Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?40742
powered by

24 illegale Türchen

Verbraucherschutz-Organisation mahnt Anbieter von Erotik-Adventskalendern ab

Auch bei Sextoys gibt es Regeln: Die Verbraucherzentrale geht nun gegen den Verkauf von erotischen Adventskalendern vor, bei denen Sicherheitshinweise und ähnliches fehlten.


Mehrere Adventskalender mit erotischen Goodies enthalten keine Gebrauchsanweisungen oder Allegiewarnungen, die deutschen Gesetzen genüge tun (Bild: www.freepik.com)
  • 20. Dezember 2021, 13:21h, noch kein Kommentar

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat sechs Online-Anbieter von Erotik-Adventskalendern wegen teils massiver Verstöße gegen Kennzeichnungs- und Informationspflichten abgemahnt. Die Kalender seien oft ohne Gebrauchsanleitung und Sicherheitshinweise für die enthaltenen Artikel wie Handfesseln, Mundknebel oder Vibratoren ausgeliefert worden, teilte der vzbv am Montag mit. Zudem blieben die Materialien oder Zutaten oft unbekannt.

"Falsch angewendet können Fesseln, Mundknebel, Nippelklemmen oder Prostatavibratoren mit Fernbedienung für erhebliche Verletzungen sorgen", erklärte vzbv-Rechtsreferentin Kerstin Hoppe. "Enthalten die Sextoys Materialien und Zutaten, die Allergien auslösen können, muss dies unbedingt vorher erkennbar sein."

Die für 100 bis 200 Euro angebotenen Adventskalender enthalten laut vzbv eine Mischung aus Sexspielzeugen, Kosmetikartikeln, Medizinprodukten, Textilien und Lebensmitteln. Je nach Produktart gelten demnach in der Europäischen Union unterschiedliche Kennzeichnungs- und Informationspflichten.

Bei Textilien müsse zum Beispiel die Faserzusammensetzung etikettiert sein. Lebensmittel-Verpackungen müssten eine Zutatenliste und Hinweise auf Allergene enthalten. Bei Medizinprodukten seien unter anderem Name und Anschrift des Herstellers, CE-Kennzeichen, Herstellungsdatum und Ablaufdatum anzugeben.

Gebrauchsanleitungen müssen auf Deutsch sein

Nach dem Produktsicherheitsgesetz sind laut vzbv auch verständliche Gebrauchs- und Bedienungsanleitungen in deutscher Sprache verpflichtend. Sie sollen die sichere Anwendung der Produkte gewährleisten und Verbraucherinnen und Verbraucher vor möglichen Gefahren schützen. Auch ein Produkt zur Desinfektion von Sexspielzeug bemängelten die Verbraucherschützer*innen: So hätten in einem Fall bei einem "veganen Toy Cleaner" Angaben zu den Wirkstoffen und ihrer Konzentration sowie zur Entsorgung gefehlt.

Der vzbv forderte die sechs Anbieter auf, die Kalender nicht mehr ohne die vorgeschriebenen Produktinformationen zu vertreiben. Geben die Unternehmen die geforderte Unterlassungserklärung nicht ab, droht ihnen eine Klage, wie der Verband erklärte. (AFP/cw)