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Katholische Kirche

Bischof Jung: Proteste gegen Segnungsverbot sollten Kirche aufrütteln

Viele Gläubige halten das kategorische Nein des Vatikans zur Segnung homosexueller Partnerschaften für falsch. Und Segnungsgottesdienste finden seither dennoch statt. Für den Würzburger Bischof ist das Thema längst nicht beendet – auch wenn Rom das so will.


Franz Jung ist seit 2018 Bischof von Würzburg (Bild: Klaus Landry / wikipedia)

Die Proteste nach dem Nein des Vatikans zur Segnung homosexueller Paare sollten die Kirche nach Auffassung des Würzburger Bischofs Franz Jung aufrütteln. Er habe "die überaus heftigen Reaktionen als Weckruf verstanden für eine neue Form des Miteinanders zum Wohle der Kirche und zum Wohle der Menschen, die bei ihr Trost und Segen suchen", sagte Jung der Deutschen Presse-Agentur. Die aufgebrachten Rückmeldungen hätten deutlich gemacht, "dass viele Menschen die kirchliche Sexualmoral heute unter vielerlei Hinsicht für überholt halten".

"Auf eine solche Problemanzeige kann man nicht allein mit Verboten reagieren, sondern nur, indem man sich in einem ehrlichen Gespräch den aufgeworfenen Fragen stellt und weitere wissenschaftliche Expertise hinzuzieht", sagte Jung.

Seit Jahren sorgt das Thema Homosexualität in der katholischen Kirche für rege Diskussionen. Am 15. März 2021 hatte die vatikanische Glaubenskongregation in einer von Papst Franziskus abgesegneten Stellungnahme bekanntgegeben: Jede Segnungsform, die eine gleichgeschlechtliche Partnerschaften anerkenne, sei unzulässig (queer.de berichtete). Auch eine Aufweichung des Zölibats und erst recht die Öffnung des Priesteramts für Frauen hat die römische Zentrale bereits abgewiesen.

Es ist wichtig, das Gespräch miteinander zu suchen"

"Die empörte Reaktion aus vielen Teilen der Welt hat zweierlei gespiegelt", sagte Jung. Die Zeiten, "in denen es ausreichte, die Befolgung bestimmter Glaubensinhalte per Dekret oder Lehrschreiben einzufordern und die entsprechende Vermittlung der Katechese vor Ort zu überlassen", seien vorbei. "Ich bin davon überzeugt, dass es für uns alle wichtig ist, das Gespräch miteinander zu suchen und wenigstens ansatzweise verstehen zu wollen, was die Gemüter bewegt."

Hier habe die Kirche noch großen Nachholbedarf. Es müsse allen um ein vertieftes Verständnis der Offenbarung gehen. "Ich hoffe, dass die Synode zur Synodalität, in der der Papst das Hören großgeschrieben hat, weltweit auf fruchtbaren Boden fällt, nicht zuletzt auch in Rom selbst."

In den letzten Monaten gab es eine große Debatte innerhalb der Kirche zwischen jenen, die einen harten Kurs gegen Homosexuelle befürworten und anderen, die sexuelle Minderheiten nicht grundsätzlich verdammen wollen. Erzbischof Georg Gänswein, der Privatsekretär von Ex-Papst Benedikt XVI., forderte etwa ein Ende des Anbiederns ans "Regenbogen-Metier" (queer.de berichtete). Dagegen erklärte das Erzbistum Paderborn vor wenigen Tagen, es sei "queersensibel" (queer.de berichtete). (dpa/cw)



#1 Sapere AudeAnonym
#2 stephan
  • 20.12.2021, 14:38h
  • Antwort auf #1 von Sapere Aude
  • Da hast Du absolut recht! Die klügeren Bischöfe (wie etwa Herr Marx) ziehen sich ja auch schon aus exponierten Ämtern zurück, weil jedermann weiß, dass der Konflikt mit Rom nicht auflösbar ist! An das Wachrütteln der Kirche glaube ich indes NICHT!
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#3 RobinAnonym
  • 21.12.2021, 09:52h
  • "Es ist wichtig, das Gespräch miteinander zu suchen"

    Wie oft wir das schon gehört haben. Aber das ist reines Marketing-Gelaber. Geändert hat sich bisher GAR NICHTS.

    Die Zeit des Laberns ist endgültig vorbei. Jetzt zählen nur noch Fakten. Und da sind die besser schnell, ehe sie gar keine Mitglieder mehr haben.
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