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Jahresrückblick, Teil 3

In Memoriam 2021

Auch 2021 mussten wir uns von vielen lieb gewonnenen Menschen verabschieden. Wir erinnern an die Persönlichkeiten, die einen beträchtlichen Einfluss auf die LGBTI-Community gehabt haben.


Wir gedenken der Verstorbenen des zu Ende gehenden Jahres (Bild: ResoluteSupportMedia / flickr)

Alfred Biolek (1934-2021)


(Bild: WDR)

Alfred Biolek unterhielt das deutsche TV-Publikum jahrzehntelang als TV-Koch, Talkmaster und Entertainer. Sein unfreiwilliges Outing vor 30 Jahren durch Regisseur Rosa von Praunheim tat seiner Karriere dabei keinen Abbruch, ganz im Gegenteil.

Bryce Evans (1974-2021)

(Bild: Dominic Ford)

Der Amerikaner galt als "Pornostar mit den meisten Mugshots in der Geschichte der schwulen Pornografie". Er erlag im Juni im Alter von nur 46 Jahren einem Herzinfarkt.

Steve Bronski (1960-2021)
Steve Bronski schrieb mit Jimmy Somerville und dem 2016 verstorbenen Larry Steinbachek Musikgeschichte. "Smalltown Boy", der größte Erfolg des Trios, handelte von einem jungen schwulen Mann, der unter anderem wegen seiner homophoben Familie in die Großstadt flüchtet. Der Song griff die Erfahrungen ganzer Generationen auf und war 1983 – in einer noch sehr homophoben Zeit – ein Meilenstein.

Olympia Dukakis (1931-2021)

(Bild: Netflix)

Die US-Schauspielerin und Oscar-Gewinnerin ("Mondsüchtig") ist im Mai nach längerer Krankheit im Alter von 89 Jahren in New York City gestorben. Dukakis gehörte zu den wenigen Schauspielerinnen, die sich seit Beginn ihrer Karriere unerschrocken für LGBTI-Rechte engagiert hatten – und war auch in mehreren queeren Rollen zu sehen.

Siegfried Fischbacher (1939-2021)

(Bild: Carol M. Highsmith / Library of Congress)

Der offen schwule Magier starb nur acht Monate nach seinem Partner Roy Horn. Siegfried und Roy hatten zu den größten Stars von Las Vegas gehört.

Peter Fleischmann (1937-2021)


Fleischmann bekanntestes Werk als Regisseur und Drehbuchautor ist das Drama "Jagdszenen aus Niederbayern" aus dem Jahr 1969. Nach dem gleichnamigen Theaterstück von Hauptdarsteller Martin Sperr erzählt es über alltägliche Ausgrenzungen – vor allem gegenüber dem 20-jährigen schwulen Mechaniker Abram.

Kim Friele (1935-2021)
Kim Friele war eine der Pionierinnen der queeren Community. Bereits 1963 outete sich die Norwegerin öffentlich als lesbisch und kämpfte jahrzehntelang für gleiche Rechte von Homosexuellen.

Thomas Fritsch (1944-2021)

(Bild: Rat Pack Filmproduktion GmbH)

Wer in der Bundesrepublik aufgewachsen ist, wird Thomas Fritschs Gesicht bekannt sein – er war jahrzehntelang aus deutschen TV-Sendungen nicht wegzudenken. Erst 2006 outete er sich als bisexuell.

Willie Garson (1964-2021)

(Bild: HBO)

Willie Garson verkörperte einen der wohl liebenswertesten Schwulen der TV-Geschichte: In "Sex and the City" spielte er Standfort, Carries engsten männlichen Freund. Jahrelang sprach der Schauspieler nicht über seine eigene sexuelle Orientierung, weil er heterosexuell ist – und befürchtete, es könnte für Schwule verletzend sein, dass ein Hetero diese Rolle verkörpert. Auch bei der Neuauflage der Serie ("And Just Like That…) war Garson dabei – und starb völlig überraschend nach kurzer schwerer Krebs-Erkrankung nur wenige Wochen vor der TV-Premiere.

Ari Gold (1974-2021)
Der New Yorker LGBTI-Aktivist, Produzent, Tänzer und Popsänger Ari Gold erlag einer Krebserkrankung – er wurde nur 47 Jahre alt.

James Hormel (1933-2021)

(Bild: Michael Nguyen)

James Hormel war der erste offen schwule US-Botschafter – er vertrat zwischen 1999 und 2001 sein Heimatland in Luxemburg. Wegen seiner sexuellen Orientierung blockierten Konservative jahrelang seine Ernennung. Inzwischen akzeptieren aber auch die Republikaner, dass Homosexuelle Botschafterinnen und Botschafter werden können.

Ian Matos (1989-2021)
Der brasilianische Turmspringer war einer der ersten prominenten Sportler in seinem Heimatland Brasilien, der sich als schwul geoutet hat. Er starb überraschend nach einer Infektion im Hals.

María Mendiola (1952-2021)

(Bild: Promo)

Die spanische Sängerin María Mendiola feierte im Jahr 1977 an der Seite von Mayte Mateos ihren größten Erfolg mit dem Hit "Yes Sir, I Can Boogie". Insbesondere schwule Männer verehrten die Diva.

Patrick O'Connell (1963-2021)


Der Name Patrick O'Connell mag vielen kein Begriff sein, die von ihm erfundene Rote Schleife kennt aber praktisch jeder. Sie wurde erstmals 1991 getragen und hat sich seither als Symbol der Solidarität mit HIV-Positiven und Aids-Kranken über die ganze Welt ausgebreitet. Der Aktivist lebte fast 40 Jahre lang mit HIV.

Christian Pulz (1944-2021)

(Bild: rbb)

Der ostdeutsche Aktivist organisierte 1983 den ersten Homo-Protest der DDR – sehr zum Missfallen der homophoben Staatsmacht. Auch nach der Wende engagierte er sich – zuerst als Abgeordneter im Berliner Landesparlament, dann als Mitbegründer der GayChurch Berlin.

Tommy Kirk (1941-2021)


In den Fünfzigern war er in Hollywood ein Kinderstar, in den Sechzigern hatte er noch einige Erfolge mit Beach- und SciFi-Filmen. Als er sich 1973 outete, bedeutete das sein sicheres Karriereende.

Colin Powell (1937-2021)

(Bild: Department of State of the United States of America)

Der heterosexuelle Powell ist bei LGBTI-Rechten so etwas wie vom Saulus zum Paulus geworden: Der Vier-Sterne-General galt als Vater der "Don't ask, don't tell"-Regelung im US-Militär, die zu einer Hexenjagd auf homosexuelle Soldat*innen führte. Später setzte sich der Republikaner aber für die Abschaffung der homophoben Regelung ein und engagierte sich für die Ehe für alle. Am Ende seines Lebens trat er noch wegen des ihm verhassten Donald Trump aus seiner Partei aus und unterstützte den demokratischen Kandidaten Joe Biden.

Uta Ranke-Heinemann (1927-2021)


Die Tochter von Bundespräsident Gustav Heinemann wurde 1970 zur weltweit ersten Professorin für katholische Theologie – und legte sich schnell mit ihren Chefs an: So zweifelte sie an der Dreifaltigkeit Gottes, kritisierte das päpstliche Pillen- und Kondomverbot und setzte sich für die Anerkennung von Homosexuellen innerhalb der Kirche ein. 1987 wurde sie deshalb gefeuert. Ihr Engagement setzte sie aber bis zum Ende ihres Lebens fort.

Anne Rice (1941-2021)


Bücher wie "Interview mit einem Vampir" machten Anne Rice zum Star und brachten ihr viele schwule Fans ein, da die Werke vor homoerotischen Szenen strotzen.

Alex Riley (1999-2021)

(Bild: Helix Studios)

2020 gewann er den "Oscar" als bester Newcomer im schwulen US-Pornogeschäft. Völlig überraschend verstarb Alex Riley ein Jahr später im Alter von nur 22 Jahren. Seine Todesursache ist unbekannt.

Stephen Sondheim (1930-2021)


Sondheim galt als Broadway-Legende, 1957 gelang ihm der Durchbruch im Musiktheater, als er die Texte zu Leonard Bernsteins Welterfolg "West Side Story" schrieb. Als als Komponist und Texter wirkte er an weiteren Broadway-Erfolgen mit – und erhielt deshalb 2015 von US-Präsident Barack Obama die Freiheitsmedaille, die höchste zivile Auszeichnung der Vereinigten Staaten.

Juan Carlos Tabío (1943-2021)


Bis heute gilt "Erdbeer und Schokolade" als Meisterwerk – der Film handelt von einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen dem schwulen und liberalen Künstler Diego (Jorge Perugorría), der immer wieder in Konflikt mit dem sozialistischen System Kubas gerät, und dem linientreuen heterosexuellen Studenten David (Vladimir Cruz). Co-Regisseur Juan Carlos Tabío gewann damit unter anderem den Teddy Award und den Silbernen Bären.

Desmond Tutu (1931-2021)
Sein Leben lang kämpfte er gegen Ungerechtigkeit: Desmond Tutu wurde nicht nur wegen seiner entschiedenen Ablehnung der südafrikanischen Rassentrennung zum Idol, sondern auch wegen seines Kampfes gegen LGBTI-Feindlichkeit. Dabei musste sich der Erzbischof auch gegen Homophobie aus seiner eigenen Kirche wehren.



#1 GayofcultureAnonym
  • 29.12.2021, 12:13h
  • Und wieder wurden welche vergessen:

    - Raimund Hoghe war ein homosexueller Tänzer, Choreograph, Buchautor, der sich für Minderheiten einsetzte und in Frankreich bekannter war als in der BRD. Durch seinen Buckel war er gleichzeitig ein wichtiger Vertreter der Behindertencommunity.

    de.m.wikipedia.org/wiki/Raimund_Hoghe

    -Wakefield Poole schuf mit dem Porno Boys in the Sand 1971 einen der wichtigsten Beiträge zur schwulen Pornogeschichte, was ihm einen Eintrag in die Gayporn Hall of Fame einbrachte.

    de.m.wikipedia.org/wiki/Wakefield_Poole

    -Paulo Gustavo war ein bisexueller brasilianischer Film- und Fernsehschauspieler. Er starb an den Folgen einer COVID-19-Erankung. Er war sehr bekannt und beliebt in Brasilien.
    Paulo wurde nur 42 Jahre alt.

    pt.wikipedia.org/wiki/Paulo_Gustavo
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#2 JSHHHAnonym
  • 29.12.2021, 12:35h
  • Siegfried und Roy - sie waren aber nicht offen schwul, oder ??!

    Sie waren aus einer Generation und in im Show-business mit entsprechend prüdem Alter und background, dass sie ihre Partnerschaft doch jahrzehntelang verschleiert hatten.

    Traurig für sie.
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#3 DreddAnonym
#4 Carrie DoughAnonym
#5 jshhhAnonym
#6 JSHHHAnonym
  • 29.12.2021, 22:34h
  • Antwort auf #3 von Dredd
  • P. S. an #3
    übrigens ich wollte die beiden nicht loben.
    Ich meinte nur, die beiden sind beispielhaft für die vielen, die sich früher (und vll auch heutzutage noch) auch nicht zueinander bekennen konnten.
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#7 DQ24Anonym
  • 30.12.2021, 05:12h
  • Mein erster Gedanke bei der Liste war: Warum mussten sie gehen? Wir hätten sie gerade heute gebraucht!
    Mein zweiter Gedanke war: Sie sind gegangen, aber in unseren Herzen leben sie weiter!
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#8 andreAnonym