um der gelebten Geschlechtergleichheit der Community gerecht werden.


Quidditch-Spieler*innen an der Universität von Miami in den Startlöchern (Bild: Daniel Breitenbach / flickr)

Wenn es um die Kreativität geht, mit der Fans ihre Liebe zu Romanen abseits der Bücher zelebrieren, muss die Harry-Potter-Community keinen Vergleich fürchten. Im Jahr 2005 erfanden die Nerds im US-Staat Vermont an der Ost-Küste das "Muggel-Quidditch". Seitdem werfen sich Spieler*innen ohne magische Fähigkeiten mit einem Besen zwischen den Beinen Bälle zu und versuchen, sie in großen Ringen zu versenken.

Das Vorbild: Das Quidditch-Spiel aus den Erfolgsromanen der Britin J.K. Rowling, die in den vergangenen Jahren immer wieder mit transfeindlicher Stimmungsmache von sich Reden machte. Doch die Fans zeigten sich schon oft progressiver als der Kopf hinter ihren Lieblingsbüchern. Und so wächst nun selbst das Quidditchspiel kreativ über die transphobe Autorin hinaus.

Die US-Ligen "U.S. Quidditch" und die "Major League Quidditch" wollen sich umbenennen und den aus den Harry-Potter-Büchern bekannten Namen des Sports loswerden. In den Büchern ist Quidditch der beliebteste Zeitvertreib unter Zauberern und Hexen und wird in einer internationalen Liga ausgetragen, in der schließlich auch Harry Potter selbst als "Sucher" Ruhm erringt.

Namensvorschläge heimlich gesammelt

Beide Ligen hätten im vergangenen Jahr im Stillen unter anderem Namensvorschläge gesammelt, um sich von Rowling zu emanzipieren, wie es in einem gemeinsamen Statement heißt. Man befinde sich zudem in Beratung durch Anwält*innen, um markenrechtlichen Implikationen der Umbenennung gerecht zu werden.

Der Schritt raus aus der Namensgebung von Rowling könnte den Sport sogar noch größer machen. Immerhin hält Warner Bros. Namensrechte an "Quidditch". Übertragungen von Spielen und Sponsoring durch andere Träger wären möglich, wenn nur der Name ein anderer wäre. So erhoffen es sich jedenfalls die Organisator*innen der großen Ligen. Doch welcher Name es dann wird, ist noch nicht bekannt gemacht worden.

Inklusion verpflichtet

"Unser Sport hat den Ruf als eine der progressivsten Sportarten in der Welt entwickelt, was Geschlechtergleichheit und Inklusion angeht", heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Das verdanke man auch der "gender maximum"-Regel, die besagt, dass Teams nicht mit mehr als vier Spieler*innen des selben Geschlechts auf dem Feld stehen dürfen. "Beide Organisationen fühlen sich verpflichtet, diesem Ruf in allen Aspekten des Betriebs gerecht zu werden und glauben, dass diese Änderung ein Schritt in diese Richtung ist."

Man hoffe, dass die Umbenennung dabei helfe, sich weiter von Rowling zu distanzieren, die wegen ihrer Anti-Trans-Positionen in den vergangenen Jahren unter zunehmende, kritische Beobachtung geraten sei.

Die Ankündigung der Ligen kam kurz nachdem Rowling mal wieder via Twitter ihre Verachtung für transgeschlechtliche Frauen kundgetan hatte. Im Kommentar auf einen BBC-Artikel formulierte sie zynisch: "Die penishaltige Person, die dich vergewaltigt hat, ist eine Frau." (queer.de berichtete)

Wie auch schon zuvor bei transphoben Ausfällen erhielt Rowling auch dieses mal deutliche Kritik. Eine populäre Widerrede stammt von der Wonder-Woman-Darstellerin aus den 70-er Jahren, Lynda Carter (queer.de berichtete). Die hatte sich auch schon in der Vergangenheit oft mit der queeren Community solidarisch gezeigt.



#1 StaffelbergblickAnonym
  • 18.12.2021, 12:49h
  • Gleich vorne weg ... habe weder Harry Potter gelesen und auch keine Filme gesehen. Aber solche Spielereien "... mit einem Besen zwischen den Beinen Bälle zu und versuchen, sie in großen Ringen zu versenken." ... da geht ja gleich wieder so eine Art Kopfkino los. Aber ist mir auch egal.
    Wenn diese Ligen jetzt scheinbar versuchen sich neue Namen zu geben und Anwaltskanzleien einschalten deutet das schon in eine Richtung von sehr Lizenzrechtlichen Fragen. Angefangen, welcher Name von den bisherigen "Inhabern" nicht angegriffen werden kann. Und dann könnte ich mir vorstellen, dass es durchaus Vertreter*innen aus der "Anwaltszunft" gibt, die dann das schiere Spiel und Reglement als so stark mit den Potterbüchern verbunden sehen, dass möglicherweise selbst eine Namensänderung alleine nicht ausreicht. Um es mal vergleichbar zu machen Wir hören immer wieder von Prozessen, in denen urheberrechtliche Ansprüche von "Erstkomponisten" gegenüber neueren Werken geklagt wird, weil plötzlich einzelne kurze Passagen identisch sind mit dem Urwerk.
    Vielleicht liege ich auch daneben
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#2 RickAnonym
#3 LedErich
  • 18.12.2021, 17:31h
  • Antwort auf #2 von Rick
  • Ich finde die Meldung keineswegs belanglos. Denn das ist doch ein starkes Zeichen für Respekt und Solidarität mit Trans-Personen. Ich finde es besonders bemerkenswert, weil es ja letztlich aus dem Fan-Umfeld der Autorin kommt.
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#4 canadianSarahAnonym
#5 Alexander_FAnonym
  • 18.12.2021, 23:10h
  • Wer es wirklich ernst meint mit seiner Distanzierung von dieser unsäglichen Person, sollte auch ihr Machwerk, das Harald-Töpfer-Universum aus ihren drittklassigen Kinderbüchern, der damnatio memoriae überlassen.

    Ich kann ja auch noch irgendwie nachvollziehen, dass für viele meiner Generation (mich offenbar als einzigen ausgeschlossen) Erinnerungen an diesen Büchern hängen und es ihnen deshalb schwerfällt.

    Aber wieso gibt es bitte allen Ernstes erwachsene Menschen, die sich auf einen Besenstiel setzen und damit herumrennen? What the flying fuck?
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#6 tchantchesProfil
#7 DreddAnonym
#8 RohlingAnonym
  • 19.12.2021, 11:38h
  • Antwort auf #7 von Dredd
  • Das Spiel scheint ja nichts anderes zu sein wie Handball, nur dass man sich einen Stock zwischen die Eier klemmt und sich als Zauberer verkleidet.
    Ich würds dann einfach Besenhandball oder so nennen.
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#9 StaffelbergblickAnonym
  • 19.12.2021, 15:59h
  • Antwort auf #8 von Rohling
  • "einen Stock zwischen die Eier klemmt" oh das wird etwas schwierig werden ... nur wenn vollkommen untenrum frei mit ordentlich superlangem Gehänge. Wir sollten einfach mal "zwischen den Beinen" bleiben ... und wenn eierlose dabei wären, was machen die????
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#10 LotiAnonym