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Neue Petition

Queere Organisationen: Deutschland muss LGBTI aus Afghanistan aufnehmen

Sexuelle und geschlechtliche Minderheiten fürchten nach der Machtübernahme der Taliban um ihr Leben. Trotzdem tut Deutschland wenig, um den Verfolgten zu helfen, beklagen LGBTI-Vereine.


Wird die Ampel-Regierung queere Menschen in Afghanistan ihrem Schicksal überlassen? (Bild: flickr / brx0 / by 2.0)

Mehrere deutsche LGBTI-Organisationen haben die Bundesregierung am Dienstag aufgefordert, queere Afghan*innen so schnell wie möglich in Deutschland aufzunehmen. Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD), die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF e.V.), der CSD Bremen, Rat&Tat Zentrum für Queeres Leben Bremen, die Rosa Strippe aus Bochum sowie die Schwulenberatung Berlin haben dazu eine Petition bei Allout gestartet.

Darin beklagen die Vereine "Folter, Morde, außergerichtliche Hinrichtungen und Todesstrafe" in Afghanistan, queere Menschen seien dort grundsätzlich in Lebensgefahr. "Die neuen Machthaber verfolgen LSBTI* gnadenlos und suchen gezielt nach ihnen", heißt es in der Petition, die sich an Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) und Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) richtet. "Die Zeit rennt davon. Uns erreichen noch immer verzweifelte Hilfegesuche. Es gibt konkrete Namen, die auch der Bundesregierung vorliegen. LSBTI* können nach wie vor aus Afghanistan und den Nachbarländern gerettet werden." Die Organisationen weisen auch darauf hin, dass der Verweis auf Nachbar-Fluchtländer wie Pakistan oder Iran nicht helfe – denn auch diese Länder lassen queere Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität verfolgen.

"Passiert ist so gut wie nichts"

Dabei habe Deutschland bereits die Rettung besonders schutzbedürftiger Menschen zugesagt. So habe die Innenministerkonferenz im August beschlossen, besonders gefährdete Personengruppen aus Afghanistan schnellstmöglich nach Deutschland in Sicherheit zu bringen. "Aber passiert ist seitdem so gut wie nichts. Die humanitären Evakuierungslisten des Auswärtigen Amtes wurden geschlossen. Afghanistan ist von der politischen und medialen Agenda verschwunden", beklagen die queeren Organisationen.

Innenministerin Faeser hat bereits angekündigt, dass Deutschland 25.000 schutzbedürftige Afghan*innen aufnehmen wird. Allerdings wird in der Petition erklärt: "Unklar ist, ob und wie LSBTI als hoch gefährdete Gruppe ausdrücklich berücksichtigt werden."

Im vergangenen Monat vorgestellten Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP heißt es: "Wir werden ein humanitäres Aufnahmeprogramm des Bundes in Anlehnung an die bisher im Zuge des Syrien-Krieges durchgeführten Programme verstetigen und diese jetzt für Afghanistan nutzen." (cw)



#1 audeasAnonym
#2 Ith_Anonym
  • 21.12.2021, 17:48h
  • Fairerweise muss man dazu sagen, dass das in Afghanistan nicht bloß queere Menschen betrifft. Da werden auch Leute für ihre Zusammenarbeit mit dem Westen totgefoltert, während deren Kooperationspartner*innen und Verwandte sich hier vergeblich um Hilfe bemühen. Und niemanden interessiert's.
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#3 WiedervorlageAnonym
  • 21.12.2021, 18:07h
  • Antwort auf #2 von Ith_
  • Was ist eigentlich aus der (trans)Frau geworden die Mitte des Jahres nach Äthiopien abgeschoben werden sollte?

    Ihr drohe ja keine Verfolgung...

    Der BRD und BAMF traue ich diesbezüglich nicht weiter als ich einen lebenden Elefanten werfen kann.
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#4 AtreusProfil
  • 21.12.2021, 18:20hSÜW
  • Welchen Einsatz wir von der aktuellen Bundesregierung in Bezug auf diskriminierte und verfolgte Minderheiten erwarten dürfen, hat sich bereits exemplarisch beim Antrittsbesuch des Herrn Scholz in Polen gezeigt.

    Ich empfehle das Pressestatement in der Mediathek nachzusehen oder ersatzweise die Pressemitteilungen darüber zu lesen und auf die schallende Rechtsstaats- und Queerfeindlichkeitskritik zu prüfen. Ich wünsche viel Erfolg.
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#5 NiLeiAnonym
  • 21.12.2021, 20:00h
  • Hi, ich hatte schon eine Mitteilung des LSVD bekommen und natürlich gerne unterschrieben.
    Auch ich hoffe, daß die neue Bundesregierung dafür einsteht und Maßnahmen ergreift, daß ab sofort die Zugehörigkeit zu LGBTQIA+ als zwingender Asylgrund angesehen wird wenn die Menschen in den Herkunfstländern oder den jeweiligen Rückführländern verfolgt bzw. diskriminiert werden würden.
    Ich darf auch noch an die immer noch im Land befindlichen Ortskräfte in Afghanistan erinnern. Die Bundesrepublik ist ihnen verpflichtet und sollte schnellstens Maßnahmen ergreifen sie endlich nach Deutschland zu bringen. Die alte Regierung hat hier Schuld auf sich geladen indem sie die Angelegenheit lange "verschlafen" hat.
    Nichts ist gut in Afghanistan, leider! :-((((
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#6 DestroyaAnonym
  • 21.12.2021, 22:11h
  • Antwort auf #2 von Ith_
  • Anscheinend interessierte es auch nicht die von uns über Jahrzehnte finanzierte und trainierte Afghanische Armee, als die Islamisten durch ihr Land maschierten und alles einnahmen.
    Obwohl sie in der Überzahl und technisch besser ausgestattet war, hat man freudig die Waffen des Westens in die Hände der Islamisten gegeben.

    Die meisten Leute dort teilen unsere Werte nicht.

    Wir haben diesen Menschen geholfen, sie wollten unsere Hilfe letztendlich nicht und haben sich für den Islamismus entschieden.

    Von unseren Medien wird Verantwortung völlig verdreht.
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#7 Maximilian2Anonym
  • 22.12.2021, 20:13h
  • Petitionen sind ja schön und gut, aber wie soll denn so ein "Herausholen" konkret aussehen, wenn bereits dazu irgendwelche Namenslisten von LGBT erstellt werden müssen, die die Betroffenen ungewollt den Machthabern dort outen können und damit in Lebensgefahr bringen? Glaubt jemand ernsthaft, dass man Menschen aus einem solchen Land "herausholen" kann ohne dass die dortigen Machthaber das mitbekommen? Wie denn bitte? Die Grenzen sind dicht. Und die Taliban interessiert vermutlich herzlich wenig, wenn irgendein Statement von der Regierung kommt...
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#8 grübeltAnonym
  • 23.12.2021, 03:09h
  • Antwort auf #6 von Destroya
  • Folgt man Ihrem Gedanken konsequent ist jede Minderheit auf sich gestellt. Dies gilt dann auch für hiesige queere Menschen. Das wollen wir, nehme ich an, alle nicht.

    Schwächeren, verfolgten und mit dem Tode bedrohten Menschen hilft man. Das ist ein Gebot der Menschlichkeit.
    Man kann, fatalerweise, nicht allen helfen und manche nehmen die Hilfe auch nicht an. Das ist bedauerlich.
    Aber es sollte uns nicht hindern zu versuchen zu helfen und die Welt ganz langsam auf einen besseren Weg zu bringen.
    Menschen leiden zu lassen weil einige, mit Verlaub, zu blöde sind und einem abwegigen Weltbild anhängen ist keine Option.
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