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"Aline" – ein Biopic der etwas anderen Art

Valerie Lemerciers neuer Film ist eine sehr warmherzige Verneigung vor der Schwulenikone Celine Dion – einem Popstar, der von den Fans immer mehr geliebt wurde als von der Kritik.


Szenenfoto: Valerie Lemercier als Aline Dieu alias Celine Dion (Bild: Jean-Marie Leroy / Rectangle Productions / Gaumont / TF1 Films Production / De L'huile / Pcf Aline Le Film Inc. / Belga Productions)
  • Von Patrick Heidmann
    23. Dezember 2021, 08:47h, 1 Kommentar

Dass "Aline" (ab 23. Dezember 2021 im Kino) nicht unbedingt ein Biopic wie jedes andere ist, fängt schon mit dem Titel an. Beziehungsweise mit dem Namen der Protagonistin. Aline Dieu, nie gehört? Natürlich nicht, die gibt es ja auch gar nicht. Doch um wen es hier tatsächlich geht, verhehlt Regisseurin Valerie Lemercier natürlich auch nicht wirklich: die Titelheldin ihres neuen Films ist eine nur marginal fiktionalisierte Version von Céline Dion.

Genau wie Dion wächst auch Aline Dieu (Lemercier selbst) als jüngstes von 14 Kindern in Quebec auf und begeistert schon als junges Mädchen in der Kneipe ihrer Eltern (Roc Lafortune und die famose Danielle Fichaud) mit außergewöhnlichem Stimmtalent. Der Umtriebigkeit der Familie und dem Sachverstand von Musikmanager Guy-Claude (Sylvain Marcel) sei Dank lassen Plattenvertrag und erste Erfolge in Kanada nicht lange auf sich warten.

Es folgen. immer entlang Dions Biografie, Stationen wie der Sieg beim Eurovision Song Contest, Welthits wie der "Titanic"-Titelsong und die enorm erfolgreichen Engagements in Las Vegas (mit ihrem schwulen Visagisten als einzigem Vertrauten) genauso wie die Ehe mit dem 26 Jahre älteren Guy-Claude, das langwierige, aber letztlich erfolgreiche Ringen um Nachwuchs und schließlich der Krebstod des Gatten.

Der Film hat den Segen von Dions Team


Poster zum Film: "Aline" startet am 23. Dezember 2021 bundesweit im Kino

Anders als die Umbenennung es vermuten lässt, ist "Aline" keine inoffizielle Angelegenheit: Der Film hat den Segen von Dions (ansonsten nicht involviertem) Team, weswegen auch die Musikrechte kein Problem waren. Trotzdem sucht Lemercier ganz bewusst Distanz zur Realität, auch indem sie nicht die Originalsongs, sondern Coverversionen von Victoria Sio verwendet. Und nicht zuletzt dadurch, dass sie selbst – die vier Jahre älter ist als Dion – die Hauptrolle spielt. Von der Kindheit an übrigens, was zu einem CGI-unterstützten Verfremdungseffekt führt, der ebenso irritierend wie rührend wirkt.

Wer nun Lemerciers bisherige, vor allem komödiantische Arbeit (zu der auch immer Kinder-Rollen gehörten) kennt, würde vielleicht erwarten, dass es ihr vor allem darum geht, die Schwulenikone auf albern-absurde Weise durch den Kakao zu ziehen. Doch davon kann keine Rede sein, auch wenn "Aline" ausgesprochen witzig und eine Szene, in der sich die Protagonistin in ihrem 40-Zimmer-Anwesen in Nevada verläuft, ein echtes Highlight ist. Viel eher ist der Film eine sehr warmherzige Verneigung vor einem Popstar (und dessen große Liebe), der von den Fans immer mehr geliebt wurde als von der Kritik. Sehr charmant fängt Lemercier sowohl Dions Arbeitsethos und Pflichtbewusstsein als auch ihren Familiensinn und allzu menschliche Schrullen und Überspanntheiten ein – und rekreiert etliche ikonische Auftritte und Kostüme.

Psychologisch wahnsinnig tief schürft das eher nicht. Gerne hätte man, egal ob fiktionalisiert oder nicht, mehr erfahren, über ihre Ehe genauso wie über den Knochenjob in Vegas mit acht Shows die Woche oder ihre vermeintliche Abneigung gegen "My Heart Will Go On". Als konventionell erzähltes, aber herrlich eigenwillig umgesetztes Biopic der etwas anderen Art macht "Aline" jedoch in jedem Fall viel Freude.

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Infos zum Film

Aline. Tragikomödie. Frankreich, Kanada, Belgien 2020. Regie: Valerie Lemercier. Darsteller*innen: Valérie Lemercier, Sylvain Marcel, Danielle Fichaud, Roc LaFortune, Jean-Noël Brouté. Laufzeit: 126 Minuten. Sprache: deutsche Synchronfassung. Verleih: Weltkino. FSK 6. Kinostart: 23. Dezember 2021


#1 StaffelbergblickAnonym
  • 23.12.2021, 10:30h
  • "Schwulenikone Celine Dion" .. ist sie das wirklich???? Mir sind da eher Namen wie Streisand, Minelli und insbesondere ihre Mutter Judy Garland ("somewhere over the Rainbow" im Schädel eingebrannt Na gut ich bin ja auch schon zwei Jahre älter ;-)
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