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Uni-Alltag

Ghostwriter unterstützen Studierende: Leichte Schummelei oder Betrug?

Nicht wenige Studierende lassen Haus- oder Bachelorarbeiten von Dritten schreiben. Das spart zwar Zeit, ist jedoch nicht legal und auch langfristig nicht hilfreich.


Von der Studienzeit versprechen sich viele Studierende deutlich mehr als einen guten Uniabschluss (Bild: Wokandapix / pixabay)
  • 29. Dezember 2021, 12:25h, noch kein Kommentar

Wurde ein Studierender mit einer Ghostwriter-Arbeit erwischt, folgte die Strafe auf den Fuß. Doch die im Dunkeln agierenden Schreiber blieben bisher verschont. Daran möchte Österreichs Regierung nun etwas ändern – zu Recht, oder nur zum Leidwesen der Studierenden? Die Meinungen sind nicht nur bei Universitäts-Besuchenden und Agenturen, die diese Leistungen anbieten, geteilt.

Ein Land – zwei Meinungen

Von der Studienzeit versprechen sich viele Studierende deutlich mehr als einen guten Uniabschluss. Schließlich handelt es sich um die letzten Jahre, in denen ausreichend Zeit für Partys und geselliges Beisammensein ist. Dann geht der sprichwörtliche Ernst des Lebens – der Einstieg in die Arbeitswelt – los. Wird dadurch gerechtfertigt, dass man seine Bachelorarbeit mit Hilfe eines Ghostwriters schreiben lassen kann? Agenturen und Studierende befürworten das Angebot. Doch viele Unternehmer und spätere Arbeitgeber stehen dieser Option mit einer gesunden Skepsis gegenüber.

Warum Ghostwriting im Business keine Pluspunkte bringt

Fernab der Tatsache, dass es sich um eine juristisch heikle Angelegenheit handelt, sollten Studierende Eines wissen. Wer seine Bachelorarbeit, Haus- und Abschlussarbeiten von einer Agentur schreiben lässt, kann das in der Theorie "gezeigte Wissen" im späteren Berufsleben nicht abrufen. Es fällt daher schnell auf, dass der kluge Kopf mit dem perfekten Uniabschluss vielleicht gar nicht so bewandert ist, wie es anfänglich den Anschein hatte. Man sollte sich bewusst darüber sein, dass man mit jeder schwierigen Aufgabe auch immer ein Stück weiter über sich hinauswächst uns wichtige Dinge für das spätere Leben dazulernt. Doch abgesehen von den Vorteilen für die persönliche Weiterentwicklung, sollte man auch die rechtlichen Aspekte auf jeden Fall kennen.

Eine Klage, weil das Thema verfehlt und eine schlechte Arbeit abgeliefert wurde, ist ausgeschlossen. Würde ein Studierender in diesem Fall den Rechtsweg beschreiten, müsste er sich und der Gemeinschaft sowie dem Richter eingestehen, dass er den einfachen Weg gehen wollte.

Sind Studierende fauler oder unbegabter als früher?

Hier muss man ganz klar sagen, dass dem nicht so ist. Allerdings haben sich die Anforderungen und damit der Druck auf die Studierenden erhöht. Es ist allgemein bekannt, dass Schüler und Studierende heutzutage häufig bereits an psychischen Erkrankungen wie Burnout leiden. Häufige Gründe dafür sind neben den gestiegenen Anforderungen in den Schulen oder Universitäten und dem damit verbundenem Stress, auch eigene übersteigerte Erwartungshaltungen an Leistung und Noten.

Bei manchen Studierenden können auch andere belastende Faktoren, wie Mobbing oder auch gefühlte Ungerechtigkeit durch Lehrpersonal hinzukommen. Diese Dinge führen bei Betroffenen häufig zu einer permanenten Stress- und Angstsituation und dauerhafter seelischer und körperlicher Anspannung.

Generell lässt sich feststellen, dass Stress und Druck in der Gesellschaft heute allgegenwärtig sind und in jedem Lebensbereich auftauchen. Der Besuch der Universität bildet hierbei keine Ausnahme. Doch eine "fremdgeschriebene" Arbeit löst das Problem nicht, wie auch im Kreis der Studierenden bekannt ist. Meistens handelt es sich um Kurzschlussreaktionen, da ein Termin näher rückt und keine Zeit zum Lernen bleibt. Könnten finanzielle Sorgen ein Grund dafür sein, dass Studierende lieber nebenbei Geld verdienen, als sich auf ihre Bachelorarbeit vorzubereiten und ihr eigenes Wissen kundzutun?

Fazit: Nicht-Wissen kann keine Lösung sein

Jeder Schulbesucher und Studierende hat mindestens einmal in seinem Leben geschummelt. Das ist nicht verwerflich und auch kein Anlass dafür, ein Urteil über den Intelligenzstatus zu fällen. Doch dass Nicht-Wissen im Leben nicht weiter bringt und dass das Outsourcing von Wissensabfragen daher keine Lösung sein kann, sollte allen Studierenden bewusst sein. Man sollte sich stattdessen lieber Nachhilfe oder ein Coaching suchen, statt zu "schummeln". Auch wenn das Ghostwriting in der Universität unentdeckt bleibt: Irgendwann kommt der Punkt, wo das vorgetäuschte Wissen fehlt. (ak)