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Absturz und Überlebenskampf in der Wildnis

Die US-Serie "Yellowjackets" ist eine ziemlich wilde, aber bemerkenswert gut aufgehende Mischung aus Gruselthriller, Psychodrama und Coming-of-Age-Geschichte – mit einer queeren Hauptfigur.


Auf dem Flug zu einem Turnier stürzen die Mädchen der Fußballmannschaft Yellowjackets mitten in der Wildnis von Ontario ab – und kämpfen 19 Monate ums Überleben (Bild: Sky Deutschland)
  • Von Patrick Heidmann
    28. Dezember 2021, 08:13h, noch kein Kommentar

Leicht bekleidetes Baden im See, lesbische Küsse im Gebüsch, abendliche Tanzpartys, solange die Batterien des Transistorradios noch funktionieren – in einzelnen Momenten könnte man meinen, die Mädchen-Fußballmannschaft der Yellowjackets aus einer Kleinstadt in New Jersey erlebt 1996 ein großes Ferienlager-Abenteuer. Doch tatsächlich ist die Lage in dieser nach dem High-School-Team benannten Serie, die ab dem 28. Dezember 2021 dienstags bei Sky Atlantic und auf Abruf zu sehen ist, eigentlich alles andere als heiter.

Die Mädchen sind auf dem Weg zu den nationalen Meisterschaften auf der anderen Seite der USA, als ihr Flugzeug über der kanadischen Wildnis abstürzt. Die Überlebenden – darunter außer etlichen Schülerinnen auch ein schwer verletzter Assistenzcoach und die beiden Teenager-Söhne des Trainers – hoffen inmitten der Wälder, umringt von Bären und Wölfen, auf schnelle Rettung. Doch letztlich dauert es 19 Monate, bis die verbliebenen Jugendlichen gefunden werden – und daran dass die Gruppe bis dahin an die Grenzen des Unvorstellbaren gebracht wird, lässt schon die erste der zehn Episoden keinen Zweifel.

Zweite Zeitebene 25 Jahre nach dem Absturz


Poster zur Serie: "Yellowjackets" läuft in Deutschland exklusiv auf Sky

"Yellowjackets" erzählt vom Schicksal der Mädchen und ihrem gemeinschaftlichen Überlebenskampf, quasi als weibliche, moderne Antwort auf "Herr der Fliegen". Doch Ashley Lyle und Bart Nickerson, die Schöpfer*innen der bereits für eine zweite Staffel verlängerten Serie, verknüpfen diesen Handlungsstrang mit einer zweiten Zeitebene, denn auch 25 Jahre später lassen sich die traumatischen Ereignisse von damals nur mehr schlecht als recht verdrängen.

Shauna (Melanie Lynskey) ist als Ehefrau und Mutter frustriert und trauert den verpassten Chancen der Jugend nach, Natalie (Juliette Lewis) kommt nach vergeblicher Flucht in Drogen und Sex mal wieder aus dem Entzug und Taissa (Tawny Cypress) steht mitten im Wahlkampf um einen Senatsposten, worüber sie ihre Gattin samt Sohn vernachlässigt. Und dann ist da noch Altenpflegerin Misty (Christina Ricci), die schon in der Jugend eine ebenso unbeliebte wie sonderbare Außenseiterin war, woran sich nichts geändert zu haben scheint.


Die lesbische Taissa (Tawny Cypress) plant eine politische Karriere. Das könnte die Vergangenheit der Frauen noch einmal ins Rampenlicht bringen...

Jahrelang haben diese Frauen versucht, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und einander aus dem Weg zu gehen, doch dann beginnt eine vermeintliche Journalistin plötzlich wieder Fragen zu stellen und gleichzeitig verschickt irgendjemand unheimliche Postkarten mit Verweisen an die Zeit in der Wildnis. Das ergibt in "Yellowjackets" eine ziemlich wilde, aber bemerkenswert gut aufgehende Mischung aus Gruselthriller, Psychodrama und Coming-of-Age-Geschichte, die von jugendlicher Selbstfindung genauso erzählt wie von Freundschaften und Identitätskrisen zur Lebensmitte. Und natürlich von Überlebenskämpfen aller Art.

Permanent neue Überraschungen, Wendungen und Fragen

Ohne atemlos oder hektisch zu sein, hält die Serie permanent neue Überraschungen, Wendungen und Fragen bereit und entwickelt dabei enorme soghafte Spannung. Nicht nur die Inszenierung (u.a. durch Karyn Kusama, Deepa Mehta oder den schwulen Regisseur Jamie Travis, der auch schon Folgen von "The Bold Type" oder "Charmed" verantwortete) ist packend, auch die Schauspielerinnen sind hervorragend. Ganz besonders erwähnen muss man hier Melanie Lynskey, die einst an der Seite von Kate Winslet in "Heavenly Creatures" debütierte und seither immer wieder brilliert, aber trotzdem oft übersehen wird (so wie aktuell in "Don't Look Up").

Aber auch ihre jungen Kolleginnen überzeugen auf ganzer Linie, allen voran die offen queere Jasmin Savoy Brown – im Januar auch im neuen "Scream"-Film zu sehen – als Teenage-Taissa. Und selbst die dieser Tage allgegenwärtige Neunziger Jahre-Nostalgie wirkt in "Yellowjackets" nie penetrant, sondern passend und smart, mit Songs von Liz Phair, Salt'n'Pepa oder Portishead bis hin zu Anspielungen auf so vielfältige Popkultur-Momente wie die Zeichentrickserie "Daria" bis hin zu Bruce Willis' Penis in "Color of Night".

Direktlink | Offizieller Trailer zur Serie
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Infos zur Serie

Yellowjackets., Thrillerserie. USA 2021. Autor*innen: Ashley Lyle, Bart Nickerson. Darsteller*innen: Melanie Lynskey, Tawny Cypress, Ella Purnell, Sophie Nélisse, Jasmin Savoy Brown, Sophie Thatcher, Sammi Hanratty, Steven Krueger, Warren Kole, Christina Ricci. Juliette Lewis. Eine Staffel mit zehn Folgen. Sky Atlantic HD zeigt die Serie ab 28.12.2021 immer dienstags um 20.15 Uhr auf Sky Atlantic in Doppelfolgen zum ersten Mal im deutschen Fernsehen – wahlweise auf Deutsch oder in der Originalfassung. Die Folgen stehen über Sky Q und Sky Go auch auf Abruf zur Verfügung.