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Richtungsentscheidung

Chilenische Präsidentschaftswahl: LGBTI-freundlicher Kandidat schlägt Homo-Hasser

Gabriel Boric hat die Stichwahl gegen den Rechtsaußen-Politiker José António Kast deutlich gewinnen können – viele queere Menschen im Land atmen auf.


Gabriel Boric, hier in einem Bild während des Wahlkampfes, ist neuer chilenischer Präsident (Bild: Mediabanco Agencia / wikipedia)

Mit Jubelrufen, Regenbogen-Flaggen und einem Feuerwerk haben zehntausende Menschen in Chile den Wahlsieg des linksgerichteten Abgeordneten und früheren Studierendenführers Gabriel Boric gefeiert. Boric gewann die Stichwahl für das Präsidentenamt am Sonntag (Ortszeit) laut Angaben der Wahlbehörde mit fast 56 Prozent der Stimmen. Er erlangte einen deutlichen Vorsprung zu seinem Kontrahenten, dem ultrakonservativen José António Kast (44 Prozent). Dieser räumte noch vor Bekanntgabe des offiziellen Wahlergebnisses seine Niederlage ein. Im ersten Wahlgang vor vier Wochen hatte Kast noch knapp in Führung gelegen.

Die Abstimmung war eine bedeutende Richtungswahl für die Chilen*innen, vielen galt sie sogar als wichtigste Wahl seit Chiles Rückkehr zur Demokratie 1990. Die Bevölkerung hatte sich zwischen einem entschieden rechten und einem deutlich linken Kandidaten entscheiden müssen.

Der 55-jährige Kast, der von manchen als rechtsextrem eingeordnet wird, ist der Sohn eines deutschen Wehrmachtsoffiziers und profilierte sich vor allem mit seinem katholischen Glauben, der Ablehnung von Einwanderung und Abtreibung und versprach Steuersenkungen. Außerdem gilt er als Fan des ehemaligen Diktators Augusto Pinochet. Besonders aggressiv ist seine Ablehnung von LGBTI-Rechten: So reagierte er entsetzt auf die mitten im Wahlkampf beschlossene Öffnung der Ehe (queer.de berichtete). Kast legte einen Plan vor, nach dem nur heterosexuelle Paare mit Kindern Unterstützung erhalten sollten, Regenbogenfamilien aber leer ausgehen. LGBTI-Aktivist*innen befürchteten, dass Kast die Ehe-Öffnung untergräbt und mit offener Stimmungsmache gegen queere Menschen gewalttätige Übergriffe provoziert. Bei Wahlkampfreden erklärte er: "Die Gesellschaft funktioniert am besten mit heterosexuellen Paaren."

Demgegenüber stand der erst 35-jährige Boric, einer der Anführer der Studentenproteste von 2011 gegen die horrenden Studiengebühren, der die soziale Ungerechtigkeit im Land anprangerte und ein aktiver Unterstützer der Ehe für alle war. Boric hatte im Wahlkampf ein öffentliches Bildungswesen und bessere Gesundheitsversorgung versprochen, setzt sich außerdem für die Rechte von Migrant*innen und Indigenen ein.

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Insgesamt waren in dem südamerikanischen Land rund 15 Millionen Menschen wahlberechtigt. Chile gilt als leuchtendes Beispiel in der Region. Das Land hat das höchste Pro-Kopf-Einkommen in Südamerika, die Armut konnte in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gesenkt werden. Probleme bereitet vielen Menschen aber nach wie vor die große soziale Ungleichheit. Weite Teile des Gesundheits- und Bildungswesens sind privatisiert, immer mehr Chileninnen und Chilenen fühlen sich abgehängt vom privilegierteren Teil der Gesellschaft. (AFP/dpa/dk)



#1 56James35Anonym
#2 KopfschüttelAnonym
  • 20.12.2021, 14:12h
  • "Der 55-jährige Kast, der von manchen als rechtsextrem eingeordnet wird, ist der Sohn eines deutschen Wehrmachtsoffiziers und profilierte sich vor allem mit seinem katholischen Glauben, der Ablehnung von Einwanderung und Abtreibung und versprach Steuersenkungen"

    Rechtsaußen-Politiker mit deutscher Herkunft... das lässt ja tief blicken. Und dann gegen Einwanderung, aber selber einen Migrationshintergrund haben.
    Gut, dass sich die Mehrheit anders entschieden hat.
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#3 dellbronx51069Anonym
#4 Casa del espirituAnonym