Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?40765

Kirche "richtet aktiv Schaden in der Welt an"

Tech-Milliardär tritt aus queerfeindlicher Mormonen-Kirche aus – und spendet an LGBTI-Verein

Weil seine Kirche Menschenrechte mit Füßen trete, verkündet der reichste Mann Utahs seinen Austritt – und lässt einer lokalen LGBTI-Organisation eine Großspende zukommen.


Jeff T. Green hat genug von seiner Kirche

Der amerikanische Multimilliardär Jeff T. Green hat laut einem Bericht der Tageszeitung "Salt Lake Tribune" seinen Austritt aus der Mormonen-Kirche bekanntgegeben und als Grund die Missachtung von Menschenrechten genannt. "Ich glaube, die Mormonen-Kirche hat den weltweiten Fortschritt bei Frauenrechten, Bürgerrechten und Antirassismus sowie LGBTQ+-Rechten behindert", schrieb er in einem Brief an die in Salt Lake City ansässige Glaubensgemeinschaft. Die Kirche "richtet aktiv bis heute Schaden in der Welt an", so Green weiter.

Als erste Großspende im Rahmen seines Austritts habe er sich die LGBTI-Organisation Equality Utah ausgesucht – und ihr 600.000 US-Dollar (530.000 Euro) zukommen lassen. Es sei "die erste von hoffentlich vielen Spenden" durch seine Stiftung an diese Organisation.

Twitter / EqualityUtah | Equality Utah ist dankbar für die Großspende
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Die Hälfte des Geldes solle einem Stipendienprogramm zukommen, mit dem queeren Studierende unterstützt werden sollen – etwa solche, "die die Brigham-Young-Universität verlassen wollen oder müssen". BYU ist im Besitz der Mormonen-Kirche und mit mehr als 33.000 Studierenden eine der größten Privathochschulen in den USA. In dieser Uni herrschte lange Jahre ein striktes Homo-Verbot, das letztes Jahr aber etwas gelockert wurde – nach wie vor werden schwule oder lesbische Studierende aber gezwungen, ihre sexuelle Orientierung zu verleugnen und zu unterdrücken (queer.de berichtete). Green war selbst Student an der BYU.


Der Mormonentempel in Salt Lake City (Bild: flickr / Ken Lund / cc by 2.0)

Greens Vermögen wird auf 5,7 Milliarden Dollar geschätzt – er sei damit laut "Salt Lake Tribune" die "reichste Person aus Utah". Sein Geld hat er durch die Entwicklung mehrere Internet-Werbeplattformen verdient. Letzten Monate kündigte der 44-Jährige an, dass er 90 Prozent seines Vermögens wohltätigen Organisationen zukommen lassen wolle.

Derzeit ist die Mormonenkirche (Eigenbezeichnung: Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage) in den USA die viertgrößte christliche Glaubensgemeinschaft – nach katholischer, südbaptistischer und methodistischer Kirche. Sie beruft sich neben der Bibel auch auf das "Buch Mormon". Diese im 19. Jahrhundert verfasste Heilige Schrift ist eine Art Prequel und Fortsetzung des Neuen Testaments, dessen Handlung nach Nordamerika verlegt wurde.

Die Mormonen-Kirche gehört zu den LGBTI-feindlichsten Glaubensgemeinschaften der USA. In einem Achtzigerjahre-Ratgeber wurde etwa ernsthaft davor gewarnt, dass Männer schwul werden, sollten sie sich selbst befriedigen (queer.de berichtete). Bis heute hält die Kirche an der Minderwertigkeit Homosexueller fest und verbietet etwa gleichgeschlechtliche Ehen. Zuletzt lockerte sie aber ihre Doktrin etwas – eine gleichgeschlechtliche Ehe wird seit 2019 etwa nicht mehr als Abfall vom Glauben gewertet, sondern nur noch als "ernstes Vergehen" (queer.de berichtete). (dk)



#1 LegatProfil
  • 23.12.2021, 11:13hFrankfurt am Main
  • Ein echtes Vorbild für viele Wirtschaftsbosse. Wenn viele seinem Beispiel folgen, haben auch die Republikaner mit ihrer offenen Hass-Politik keine Chance mehr.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Sven100Anonym
#3 LotiAnonym
#4 TippfehlerAnonym
#5 DQ24Anonym
  • 23.12.2021, 12:38h
  • Gute Entscheidung, auch für die eigene Geldbörse. Sein Zehnter (10% des Bruttoeinkommens) muss immens gewesen sein!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 DQ24Anonym
  • 23.12.2021, 12:49h
  • Antwort auf #4 von Tippfehler
  • Laut Religionswissenschaftler zählen Mormonen zu den so genannten Mischreligionen. Als ehemalige Mormonin weiß ich, wie homophob Mormonen sind. An der kircheneigenen Brigham Young Universität wurden bis in die Neunziger hinein, Aversionstherapien angeboten. Und in den Sechzigern gab es an der Uni so genannte Hexenjagden, wobei fünf Mormonen Selbstmord begingen:

    Aus einem Artikel;

    The Suicides of 1965
    A 1975 article that appeared in the national Gay newsmagazine, The Advocate, recounted that Gay Mormon Robert McQueen had met five young Gay
    BYU students a decade earlier. All in their 20s, three had recently completed missions for the LDS Church. Four of these men "had been trapped in the ongoing homosexual witch hunts at BYU and subjected to the church's disciplinary program", McQueen wrote. The fifth young man had confessed voluntarily to church leaders that he was Gay. Each one was interviewed in 1965 "by the counselor to homosexual problems", Apostle Spencer Kimball. McQueen felt that "they wanted to be better people, but believed in their church more than they believed in themselves". Unfortunately, "when their church rejected them because they were gay, it destroyed them." McQueen knew, after his own soul-searching, that because they had been unable to "reconcile...the opposing forces of a rigidly homophobic religion and homosexuality", the five students killed themselves. Two of the students committed suicide by over-dosing on
    drugs, one hung himself, another blew his own head apart with a gun, and the last jumped seven storeys to his death. These horrific deaths profoundly influenced McQueen and started him on his own crusade to hold the Mormon Church and its leaders accountable for its actions.

    Quelle:
    www.connellodonovan.com/abom.html
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Alexander_FAnonym
  • 23.12.2021, 13:37h
  • Das sind ja mal gute Nachrichten. Es fügt sich insoweit sehr ins Bild, als dass die meisten säkular-atheistischen Wortführer*innen in den Staaten ehemalige Mormon*innen sind. Wenn nun aber auch noch ein Milliardär austritt, ist das ein bedeutendes Zeichen, das hoffentlich noch viele weitere Angehörige der Moron-Kirche inspirieren wird, ihr en Rücken zu kehren.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Sven100Anonym
#10 fredinbkkkAnonym
  • 24.12.2021, 02:58h
  • sie kamen immer wieder vorbei,zwei junge adrette US- Maenner mit ihren Fahrraedern auf dem Gepaecktraeger das Buch Mormon ,
    sie versuchten ganz massiv hier in Bangkok die Buddisten von ihrem "Glauben" abzubringen...am Anfang lies ich sie reden...aber mit der Zeit wurden sie mir laestig...da sie immer oeffters kamen..
    ....ich ging auf ihre Werbung ein und zeigte Interesse an ihren Versuchen mich zu gewinnen....
    dann warf ich die Frage ein ob ich denn wenn ich mich ihnen anschliesse auch in ihrem Tempel heiraten koenne....
    sie schienen sichtlich erfreut an meiner Frage.....
    ich erwiderte ihnen nun meine bessere Haelfte dazu holen zu muessen..was ihnen noch mehr gefiel....
    als sie dann meinen Thaimann erblickten ...schwangen sie sich sofort auf ihre Drahtesel und wurden seidher niemehr in unserer Strasse gesichtet....

    dem Spagettimonster seid Dank
  • Antworten » | Direktlink »