Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?40766

Trauer in Brasilien

Ian Matos gestorben

Als einer der ersten brasilianischen Sporter hatte sich Ian Matos vor rund acht Jahren als schwul geoutet. Jetzt ist er im Alter von nur 32 Jahren gestorben.


Ian Matos hatte 2016 an den Olympischen Sommerspielen in seiner Heimat teilgenommen (Bild: Instagram / Ian Matos)

Der brasilianische Turmspringer Ian Matos ist tot. Er starb laut Medienberichten am Dienstag in einem Krankenhaus in Rio de Janeiro an den Folgen einer Lungenentzündung. Demnach habe sich eine Infektion am Hals, für die sich der 32-Jährige in ärztliche Behandlung begeben hatte, auf Lunge und Magen ausgeweitet. Die letzten beiden Monate seines Lebens verbrachte der Olympia-Teilnehmer von 2016 im Krankenhaus.

Matos, der bis zu seinem 17. Lebensjahr im US-Bundesstaat Pennsylvania aufgewachsen war, outete sich im Januar 2014 als schwul (queer.de berichtete). Er sagte, er sei damals inspiriert worden vom britischen Turmspringer Tom Daley, der sich nur einen Monat zuvor als bisexuell geoutet hatte (Daley outete sich später als schwul). Matos beteiligte sich nach dem Coming-out auch an Kampagnen wie der "Free and Equal"-Initiative der Vereinten Nationen, mit der für weltweite Gleichbehandlung queerer Menschen geworben wurde.

Das Brasilianische Olympische Komitee reagierte mit großer Bestürzung auf den Tod des Sportlers: "Wir sind zutiefst betrübt über die Nachricht vom vorzeitigen Tod des olympischen Turmspringers Ian Matos im Alter von nur 32 Jahren", heißt es in Mitteilungen auf sozialen Medien. Der Sportbund sprach Familien und Freund*innen sein Beileid aus.

Twitter / timebrasil

Matos hatte bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 mit seinem Partner Luiz Outerelo den achten Platz im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett erreicht. Sein größter Erfolg war der Gewinn von drei Bronze-Medaillen bei den südamerikanischen Meisterschaften 2010 in Medellín gewesen.

Kurz vor seinem Tod riefen Freund*innen von Matos eine Spendenaktion ins Leben, damit seine Familie nach Rio reisen konnte, um dem Sportler im Kampf gegen die Krankheit beizustehen. Das Spendenziel wurde binnen weniger Tage erreicht. Das Bekanntwerden der Erkrankung löste eine große Beileidswelle im Land aus. (cw)